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Montag, 6. September 2010 | 03:17 Uhr
CIO
Business-to-Business

IT-Services-Preise bleiben unter Druck

Lutz Poessneck
|
Mittwoch, 23. Juni 2010, 11:15 Uhr

Nach einer Studie von Berlecon Research und Pierre Audoin Consultants (PAC) verzeichnete der überwiegende Teil der deutschen IT-Dienstleister im Jahr 2009 deutliche Rückgänge bei Umsätzen und Erträgen. Insbesondere das Projektgeschäft litt unter der Kürzung der IT-Ausgaben in vielen Anwenderunternehmen, ein weiterer Rückgang der Preise auf allen Stufen der IT-Services-Wertschöpfung war die Folge.

Für die aktuelle Preisanalyse IT Services 2010 haben PAC und Berlecon nach eigenen Angaben insgesamt 112 Marktakteure zu Stand und Entwicklung der Tagessätze im Projektgeschäft mit IT-Services befragt. Es wurden konkrete Preisdaten für acht Tätigkeiten und je drei Erfahrungsstufen (Junior, Expert, Senior) ausgewertet. Weitere Themen der Studie sind die Ausgaben- und Geschäftsentwicklung im IT-Services-Umfeld, die Relevanz verschiedener Sourcing-Trends sowie der Einfluss spezifischer Leistungs- und Projektmerkmale auf die Preisbildung.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich im Jahr 2009 demnach spürbar auf das Geschäft der IT-Dienstleister aus. Mehr als drei Viertel der befragten IT-Services-Anbieter verzeichneten Umsatzrückgänge. Im Projektgeschäft, das besonders stark von der wirtschaftlichen Talfahrt betroffen war, sind die Umsätze bei jedem zweiten Anbieter um mehr als fünf Prozent eingebrochen. Folgerichtig fielen in dem ohnehin aggressiven Marktumfeld die Preise. Im Saldo mussten die Anbieter auf allen Stufen der Wertschöpfung – von der Beratung über die Entwicklung bis hin zu Schulung und Administration – rückläufige Tagessätze hinnehmen.

Für die Geschäftsentwicklung 2010/2011 hoffen die Dienstleister auf eine Trendwende, insbesondere bei der Ausgabenentwicklung im Projektgeschäft. Einen Dämpfer erhalten diese Erwartungen allerdings durch die Einschätzung der Anwenderunternehmen. Speziell größere IT-Anwender (ab 500 Mitarbeiter in Deutschland) – die auch den Großteil des Marktvolumens repräsentieren – reagierten deutlich stärker und länger anhaltend auf die wirtschaftliche Talfahrt und teilen nicht die optimistischen Erwartungen der IT-Dienstleister. Stattdessen rechnen sie mehrheitlich mit stagnierenden IT-Services-Ausgaben und weiter fallenden Preisen.

Die Analysten von Berlecon und PAC erwarten für die nächsten Monate weiter anhaltenden Preisdruck. Dr. Andreas Stiehler, Director Research bei Berlecon: "Viele Firmen haben die Krise zum Anlass genommen, die Beschaffung von IT-Services zu professionalisieren und so die Preise zu drücken. So zeigen die Befragungsergebnisse eine Verlagerung der IT-Services-Ausgaben hin zu strategischen IT-Dienstleistern." Tobias Ortwein, Vice President PAC Deutschland, sagt: "Allein durch den Konsolidierungsprozess wird der Preiswettbewerb der IT-Services-Lieferanten angefacht. Hinzu kommt, dass für die Positionierung als 'Preferred Supplier' in der Regel spürbare Preisnachlässe eingefordert werden."

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