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Dienstag, 16. März 2010 | 15:39 Uhr
CIO
Business-to-Business

ICQs Zeit bei AOL läuft ab

Sibylle Gassner
|
Dienstag, 9. Februar 2010, 10:39 Uhr

Für AOL rückt der Verkauf des Instant-Messaging-Dienstes ICQ offenbar in greifbare Nähe. Nach Angaben des Branchen-Blogs AllThingsDigital liegen dem Internetkonzern sieben Kaufangebote vor, darunter vier ernstzunehmende Offerten. Die Interessenten sollen für ICQ knapp unter 200 Millionen Dollar bieten, eines der Gebote liege darüber, heißt es.

Eine AOL-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Bereits im November hatte Wall-Street-Journal-Bloggerin Kara Swisher berichtet, dass sich AOL von ICQ trennen möchte. Der Verkauf sei Teil von AOLs Strategie, sich künftig verstärkt auf Inhalte und das Werbegeschäft zu konzentrieren.

Wer ICQ kaufen könnte, darüber wird derzeit viel spekuliert. Bei den vier aussichtsreichsten Kaufinteressenten handle es sich um eine "U.N. von Käufern" zitiert AllThingsDigital eine nicht näher genannte Quelle. Übersetzt heißt das wohl, dass die potentiellen Käufer nicht aus den USA kommen.

Möglicher Grund: ICQ hat derzeit zwischen 40 und 50 Millionen Nutzer weltweit. Am stärksten ist der Dienst außerhalb der USA, vor allem in Deutschland, Russland, Osteuropa und Israel. Branchenbeobachter sagen deshalb unter anderem dem russischen Investmentfonds Digital Sky Technologies ein verstärktes Interesse an dem IM-Service nach.

Bei all den Spekulationen steht eines so gut wie fest: AOL wird für ICQ voraussichtlich deutlich weniger bekommen, als es für den Dienst 1998 gezahlt hatte, nämlich 287 Millionen Dollar. Seitdem hat die Konkurrenz – unter anderem von Microsoft, Google und Yahoo – stark aufgeholt, dementsprechend sank die Popularität von ICQ. In Deutschland hat der Dienst nach aktuellen Zahlen von comScore aktuell 12,6 Millionen Nutzer.

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