Frank Schiewer

ist Chief Sales Officer bei der alfabet AG. Softwareverkauf ist nach Meinung des diplomierten Sportlehrers keine Kunst, sondern eine sportliche Disziplin.

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“Wir haben doch keine Zeit!” – zählt ab sofort nicht mehr

Dass CIOs leider viel zu viel ihrer kostbaren Zeit auf den laufenden IT-Betrieb verwenden müssen, ist allerorts bekannt. Wie sich dieses Zeitkontingent aber wesentlich effektiver nutzen lässt, sagt silicon.de Blogger Frank Schiewer.

CIO zu sein, das ist heute kein Zuckerschlecken. Dem Chef von Bits und Bytes wird oftmals von seinen Auftraggebern unzureichende Reaktionsgeschwindigkeit vorgeworfen. Seine Rolle und seine Aufgaben im Unternehmen werden aber auf der anderen Seite immer anspruchsvoller. Und der CIO wird, als hätte er nicht schon genug Sorgen, von seinem CFO – an den er berichten muss – auch noch um immer mehr Kostenbewusstsein gebeten.

Wer wäre da nicht frustriert? Denn, seien wir mal ehrlich, wir Branchenfachleute wissen doch längst, dass die IT heutzutage das Unmögliche schaffen muss. So lautet eine in vielen Unternehmen mittlerweile angewandte Gleichung für den IT-Chef: Du bekommst nicht mehr Personal oder mehr Budget, musst aber dennoch immer mehr Leistung bringen. Kein Wunder also, dass sich so mancher CIO überfordert fühlt und nicht weiß, wie er diesen Anforderungen noch genügen soll. Indes: Es ist Land in Sicht!

Lassen Sie uns zur Lösung des Problems zunächst einen Blick auf den Status quo werfen. Nach aktuellen Untersuchungen verwenden IT-Chefs und ihre Mitarbeiter nahezu 70 Prozent der Zeit und des IT Budgets, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten. Die restlichen 30 Prozent der Energie werden den aktuell anstehenden Projekten gewidmet. So ist es kein Wunder, dass sie mit dem Tagesgeschäft oftmals so beschäftigt sind, dass ihnen Zeit und Geld fehlt, sich um die grundlegenden Verbesserungen ihres Geschäftes – dem IT-Business-Management – zu kümmern.

Aber, und das ist ja der angenehme Aspekt von mathematischen Gleichungen, für sie gibt es eine passende Lösung. Und diese kann nur lauten: Automatisierung! Nicht ohne Grund steht dieser Punkt ganz oben auf der Agenda vieler CIOs.

Wenn der CIO schon erhöhtes Arbeitsaufkommen nicht durch eine Überziehung des Budgets oder der Personalvorgaben abfedern kann, bleibt nur, dieses im Rahmen der bestehenden Aufgaben effektiver abzuarbeiten. Und da es auch schon in anderen Bereichen der Wertschöpfungskette erfolgreich war, gilt Automatisierung als erprobtes Mittel. Anders als bei der Aufrechterhaltung des IT Betriebes, bei dem mittlerweile bei einer Verfügbarkeit nahe 100 Prozent angekommen sind, gibt es beim eigenen IT-Management noch ein ungeheures Optimierungspotential.

So können durch eine Automatisierung der Governance- und Planungsprozesse mit Hilfe moderner IT-Management Lösungen enorme Zeitpotentiale geschaffen werden, die dann wieder für die neuen oder zusätzlichen Aufgaben eingesetzt werden können. Ein anderes Feld ist das interne Informationsmanagement. Wie viele falsche Entscheidungen werden im IT-Management getroffen, weil die grundlegenden Informationen falsch oder veraltet waren. Der neue Bericht von Nucleus Research bestätigt, dass das durchschnittliche Unternehmen IT-relevante Entscheidungen auf Grundlagen von Daten trifft, die mindestens 14 Monate alt und im Durchschnitt nur zu 55 Prozent exakt sind. Durch eine Automatisierung der Prozesse des strategischen Informationsmanagements in der IT lässt sich eine enorm gesteigerte Qualität der entscheidungsrelevanten Daten erreichen – und dadurch auch eine dramatisch gesteigerte Effektivität der eingesetzten Ressourcen Geld und Zeit.

Diese Beispiele ließen sich durch die gesamte Kette der Unternehmens-IT beliebig fortsetzen: IT-Planungsprozesse, Akquisition neuer Technologien oder IT-Architektur. Durch mehr Automatisierung sinkt die Zeit, die für die operativen Dinge in der IT eingesetzt werden muss, massiv. Der CIO kann sich mit seinem Team um wirklich zukunftsentscheidende Dinge kümmern und darüber hinaus spart er dem Unternehmen Geld. Wobei: Eines muss ihm dann auch klar sein, das Argument “Ich habe doch keine Zeit”, das zieht dann wirklich nicht mehr.