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Freitag, 12. März 2010 | 23:53 Uhr
Harry Breuer schrieb am 19. Februar 2008 um 13:46
Tageszeitung wird nie verdrängt
Die Tageszeitung wird meiner Meinung nach nie und nimmer aussterben. Dazu lieben es die Deutschen viel zu sehr, etwas materielles in den Händen zu halten. Zumal auch bewiesen ist, dass Lesen am Computer viel anstrengender ist als das Lesen in einer Tageszeitung.Und wo bleiben denn dann die gemütlichen Zeitungslesen-Vormittage am Sonntag.

viele Grüße
Holger Fuchs schrieb am 21. Februar 2008 um 08:39
Tagesaktuell oder Schnee von Gestern!!
In der Tageszeitung steht nur das was gestern interessant war. Durch die elektronischen Medien, Internet, Radio, TV usw. haben wir bereits alles erfahren was Heute in der Tageszeitung steht.
Für regionale Informationen reichen die Wochenblätter vollkommen aus. Als intellektuellen Lesestoff reicht zumindest mir eine Wochenendausgabe der großen Tageszeitungen. Viele Grüße H. Fuchs
Thomas Wingenfeld schrieb am 22. Februar 2008 um 11:05
Erosion der Intensivleserschaft
Das Problem für die Zeitungen ist die Erosion ihrer Intensivleserschaft und damit der Wegfall der Refinanzierungsmöglichkeiten.

In der Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft" ist hierzu eine interessante Studie erschienen:
http://www.m-und-k.info/MuK/hefte/Aufsatz_07_04.pdf
(Wer das nicht gerne am Bildschirm liest, kann es ja ausdrucken - trotzdem wurde der Inhalt elektronisch ausgeliefert, soviel zum Argument von Harry Breuer)

Die Zeitreihenanalyse bestätigt m. E. die Ergebnisse der "Potenziale für Online-Dienste" aus dem Jahr 1996 (Erhebung der Daten war v.a. 1995). Damals wurde bereits die Frage an Online-Nutzer gestellt (es gab davon 500.000 in Deutschland), was sich denn in ihrem Medien-Verhalten / Freizeit-Verhalten geändert hat, seitdem sie das Internet nutzen. Den klassischen Medienkonsum hatten vor allem die Leser von Nachrichtenmagazinen und Zeitungen eingeschränkt.

Nachdem diese Frage einige Jahre in einer Studie enthalten war, "verschwand" sie Ende der Neunziger Jahre, gerade rechtzeitig, um dem Mythos "Crossmedia" Platz zu machen, der schließlich noch um eine angebliche "Konvergenz" ergänzt wurde.

Die Zeitreihenanalyse belegt, "dass Nutzer, die zunächst Nachrichten aus beiden Medien konsumieren, sich zunehmend für eine Richtung, nämlich Online, entscheiden."

Für den demographischen Wandel spricht auch, "die Intensivnutzer von Nachrichtensites stammen überwiegend aus der Altersgruppe um 38 Jahre (im hier gewählten Intervallzuschnitt bei den 35- bis 44-Jährigen), die der intensiven Printleser liegen überwiegend darüber mit dem stärksten Beitrag aus dem Segment der 55- bis 64-Jährigen."

Man könnte auch so formulieren: Menschen mitten im Leben bevorzugen das Internet als Nachrichtenquelle, Menschen in der letzten Phase der Berufstätigkeit bzw. im Ruhestand nutzen (noch) intensiv ihre gewohnte Tageszeitung.

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