Gerhard Schlabschi

verantwortet als Director Systems, Technology & Cloud Computing bei Oracle EMA den Bereich Competetive Intelligence.

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Mit Personalarbeit strategischen Mehrwert schaffen – dank der Cloud

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Zum Auftakt der Fachmesse “Zukunft Personal” in Köln plädiert Gerhard Schlabschi, Director Systems, Technology & Cloud Computing bei Oracle in Europa, im Blog für silicon.de für eine integrativen Ansatz: Bei Auswahl, Implementierung und Integration cloudbasierter HR-Anwendungen sollten CHROs den Schulterschluss mit dem CIO suchen.

Mit der “Zukunft Personal” beginnt heute in Köln eine der wichtigsten Fachmessen für das Personalwesen. HR-Experten kommen dort zusammen, um sich über die aktuellen Trends und Herausforderungen zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und den Wandel der Arbeitswelt zu diskutieren. Moderne Technologien und allen voran die Cloud werden dabei eine zentrale Rolle spielen: Mit ihrer Hilfe können sich Personaler wieder verstärkt auf die wesentlichen Aufgaben der HR konzentrieren und sich auch gegenüber der Geschäftsleitung als strategische Partner positionieren. Davon profitieren nicht zuletzt die Mitarbeiter.

HR-Abteilungen sehen sich heute mit einer breiten Palette an Anforderungen konfrontiert. Sie sollen nicht nur die Arbeitgebermarke und das Talentmanagement voranbringen, sondern gleichzeitig auch die besten Köpfe rekrutieren und diese langfristig halten – angesichts von Fachkräftemangel und sich rasant verändernden Jobprofilen eine Aufgabe mit strategischer Bedeutung. Überhaupt kann HR einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Unternehmen für die Herausforderungen der Digitalisierung gut aufzustellen.

Tablet-Nutzer im Office (Bild: Shutterstock/Goodluz)
Mit der richtigen Strategie kann die HR-Anteilung einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Unternehmen für die Herausforderungen der Digitalisierung gut aufzustellen. (Bild: Shutterstock/Goodluz)

In der Realität werden die Personalabteilungen jedoch nach wie vor von Admin-Prozessen aufgerieben. Diese nehmen Zeit und Kapazitäten in Anspruch, die an anderer Stelle fehlen. Cloud-Lösungen für das “Human Capital Management” (HCM) können Personalverantwortlichen dabei helfen, den Spagat zwischen ihrer administrativen Funktion und der wachsenden strategischen Rolle von HR zu bewältigen.

Viele Personalchefs haben mittlerweile erkannt, dass im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen wie der Digitalisierung oder des demographischen Wandels Aufgaben auf die HR zukommen, die für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen von zentraler Bedeutung sind.

Engagement der Mitarbeiter ist der zentrale Erfolgsfaktor für Unternehmen

Insbesondere die langfristige Bindung qualifizierter Mitarbeiter wird von vielen Personalverantwortlichen als eine der größten Herausforderungen für die kommenden Jahre angesehen. Das zeigt auch die Oracle-Studie “Simply Talent: A Western European Perspective“, für die 250 HR-Verantwortliche in großen europäischen Unternehmen befragt wurden. Von ihnen gaben 93 Prozent an, dass das Engagement der Mitarbeiter strategische Bedeutung besitzt. Schließlich hängen zentrale Unternehmensziele wie Kreativität, Innovation, Effizienz, Produktivität und Exzellenz im Kundenservice davon ab.

Allerdings macht diese Erkenntnis noch keine engagierten Mitarbeiter: Dass Engagement etwas ist, das täglich neu erkämpft werden muss, weiß jeder, der schon einmal Mitarbeiter geführt hat. CHROs und ihre Teams stehen also vor der Herausforderung, Mitarbeiter in einer sich rasant verändernden Arbeitswelt zu organisieren und zu motivieren – und das bei steigendem Effizienzdruck.

Beratungsgespräch (Bild: Shutterstock/Pressmaster)
Je enger Personal- und IT-Abteilung zusammenarbeiten, desto nahtloser lassen sich HR-Funktionen mit der restlichen Cloud-Infrastruktur des Unternehmens verzahnen. (Bild: Shutterstock/Pressmaster)

HR-Anwendungen, die auf unternehmensweiten Cloud-Infrastrukturen beruhen, können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Mit ihrer Hilfe lassen sich zum Beispiel HR-Standardprozesse automatisieren, mit denen Personaler in vielen Unternehmen täglich nach wie vor viel Zeit verbringen. So werden Kapazitäten frei, die für strategische Aufgaben wie die Personalentwicklung, die Konzeption von Weiterbildungsprogrammen oder den persönlichen Dialog mit den Mitarbeitern eingesetzt werden können.

Cloudbasierte HR-Analytics-Instrumente liefern Personalmanagern darüber hinaus stets aktuelle Daten und wertvolle Einblicke in die Leistung und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter, auf die sie jederzeit und von überall aus zugreifen können. Und auch Recruiting-Kampagnen lassen sich über die Cloud gezielter durchführen und dank fortgeschrittener Datenanalysen in Echtzeit an Bewerberfeedback anpassen. So steigen auch die Erfolgschancen, auf einem dynamischen Arbeitsmarkt die richtigen Talente zu finden und zu gewinnen.

Integration “bändigt” Wildwuchs

Die Möglichkeiten sind also vielfältig, ihr volles Effizienzpotenzial entfalten Cloud-Lösungen jedoch nur, wenn sie nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur integriert werden. Die Versuchung, ad hoc eine Cloud-Technologie zu erwerben, um ein bestimmtes drängendes Problem zu lösen, ist auch in den HR-Abteilungen groß.

Human Capital Management (Bild: Oracle)

Allerdings führen solche “Schnellschüsse” in der Regel zu Mehraufwand im Bereich Wartung und zu Inkompatibilitäten mit anderen Cloud- oder On-Premise-Systemen. Das kann den Effizienzgewinn dieser Lösungen und damit auch den Return-on-Investment erheblich schmälern. Gerade bei HR-Anwendungen liegt der Mehrwert in der Anbindung und Interoperabilität mit allen anderen Anwendungen im Unternehmen, denn die Personalabteilung ist als Knotenpunkt im Unternehmen auf Daten aus den verschiedensten Abteilungen angewiesen, um gute Arbeit leisten zu können.

Für CHROs, die auf die Cloud setzen möchten, sollten deshalb bei der Auswahl, Implementierung und Integration cloudbasierter HR-Anwendungen den Schulterschluss mit dem CIO und seiner Abteilung suchen. Je enger Personal- und IT-Abteilung zusammenarbeiten, desto nahtloser lassen sich HR-Funktionen mit der restlichen Cloud-Infrastruktur des Unternehmens verzahnen. Darüber hinaus ist sichergestellt, dass die HR-Abteilung Zugriff auf alle für sie wichtigen Informationen hat – und Silos werden von Vornherein ausgeschlossen.

Die digitale Transformation ist eine Aufgabe, die – wenn sie gelingen soll – von allen Fachabteilungen neue Lösungsansätze für die sich stellenden Herausforderungen fordert. Als Schnittstelle zwischen Unternehmen und Mitarbeitern kann HR hier jedoch eine Vorreiterrolle einnehmen und so auch die eigene strategische Position im Unternehmen stärken. Davon profitieren nicht zuletzt die Mitarbeiter, denn sie haben es mit einer effizienten Personalabteilung zu tun, die sich auf wesentliche Aufgaben wie die Personalentwicklung und das Talent Management konzentrieren kann. Auf dem Weg hin zur engagierten Belegschaft ist damit schon ein großer Schritt getan.

ist Director Systems, Technology & Cloud Computing bei Oracle und seit mehr als 25 Jahren in verschiedenen Fach- und Führungspositionen in der IT-Branche tätig. Der Diplom-Informatiker startete als Software-Entwickler bei Siemens Defense Systems, gründete mit anderen den Internet-Bereich der Siemens Nixdorf, um dann mehrere Management-Posten bei Sun Microsystems zu besetzen. Mit der Übernahme durch Oracle kam Schlabschi in verschiedene EMEA Management-Positionen unter anderem im Bereich Engineered Systems und Datenbanken. Heute ist er in der weltweiten Oracle Cloud-Organisation für den Bereich Competitive Intelligence in EMEA zuständig.