Gartner

Das Team der deutschen Gartner Analysten bloggt für Sie über alles was die IT-Welt bewegt. Mit dabei sind Christian Hestermann, Frank Ridder, Bettina Tratz-Ryan, Christian Titze, Annette Zimmermann, Jörg Fritsch, Hanns Köhler-Krüner und Meike Escherich.

Enterprise

Warum Unternehmen eine digitale Strategie brauchen

Der “Nexus of Forces” und das “digitale Unternehmen” kommen kaum ohne einander aus, erläutert der Gartner-Analyst Frank Ridder in seinem Beitrag. Im Unternehmen lassen sich diese beiden Bereiche nur mit einer ganz bestimmten Zielsetzung zum Erfolg führen, die sich zunächst nicht an den technischen Möglichkeiten orientieren sollte.

Neulich kam ich vom IBM Business-Kongress aus Mannheim zurück, wo ich einen Vortrag über die “Nexus of Forces” und “Digitale Unternehmen” halten durfte. Danach fragten mich einige Teilnehmer, was eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Begriffen sei? Bei Gartner betrachten wir beide Themen parallel, obwohl sie streng genommen eng verzahnt sind. Vielleicht kann man zusammenfassen, dass durch die Nexus of Forces Unternehmen erst zu digitalen Unternehmen werden.

Generell berichteten mir einige Teilnehmer von Problemen, die sie in ihren Unternehmen mit der Einführung neuer Technologien (Social, Mobile, Analytics und Cloud) haben. “Wir haben viele dieser wunderbaren Technologien ausprobiert, aber keiner wollte sie richtig nutzen!”.

Die Ursache findet man meines Erachtens in dem Wort Nutzen, oder besser … “fehlender Nutzen”. Viele digitale Technologien werden durch die IT ins Unternehmen gebracht oder von den Geschäftseinheiten eingefordert – ohne vorher im Dialog miteinander den Gesamtnutzen fürs Unternehmen zu erörtern. Das heißt, der eigentliche Nutzen von digitalen Technologien wird nicht strategisch erarbeitet. Das Ergebnis ist oft eine Fehlinvestition. So werden zum Beispiel in vielen Unternehmen Social Technology-Plattformen installiert, auf denen man Informations-Communities bilden kann. Wenn man jedoch sicher gehen will, dass eine Information wirklich gelesen wird, muss man immer noch eine E-Mail schicken.

Unternehmen brauchen auf dem Weg zu einem digitalen Unternehmen eine Strategie. Diese muss ausgehen vom geschäftlichen Nutzen und Bedarf – und nicht von den technischen Möglichkeiten. Es muss geschäftliche Gründe geben, um eine Informationsplattform aufzubauen – und man muss sich von alten Technologien trennen, um den Weg für neue frei zu machen. Stellen Sie sich doch einmal die Frage, was Sie alles bräuchten und verbessern könnten, wenn sie keine E-Mail-Server mehr hätten?

Erfolgversprechende digitale Strategien stellen den Nutzen für den End-User in den Mittelpunkt. Und verwenden Unternehmen digitale Technologien nach außen hin, stellen die besten Strategien den Kunden der Fachbereiche in den Mittelpunkt.

Digitale Strategien müssen den Geschäftsnutzen im Fokus haben, um erfolgreich zu sein – das wird leider allzu häufig nicht oder viel zu spät berücksichtigt. IT und Business müssen dabei eng zusammen arbeiten.