Harald Weimer

ist Geschäftsführer von Talend Deutschland und Vice President Sales Central Europe. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Vertrieb von Softwarelösungen und war unter anderem bei der USU AG und Iona Technologies tätig.

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Spaghetti alla Cloud: Nie wieder IT-Verdauungsprobleme! (Teil I)

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Was hat Pasta mit der Cloud zu tun? Harald Weimer von Talend sieht viele Parallelen zwischen einem gelungenen Nudelgericht und einer missglückten Cloud-Architektur.

Spaghetti alla Cloud? Das steht heute bei den meisten Unternehmen auf der Speisekarte. Mit der Explosion der Beliebtheit von SaaS-Anwendungen sowie von PaaS (Cloud-Plattformen) und IaaS (Cloud-Infrastrukturen) ähneln die meisten IT-Architekturen und Geschäftsabläufe einem sich bewegenden, verhedderten Knäuel von Nudeln. Und ich bin mir sicher, dass Sie nur tiefer zu gehen brauchen, um darin auch einige recht alte Legacy-Fleischklopse zu finden.

Die Idee, dass unsere IT-Architekturen uns an einen Teller Spaghetti erinnern, ist nicht neu. Die Komplexität der Integration von Vor-Ort-Anwendungen und Legacy-Systemen stellt bereits seit Jahrzehnten eine Herausforderung dar, was viele Unternehmen dazu bringt, SOA- (Service-Oriented Architecture, Serviceorientierte Architektur) sowie ESB- (Enterprise Service Bus) Plattformen auszuprobieren. Leider belastet eine ganze Reihe neuer Probleme unsere bestehenden Architekturen noch mehr.

  • Die Explosion von SaaS (Software-as-a-Service): Cloud-Lösungen werden bei IT-Teams aufgrund der versprochenen Agilität, Kostensenkung und Geschwindigkeit immer beliebter. Derzeit nutzt ein durchschnittliches Unternehmen mehrere hundert Cloud-Dienste. Das bedeutet unablässige Wellen neuer Anwendungen mit ihren jeweils eigenen, abgetrennten Dateninseln.
  • Noch mehr SaaS, wenn Sie erwägen, wie einfach es für Geschäftsnutzer ist, mit der Verwendung eines Tools zu beginnen, ohne die IT zu informieren. Es kommt nicht selten vor, dass „kostenlose“ Versionen in wichtigen Geschäftsprozessen genutzt werden (z. B. Umfragetools) und Add-ons sowie Erweiterungen zum Einsatz kommen, die direkt bei Cloud-Plattformen wie Salesforce AppExchange oder AWS Marketplace beschafft wurden. Manche Quellen geben an, dass der durchschnittliche Anwender heute regelmäßig 28 Cloud-Anwendungen
  • Cloud-Wechsel ist auf dem heutigen Cloud-Markt mit seinem hohen Tempo ein Fakt. Cloud-Unternehmen kommen und gehen schnell, was bedeutet, dass Ihnen der Zugriff auf Ihren Anbieter und daher auch Ihre Daten verloren gehen kann. Benutzer zögern nicht, auf eine bessere oder kostengünstigere Lösung umzusteigen, und scheinen sich an Cloud-Lösungen weniger gebunden zu fühlen als an ihre Vor-Ort-Entsprechungen.
  • Hybride, private und öffentliche Clouds, unterschiedliche Implementierungsformen des Cloud-Computing, sorgen für eine zusätzliche Herausforderung bei der Integration durch die Firewall.
  • Die sich verändernde Art des modernen Geschäftemachens bedeutet, dass Unternehmen kontinuierlich neue Technologien und Praktiken annehmen, anpassen und anwenden müssen.
  • Dabei soll vom Internet der Dinge noch gar nicht die Rede sein. Es ist aber klar, dass wir immer mehr zu verdauen haben.

Das Ergebnis? Spaghetti alla Cloud, die unser Unternehmen aufblähen, während Cloud-Computing doch befreiend und eine echte Verbesserung hätte sein sollen.

Entwirren Ihrer Spaghetti-Architektur

Zu viel Spaghetti alla Cloud verdauen zu müssen kann sich beträchtlich auf die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens auswirken, so wie es auch einen feinen Unterschied zwischen einem Profisportler gibt, der sich vor einem Wettkampf mit Kohlenhydraten vollstopft, und einer Couch-Potato mit Bauchkrämpfen.

Die von TechTarget 2015 durchgeführte Umfrage nach den IT-Prioritäten bietet Einblicke in die wichtigsten IT-Projekte: Big-Data-Integration, Data Warehousing, Business Intelligence und Reporting hängen alle von qualitativ hochwertigen, aktuellen Eingangsdaten ab. Jeder in der IT weiß, dass nur gute Eingangsdaten zu guten Ausgangsdaten führen.

Die Entwicklung Ihrer eigenen Muster für die Punkt-zu-Punkt-Enterprise Application Integration (EAI) ist natürlich wenig empfehlenswert. Die Kosten der Entwicklung, Implementierung und Wartung wären viel zu hoch. Wichtig ist, die langfristigen Auswirkungen und die Gesamtbetriebskosten im Auge zu behalten. Leider ist die herkömmliche Alternative, ein SOA+ESB-Ansatz, auch mit sehr hohen Implementierungskosten verbunden, was bedeutet, dass er nur selten richtig umgesetzt wird und noch seltener den geschäftlichen Anforderungen entsprechend aktualisiert wird.

Ihre Anwendungsintegrationslösung muss robust sein, darf aber Ihre Agilität nicht behindern. Flexibilität und Skalierbarkeit sind sowohl für Software als auch die unterstützende Hardware sehr wichtig, und in diesem Bereich sind Cloud-Optionen wirklich erfolgreich. Sie senken die für Server anfallenden Gesamtbetriebskosten, bieten On-Demand-Skalierbarkeit und -Kapazität und verbessern gleichzeitig die Performance für weltweit verteilte Benutzer.

In Teil II dieses Beitrags erfahren Sie, wie Lösungen für die Cloud-Integration wie beispielsweise Talend Integration Cloud helfen, IT-Verdauungsprobleme zu verhindern. Es werden vier wichtige Tipps zur Auswahl Ihrer nächsten Cloud-Service-Integrationslösung vorgestellt.