Frank Kölmel

Frank Kölmel ist Vice President Central & Eastern Europe bei dem IT-Sicherheitsunternehmen FireEye.

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Liebes Christkind… Eine Wunschliste an die IT

Haben Sie Ihre Wunschliste schon verfasst? Kurz vor Weihnachten kommen ja unsere Wünsche und Erwartungen vermehrt zum Vorschein. silicon.de-Blogger Frank Kölmel zieht Resümee und äußert ein paar Wünsche an die IT, die nicht nur von technologischer Natur sind…

Und alle Jahre wieder: was schenkt man zu Weihnachten? Ganz klar. Auch dieses Mal stehen in vielen Haushalten ähnliche Geschenke unter dem Weihnachtsbaum: Apple Produkte – ob iPhone, iPad oder Mac. Ich selbst habe kein iPhone, gehöre demnach (zumindest noch nicht) der berühmt berüchtigten “iGeneration” an. Welche Erwartungen aber haben User an diese mobilen Geräte aus technologischer Perspektive? Und was bedeutet das für uns Netzwerkspezialisten? Kurz gesagt: Welche Wünsche haben wir an die IT?

Spontan fallen mir folgende Punkte ein – und da spreche ich wahrscheinlich vielen aus der Seele:
Hochverfügbarkeit. Netzwerke müssen funktionstüchtig, also ausfallsicher sein.
Geschwindigkeit. Alles muss schnell gehen.
Skalierbarkeit. Alles muss erweiterbar sein.

Aber ehrlich gesagt – Wünsche sind das eigentlich keine mehr. Sie sind schon längst Selbstverständlichkeiten. Für uns User ist es demnach selbstverständlich, dass alles jederzeit funktioniert – und das möglichst schnell und ohne jegliche Störungen. Wenn das Öffnen einer Internetseite zu lange dauert oder der Videostream zu langsam ist und ständig unterbricht, nagt das schon sehr an unserer Geduld. Dabei heißt es doch: Geduld ist eine Tugend! Leichter gesagt als getan!

In Zeiten der Digitalisierung und Vernetzung wird man auch die steigende Anzahl an mobilen Devices genauso bewerkstelligen müssen – mehr denn je. Dabei wird auch der Wunsch nach Mobility im Hinblick auf das Verhalten der Nutzer immer stärker. Durch die Zunahme an mobilen Geräten ergeben sich somit auch ganz neue Möglichkeiten für User, ihren privaten und professionellen Alltag zu gestalten.

Vor kurzem hatten wir zuhause die Handwerker zu Besuch, da unsere Heizung ausgefallen ist. Um mir das unnötige hin- und herfahren zu sparen, habe ich einfach von zuhause aus gearbeitet; die Möglichkeit im Homeoffice zu bleiben, steht heute vielen zur Verfügung und hilft uns, flexibel und jederzeit und unabhängig von der geografischen Lage erreichbar zu sein. Ob das gut ist? Nun ja, zugegeben, die Grenze zwischen persönlicher und beruflicher Sphäre verschwimmt dadurch immer mehr. Ist es uns das wert?

Fakt ist, dass wir heute in einer Zeit leben, wo fast alles möglich und auch zum Teil erlaubt ist. Die Technologie ermächtigt uns auch dazu, und das wird sich auch so fortsetzen. Und je mehr Möglichkeiten wir haben, desto größer werden unsere Anforderungen. Das liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen, und im Zweifelsfall auch in der Natur der IT!

Neben den technischen Herausforderungen sind es auch Vertrauen und Glaubwürdigkeit, die mobile User gegenüber ihren Service Providern haben müssen. Damit sind auch wir als Netzwerkspezialisten gemeint. Denn nur, weil wir uns in der IT-Sphäre befinden, bedeutet das nicht, dass menschliche Attribute ausgeblendet werden. Schließlich “opfern” wir unsere gesamten, persönlichen Daten dem Netz, und die wollen gut behütet sein. Sicherheit und Datenschutz – ein leidiges Thema, ich weiß – wird auch weiterhin, und wahrscheinlich 2013 mehr denn je, im Mittelpunkt der Betrachtung sein. Denken Sie an die Daten-Lecks, die sich in den letzten Monaten bei großen Unternehmen ereignet haben, wie zum Beispiel bei LinkedIn, wo Millionen Passwörter von Nutzern im Internet veröffentlicht wurden. Wenn ich also einem Social Network persönliche Informationen anvertraue, möchte ich auch, dass diese gut aufgehoben sind.

Wenn Sie mich als Sales Director eines Netzwerkspezialisten fragen, welches Thema nächstes Jahr zunehmend an Bedeutung nehmen wird, ist SDN (Software Defined Networking) ganz oben mit dabei. Unternehmen können fortan Netzwerkkonfigurationen automatisiert ablaufen lassen, ohne dabei Router und Switches per Hand angleichen zu müssen. Damit entstehen auch neue Möglichkeiten unter anderem des Load Balancing sowie der Verteilung der Verkehrslasten zu Spitzenzeiten.

Die Wunschliste könnte an dieser Stelle beliebig fortgesetzt werden. So sehr auch Netzwerkfragen eine Rolle spielen werden – und hier könnte ich noch zahlreiche weitere technologische Trends anführen – werden die Menschen auch vermehrt kritischer was die Anwendung von mobilen Geräten anbelangt. Sie wollen Vertrauen, Sicherheit, Verständnis. Auch das darf die IT in ihrer weiteren Entwicklung nicht vernachlässigen.

Und meine persönliche Wunschliste für Weihnachten steht auch bereits, und hat – so viel kann ich verraten – nichts mit IT zu tun.