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Freitag, 12. März 2010 | 16:03 Uhr
Michael schrieb am 26. April 2008 um 11:37
Der Mangel an sozialer Verantwortung
Fachkräfte sind weder zu alt noch zu teuer. Ebenso wenig existiert ein sogenannter Fachkräftemangel, den uns die Vertreter der neoliberalistischen Glaubenslehre immer wieder weismachen wollen. Erstens greifen immer mehr Unternehmen auf hochqualifizierte Leiharbeiter zurück, zweitens werden hochqualifizierte Fachkräfte als Ein-Euro-Jobber eingesetzt und drittens erhält ein hochqualifizierter Freiberufler nicht einmal das Minimum dessen, was ihm de facto als Honorar zusteht.
Meuser, Hans schrieb am 28. April 2008 um 07:50
Zu alt, zu teuer – erfahrene Fachkräfte kaum nachgefragt
Stimme den Aussagen der Betroffenen voll zu. Das Handeln der Firmen sind völlig im Gegensatz zu den Aussagen die von den Personalchefs im Artikel getroffen wurden. Auch bei uns ist der Wunsch der Verantwortlichen im Personalwesen völlig unrealistisch. Mitarbeiter die jung und mit dem Gehalt eines Anfängers, aber bitte sie müssen die Erfahrung und Stressbelastbarkeit eines älteren Mitarbeiters haben. Außerdem soll er extrem belastbar sein damit er die Arbeit von zwei Mitarbeitern machen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Hans Meuser
Udo Seidel schrieb am 28. April 2008 um 08:43
Zu alt, zu teuer
Meine Erfahrung nach etwa einem Jahr Jobsuche als Ingenieur: Es gibt einen Mangel an guten Ingenieuren, die mit einem Facharbeitergehalt leben können. Daher rührt auch das allgemeine Interesse an Indern. Die sind nämlich noch billiger.
Alle, die von Fachkräftemangel sprechen sollten den Selbstversuch wagen und ein paar Bewerbungen versenden.
Rüdiger schrieb am 28. April 2008 um 08:57
Erfahrene Fachkräfte kaum nachgefragt - Dipl. Ing. !? - AGG
Fachkräftemangel hin oder her, wenn nur Dipl. Ing. gesucht werden, obwohl wie bei meiner Wenigkeit der Fortbildungs- Weiterbildungsgrad eines Dipl. entspricht, braucht man sich nicht mehr wundern, wenn Firmen erfahrene IT-Fachkräfte suche und diese als Mangelware betitulieren.
Des Weiteren gibt es die Untugend der Firmen, bei Absagen nach einem Vorstellungsgespräch aber auch ohne diesen, zu sehen das immer wieder das AGG (http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz) als Vorwand genommen wird, so dass der / die Personaler sich der Verantwortung gegenüber dem Bewerber entziehen und diesen Bewerber ohne jegwelcher Info „warum wieso weshalb“ er nicht geeignet wäre im Regen stehen lässt.
Tolles Gesetz wieder einmal pro Arbeitgeber.
Mit freundlichen Grüßen
Rüdiger
rt schrieb am 28. April 2008 um 10:21
Das Problem ist real
Ich bin Geschäftsführer eines kleinen Software- und Beratungshauses. Hochspezialisiert wie alle kleinen, denn nur als Bester in einer Nische kann ein kleines Unternehmen erfolgreich sein.

Unser Wunsch: Erfahrene Mitarbeiter, die in Entwicklung aber auch in der Beratung einsetzbar sind. Einen Studienabsolventen oder einen "Leih-Inder" (Verzeihung für den politisch unkorrekten Ausdruck) als Berater einzusetzen verbietet sich.

Unser Problem: Wer mal als IT-Berater eingesetzt war liegt im Gehalt in utopischen Regionen. Er ist auch weiterhin nur als Berater im Volleinsatz zu verwenden, weil sonst seine Produktivität das Gehalt nicht zahlt. Und Gehaltsreduktionen auf Normalmass schaffen nur wenige. Ich rede hier von der Differenz zwischen 180k und 80k.

Den Gegensatz dazu stellt die Birkenstock-Fraktion. Hier lerne ich, dass man keine Lust habe, 2mal pro Woche zu einem Kunden zu fahren. Da komme man einfach zu spät nach Hause für Garten, Gesangverein oder Volleyball.

Unser aller Problem: Niemand kann mehr offenen und ehrlichen Umgang pflegen. Das AGG ist tatsächlich eine Keule. Sie behindert sämtliche normaldenkenden auf AG und AN Seite und sie öffnet Querulanten Tür und Tor. Denn warum sollte ich einem Menschen sagen, das sein Auftreten in einem Bewerbungsgespräch unvorteilhaft war, wenn ich damit rechnen muss, dass er sich anschliessend mit mir darüber vor Gericht unterhalten will. (Konkreter Fall: Mensch erklärt mir, dass er die letzten drei Stellen verlassen hat, weil er überqualifiziert sei und seine AG keine Ahnung von Software-Design hatten.)

Oder ich bekomme einen Spezialisten vorgesetzt, der seit 10 Jahren hochspezialisiert auf 3 Tabellen in SAP herumprogrammiert und darauf auch noch stolz ist. Ich brauche aber Menschen, die die Probleme des Kunden verstehen, Anwendungsprobleme verstehen, Lösungen finden - auch wenn dazu Tabelle 4 erforderlich ist.

Und da sind dann die jungen Uniabsolventen der einfache Ausweg.
RG schrieb am 28. April 2008 um 11:46
Selbstverschuldet
Seit dem Ende des Internet-Hyp 2001 hatte die Bitkom genug Zeit sich Spezialisten auszubilden und zu werben (für ein Studium, etc.). Sie haben aber keine haben wollen und immer nur die Kosten reduziert. Nun stehen die Herren vor ihrem eigenen Verschulden und schreien mal wieder nach dem Staat, der sich darum kümmern soll. Typisch. Geld verdienen wollen aber nichts dafür tun oder ausgeben.

Das Problem war doch schon vor 3-4 Jahren abzusehen. Ach, da ging es ja allen so schlecht. Problem zu spät erkannt. Typisch. Evtl. sollten die Manager mal durch indische Manager ersetzt werden?

Wo sollen denn die Spezialisten herkommen, wenn in Indien entwickelt wird? Ich habe das Gejammere satt. Die IT/Bitkom sollte mal die Füße in die Hände nehmen und sich um ihre IT-Personal selbst kümmern.

Sicherlich habe ich jetzt etwas pauschalisiert, aber im Kern sehe ich es so.

Seit 2001 bin ich Freiberufler. Wieso? Weil es einen Markt dafür gibt. Die Unternhmen möchte doch nicht so viel Personal haben. Dann lieber mal punktuell für ein Projekt einen Sklaven vom Markt für wenig Geld holen. Die Freiberufler müssen ja nicht wie eine Firma bezahlt werden. Haben nicht so viele Kosten!? Stimmt aber nicht.

Es ist richtig schön, nun wieder vernünftige Tagessätze zu bekommen und die Bitkom für ihr kurzsichtiges und personalreduzierendes Verhalten zur Kassse zu bitten.

Selber Schuld. Kein Mitleid.

Wie ist es so schön im Kapitalismus: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Sobald es wieder der IT schlecht geht, wird das Personal reduziert und nach Indien, Russland oder sonst wohin geoutsourcet.

Und bezüglich Allrounder: nicht alle Menschen haben die Fähigkeit alles zu können: Programmierer, Verkäufer, Heimatloser, Retoriker und Vater von 10 Kindern zu sein.

Ich bin für indiviuelle intelligente Lösungen, die mit den Menschen erarbeitet werden. Fangt mal damit an.

Vielen Dank.
Flora Nedwil schrieb am 28. April 2008 um 12:08
Die Krokodilstränen potentieller Arbeitgeber
Es geht nur um die Rendite! Irgendwelche soziale Verantwortung spreche ich fast allen Unternehmern in diesem Land der sozialen Marktwirtschaft einfach ab.
Dass ältere Mitarbeiter keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, ist primär eine Gehaltsfrage, dannn kommt natürlich hinzu, daß sie unbequem sind, weil sie im allgemeinen denken können und manches hinterfragen. Und nichts fürchten selbstherrliche Führungskräfte mehr, als leise Zweifel an ihrer Kompetenz. Da nimmt man lieber einen Inder, die sind ja so kreativ (waren sie mal in Indien?).
Aber nicht nur die Ältern haben Probleme, auch junge Studienabgänger werden bei der Einstellung zunächst einmal gnadenlos im Preis gedrückt, so daß es eine Schande ist. Ein Job auf Zeit ist das Einzige, was der Anfänger bekommen kann. Vielleicht kann man ja in zwei Jahren einen billigen Chinesen einstellen (der die deutsche Firma dann ausspioniert und auf diese Weise sein Gehalt aufbessert).
Lesen sie mal die Greenspan Autobiographie, dann wissen sie, warum das alles so sein muß.
Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht, und dann haben wie alle was davon.
Glück auf!
ceo schrieb am 28. April 2008 um 12:42
CEO
Unsere IT, und auch in fast allen anderen Branchen ist es so,
wird seit zig Jahren von erfahrenen und in der Regel gut verdienenden Mitarbeiter/innen "befreit".
Jetzt das Gejammer der Industrie von angeblich fehlenden Fachkräften zu hören ist sowohl falsch als auch unlauter.
Es gibt genügend Fachkräfte in Deutschland. Genau die, die angeblich so händeringend gesucht werden. Man muss sie nur einstellen, der Markt ist voller arbeitsuchender hochqualifizierter 1 Eurojobber und Hartz4ler, aber laut Statistik sind das ja keine Arbeitsuchenden. Welch eine Verhöhnung der Menschen und welch ein Selbstbetrug der Agentur für Arbeit und des Sozial- und Arbeitsministers.
Noch eins: gebt den Arbeitssuchenden endlich das Gehalt, das Ihr euch selber gebt.
Dann funktioniert der Binnenmarkt eventuell wieder, und nach einer finanziellen Erholungsphase der Eingestellten wird auch wieder konsumiert und alle verdienen daran.
Und genau das wollen doch alle in Deutschland, oder nicht?
Die öffentlich Sklaverei der Leiharbeitsfirmen gehört in der bestehenden Form abgeschafft. Die Damen und Herren der Politik , die dieses Verbrechen zugelassen haben, gehören zumindest aus ihrer Partei entlassen und sollten regresspflichtig für den angerichteten Schaden bei jedem einzelnen und bei dem vernichtetem Volksvermögen herangezogen werden.
Es grüßt ein erfahrener und engagierter Manager i.R..
Normverbraucher schrieb am 28. April 2008 um 13:34
Fachkräftemangel ....
.. ich finde die Diskussion mittlerweile schon ein wenig pervers.

Ich selber bin um die 40 Jahre, stehe seit über 24 Jahren im Berufsleben davon die letzten ca. 10 Jahre in Bereich der IT.
Als dipl. Betriebswirt und Spezialist für Infrastrukturlösungen habe ich die letzten Jahre kontinuierlich weniger verdient und stehe kurz davor arbeitslos zu sein. Warum fragt Ihr, das würde den Rahmen sprengen.

Meine subjektive Meinung zu Thema Fachkräftemangel.

Wer hochintelligenten Äußerungen wie von Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände („Wir brauchen mehr Arbeitnehmer aus dem Ausland“) mit den Anforderungen aus Stellenanzeigen (verhandlungssicheres Englisch in Wort und Schrift, Studium ist ja heute Standard) vergleicht, kommt schnell zu dem Schluß, das hier einiges im Argen liegt.

Solange Unternehmen kurzfristig Ziele verfolgen (Quartalsdenken) und versuchen am Aktienmarkt (oder gegenüber Investoren in anderer Form)zu glänzen wie ein Stern vor einer Supernova um den Analysten, Aktionären und Investoren wohlgesonnen zu sein, brauchen wir über Humanität, soziale Verantwortung Fachkräftemangel usw. nicht zu sprechen.

Bestes Beispiel aus den letzten Tagen: Microsoft Gewinn gesteigert, Analysten enttäuscht, Aktienkurs fällt.

Um hier den aufschreienden Betriebswirten und Aktionären gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, ich bin kein Robin Hood der Neuzeit, ein Unternehmer/Unternehmen soll verdienen keine Frage schließlich sind Arbeitgeber keine Wohltätigkeitsverein.

Da jedoch heute in den meisten so genannten Führungspositionen profilierungssüchtige Quartalsdenker Ihr Unwesen treiben und bei Misserfolg (Neudeutsch bedeutet das: Zielerreichung nur 98% anstatt 120% und das trotz strategischer Umstrukturierung des Unternehmens und Übergabe von qualifiziertem Personal an den Markt)
in den nächsten weichen, warmen Ledersessel fallen um nach dem gleichen Muster zu verfahren, wird sich an der gegenwärtigen Situation nichts ändern.

Einige familiengeführte Unternehmen zeigen jedoch, das auch andere Strategien erfolgreich und gewinnbringend sind.

Auch hier werden grundsätzlich die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens in den Vordergrund gestellt, jedoch plant und handelt man vorausschauender, langfristiger. Hier wird erkannt, das die Kombination aus Legislative und Exekutive nur im Team LANGFRISTIG erfolgreich ist.

Und hier kommen wir zum Thema Fachkräfte zurück. Nur wenn die Unternehmensspitze das Potential des Personals erkennt, es Entwickelt und entsprechend dem Unternehmensziel optimal einsetzt, wird langfristig Erfolg haben. Und hier ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.. wer jetzt noch einen Schritt weitergehen möchte beteiligt seine Mitarbeiter am Erfolg.

Raus aus den Träumen zurück zur Realität.

Wenn Unternehmen weiterhin Ihre exorbitanten Profite an fordernde, größenwahnsinnige, bezugslose und realitätsfremde Investoren vermachen und sich somit sich in ein immer größere Abhängigkeit begeben, wird der Arbeitnehmer derjenige sein, der durch seinen Verzicht, das Kapital der Mächtigen vermehrt.

Wer jetzt meint, ich sei völlig durchgeknallt, der schaue sich von den führenden Unternehmen (Global)die Entwicklung am Aktienmarkt an, den Ebit, die Personalentwicklung und betrachte dann die stetigen Preisverfall und die Teuerungsraten am Markt.

So nun noch viel Spaß bei der endlosen Diskussion..
LP schrieb am 28. April 2008 um 13:43
Passgenauigkeit des Profils
Ich bin der Auffassung, dass derzeit der Fachkräftemangel weniger ein Problem des faktischen Mangels an vorhandener Kompetenz ist, sondern dieser vielmehr an mangelnder unternehmerischer Flexibilität liegt, sich mit den Individuen der potenziellen Bewerbern bzw. Freelancer auseinander setzen zu wollen.
Als Freelancer z.B. ist man angewiesen, lebenslanges Lernen zu praktizieren und sich branchenübergreifend auszurichten.

Man stelle sich vor, dass ich mich vor einiger Zeit auf eine sehr reizvolle Stelle hin beworben habe, die meinen inzwischen 10-jährigen Kernskills voll entsprachen; hinzu kamen meine über 30-jährigen Erfahrungen im Projektmanagement aus meiner Herkunftsbranche hinzu. Meine aktuellen Skills und Referenzen standen in der Bewerbung umgekehrt chronologisch, also ganz vorne.

Antwort auf meine Bewerbung auf meinen Anruf hin: "wir suchen keine Landschaftsarchitekten" ... Das war schon sehr erschütternd ernüchternd und leider sehr bezeichnend und spricht endlose Bände um die leider weitgehend mangelnde Flexiblität von "Unternehmen".

Ist es denn nicht so, dass ein breites, branchenübergreifendes Wissen gerade für die Bereiche Qualitätsmanagement und Projektmanagement nicht nur sinnvoll, sondern absolut unumgänglich ist, um einer "Betriebsblindheit" vorzubeugen?
Gibt es denn in Unternehmen nicht mehr die Probezeit, in der sich alle Beteiligten aufeinander einstellen und auch bewähren können, von der Erfahrung im Umgang mit unternehmensspezifischen Besonderheiten ja ganz zu schweigen?

Im Rahmen meiner überwiegend innovativen Projekte, die ich seit vielen Jahren betreibe, ziehe ich das eindeutige Fazit, dass Veränderung in Deutschland gleichbedeutend ist mit fehlendem Interesse, sich neuen Herausforderungen zu stellen - im persönlichen Verhalten auch zum großen Teil aber insbesondere in Wirtschaft, Industrie und Politik.

Dies wird sich zum entscheidende Faktor in Richtung Standortnachteil Deutschland herauskristallisieren, sollte diese selbstgerechte und selbstzufriedene Selbstwahrnehmung nicht dramatisch verändern.
Henry schrieb am 28. April 2008 um 13:50
Ein Mangel an Fachkräften besteht!
Ich selbst bin Geschäftsführer einer Unternehmung die sich auf den Bereich der IT Infrastruktur konzentriert. Neue Mitarbeiter für unser Unternehmen zu gewinnen war schon immer schwierig und die Situation hat sich in den letzten Jahren eher verschlechtert.
Wir bieten einiges, aber auf der anderen Seite verlangen wir einiges. Das Wichtigste ist, das wir Mitarbeiter finden die wirkliche Spezialisten sind. Oftmals haben wir Bewerbungen von Quereinsteigern, die in ihrer alten Arbeitsstelle der IT Abteilung zugeschlagen wurden, weil Sie die Einäugigen unter den Blinden waren. Ich meine damit, es sind keine studierten Informatiker oder Personen die das Thema Informatik nicht in der Ausbildung hatten.
Ihr Job war in der alten Firma durch Daily Business Aufgaben geprägt, die sich von Tonerwechsel, Datenbandwechsel und neue PC aufstellen erstreckte. Bei schwierigeren Aufgaben, wie z.B. Pakete für SMS packen, Installationen von neuen Servern mit neuen Applikationen wurde auf Fremdfirmen und entsprechende Spezialisten zurückgegriffen.
Diese Personen haben eine Historie von mehreren Jahren sind aber als IT Spezialisten für ein Systemhaus nicht einsetzbar. Die Gehaltsvorstellungen, die sich über die Jahre in Firmen in der IG Metall oder IG Chemie die Tarife bestimmen aufgebaut haben, sind nicht realisierbar da beim Kunden nicht zu platzieren.
Die alte Firma hat ja diesen Druck der zu hohen Gehälter gespürt und genau diese Themen outgesourct und somit diese Mitarbeiter freigesetzt.
Wir sind dazu übergegangen Studenten von der Uni oder FH bei uns als Werkstudenten oder Aushilfen anzustellen und die über diese Tätigkeiten an die Aufgaben heranzuführen und kennenzulernen. Es ist ohne Frage mit Belastungen des eigenen Personals verbunden, aber jeder neue Mitarbeiter den wir über diese Art und Weise gewonnen haben hat sich als Bereicherung erwiesen.
Übrigens, wir beschäftigen Mitarbeiter die 50 Jahre und älter sind! Wir lieben die Mischung von erfahren und jung dynamisch. Wir haben auch Quereinsteiger die nicht Informatik studiert haben. Wir bilden uns unsere Meinung von Fall zu Fall.
Der Mangel an Fachkräften hat viele Facetten und kann lange diskutiert werden. Das Gehalt ist manchmal ein Problem bei Neueinstellungen, aber wir haben eher das Gefühl das Qualifikation im Verhältnis zum Gehalt das eigentliche Problem darstellt.
Winfried schrieb am 28. April 2008 um 19:43
Zu alt, zu teuer
Da kommen doch einem die Tränen. Die armen Softwarefirmen. Suchen und finden nicht. Und die, die sie finden, dind dann auch noch viel zu teuer.
Solche Jammerlappen!! und Warmduscher!!
Fakt ist doch, daß heute - und nicht nur im IT-Bereich - gelernte und studierte Spezialisten gesucht werden, aber nach dem allgemeinen Trend der Unternehmer, möglichst "sozialverträglich", sprich mit Staatsunterstützung bezahlt werden sollen. Und wenn dann von Preisen, die beim Kunden nicht mehr durchsetzbar, geredet wird, da muß ich sagen, Tagessätze von 900 Euro und mehr sind ja auch eine absolute Unverschämtheit.
Oder nennt man das Gewinnmaximierung? Denn die eigenen Leute kriegen davon mal nur einen Bruchteil. Aber, der nächste Porsche muß ja bezahlt werden.
Was gebraucht wird? Eine Interessenvertetung der ITler, sprich Gewerkschaft, die ihrem Namen auch gerecht wird.
Sonst sind wir demnächst von Indern umgeben, die für ne Tasse Reis alles machen.
Nur, amit sägen wir noch schneller am eigenen Ast, als wir das eh schon machen.
melmak69 schrieb am 29. April 2008 um 06:05
Nur Studierende werden genommen
Hallo,
da lese ich es ja wieder! Nur Studierende werden gesucht.
Ich selber schimpfe mich einfach mal Fachkraft im IT-Markt. Habe keine hohen Gehaltsvorstellungen und bin immer wieder bereit dazu zu lernen. Bis auf den Wohnort bin ich Flexibel und Arbeite mich sorgfältig sogar in neue Bereiche ein. Mein derzeitiger Job verlangt 110% genauigkeit, welche ich auch gebe.
Quereinsteiger bedeutet ja nicht, das man weniger Qualifiziert ist. Ich habe die Umschulungen später gemacht, damit ich endlich ein Papier meiner Qualifikationen in der Hand hatte. Aber leider kann ich mir damit höchstens mein Zimmer Tapezieren.
Wie meien Vorredner schon sagten, es wird ein Stereotyp gesucht und das Individuum bleibt auf der Strecke.
Eines hat meine Fortbildung aber doch erreicht. Mein Absagen wurden Qualifizierter.
Leider kann man aber beim bloßen Anschreiben nicht reinschreiben, das man schon vor über 30 Jahren das Programieren im Kaufhaus gelernt hat. (Damals standen die Kisten halt nicht bei jedem zu hause). Oder das man den Vater zur Arbeit begleitet hat und an den über 100.000,- DM Teuren PC´s gesessen hat. Wie kann ich in einer Bewerbung Schreiben, das ich eine affinität zu Elektrischen Geräten habe. Das ich sehr Selten eine Bedienungsanleitung gebraucht habe im Leben, da ich die Programierer und Ingenieure verstanden habe.
Ich ein Psychologishces Gutachten habe, in dem gesagt wird das meine Denkweise zu über 100% für Porgramierberufe geignet sind.
Alles das kann man nicht in eine Bewerbung schrieben. Da stehen ja "nur" daten drin.
In Deutschland zählt halt nicht was man kann, sondern was auf dem Papier steht das man es kann. (Das war der Grund für meine Fortbildungen zum IT-Systemelektroniker sowie MCSE-Security für W2k3)
Naja, bleibe ich halt im Einkauf des Betriebes hängen wo ich gerade beschäftigt bin. Übrigens auch ein Beweis für meine Flexibilität: Dort mache ich eine Kaufmännischen Job obwohl ich nie etwas Kaufmänisches gelernt habe.

Aber erzählt bitte nichts vom Fachkräftemangel. Der Existiert nur in den Köpfen der Manager, welche selber nicht Flexibel sind und nicht das Individuum sehen. Denn nicht alle IT´ler müssen unbedingt 180k verdienen. (OK, schön wäre es, aber nicht am Anfang)
Karl Meissner schrieb am 29. April 2008 um 09:51
Dipl-Informatiker
Geiz ist geil!

zu alt, zu teuer - dann lieber einen jungen Absolventen, Basiskenntnisse vermitteln und dann ins kalte Wasser schmeissen. Die Zeche zahlt der Kunde!

Fachkräftemangel - Ingenieursmangel - warum dann Studiengebühren? Warum nicht Förderprogramme zur Fort- und Weiterbildung, jobnah und in Abstimmung mit dem AG und reduzierter Bürokratie!

Warum kein ein Inder, Osteuropäer oder ??? studieren und eine Grad an Qualifikation erreichen, der ihn für den westeuropäischen Markt prädestiniert?

Gruss

KM
kl schrieb am 29. April 2008 um 10:11
Jammern, aber keine Angebote machen
Wenn ich mir das Gejammere der Unternehmer anhöre, kommt mir das Frühstück hoch.
Wenn rt schreibt, er bekommt keine Leute, wäre doch hier die Möglichkeit gleich das Angebot einzustellen. Klar habe ich mit über 50 und 35 Jahren Berufserfahrung einen gewissen Anspruch. Dafür biete ich aber auch Erfahrung - und zwar aus allen Bereichen der IT (SD, RZ, Mgmt, Beratung, Outosuring). Zugegeben, vielleicht kenne ich das Produkt xy, dessen Submodul abc mit des Ausprägung zzz nicht. Aber das eigne ich mit in kurzer Zeit auch an.
Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Verständnis, dass nur verteilt werden kann, was erarbeitet wurde. Und ich weis nicht welche Leute ihm angeboten wurden, wenn er von 180k vs. 80 k spricht. Da würde ich ihm recht geben, das hier Träumer am Werke sind. Die Realität der Gehälter kann man aber in diversen Studien nachlesen (z.B. ct). Da liegen die Einkommen in komplett anderen Regionen. Ich biete Hr. rt an mich direkt zu kontaktieren (Email in der Redaktion).

Weiters stelle ich fest, dass die gleichen Jobangebote 1) in den verschiedensten Jobbörsen erscheinen, und 2) identisch nach einiger Zeit wieder erscheinen. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die diversen Vermittler Ihre eigenen Datenbanken aufladen, um den Jobportalen nicht die Gebühren zahlen zu müssen, bzw. bei Kunden mit einem großen Angebot brillieren zu können. So gesehen sollten eigentlich immer die realen Arbeitgeber angegeben sein.

Ich habe es erlebt, dass Absagen auf Bewerbungen mit einem 100% Fit binnen 2 Stunden nach dem Absenden kommen. Da kann mir niemand sagen, er hätte meinen CV angesehen, geschweige denn geprüft.

ceo schrieb am 01. Mai 2008 um 13:03
Aus eigener Testerfahrung ein Beispiel
zur Bewerbung 50+:
Anzeige mit allen Skills und erforderlichen Angaben (ohne Altersangabe) im Internet und in Printmedien:
Resultat: über 850 positive Resonanzen, übereigeng gleich mit Gesprächseinladung.
Die im Wortlaut gleich Bewerbung in den Gleichem Medien diesmal mit einer Altersangabe von 54.
Resultat: 2 Lebensversicherungsangebote.
That´s real time.
Trotzdem: carpe diem
Es grüßt wie immer positiv und optimistisch
CEO i.R.
ceo schrieb am 01. Mai 2008 um 13:07
Aus eigener Testerfahrung ein Beispiel
zur Bewerbung 50+:
Anzeige mit allen Skills und erforderlichen Angaben (ohne Altersangabe) im Internet und in Printmedien:
Resultat: über 850 positive Resonanzen, überwiegend gleich mit Gesprächseinladung.
Die im Wortlaut gleiche Bewerbung in den gleichen Medien, diesmal mit einer Altersangabe von 54 Jahren.
Resultat: 2 Lebensversicherungsangebote.
That´s real time.
Trotzdem: carpe diem
Es grüßt wie immer positiv und optimistisch
CEO i.R.
w72 schrieb am 21. Juni 2008 um 18:45
Erfahren, billig und unterwürfig
Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass man bei erfahrenen
(=teuren) Kräften das Risiko eingeht, Geld zu verlieren. Wenn
die Person dann nämlich doch nicht passt, ist man schnell mal
10K los.
Besonders technische Fachkräfte lassen sich aber nicht so leicht
einschätzen, darum will man die zuerst billig haben damit man
dann auswählen kann.

Jene Fachkräfte, die sich in den 90ern eine goldene Nase verdient
haben werden aber so nicht geködert, denn die brauchen kein
Geld mehr. Neuzugänge müsste man ausbilden, was auch kostet.
Am billigsten ist dann, die zunehmende Arbeit auf die paar
Spezialisten zu schieben, die noch in der Firma sind. Was dann
passiert kann man sehen wenn man nach 'Renault' und 'Suizid'
Googelt.

Wenn man trotzdem auf dem Arbeitsmarkt landet, darf man sich
auf einiges gefasst machen, da wird nämlich schnell klar, dass
ein scharfer Wind weht.

Ob man den Job machen kann ist zuerst nicht wichtig, denn
meist werden erst die 'Soft Skills' getestet.
Dann muss man auch sehr sympathisch sein, ohne schleimig zu wirken. Und wehe man trägt weisse Socken, die sind ja nicht
modisch.
Auch sind alle Schranken gefallen. Der Umgangston ist zynisch
bis offen beleidigend, mehr Schauprozess als Stressinterview.
Kleines Beispiel gefällig ?

Originalton:
- Haben Sie im letzten Monat schon Jobinterviews gehabt ?
- Ja, aber ich habe nicht alle Anforderungen erfüllt
- Nun ja, aber den Müll von der Strasse brauchen wir ja auch
nicht

Dieselbe Firma wollte mich dann aber unbedingt haben.
Man war sogar verwundert, als ich mich dagegen entschied.
Schliesslich habe ich mich entschieden, in den Trümmern meines
ehemaligen Arbeitgebers (ein kleines Familienunternehnen)
weiterzumachen, und es scheint auch wieder zu laufen.
Wir sind jetzt nur noch 6 Leute von den 140 von früher und ich
sitze jetzt auch an den Wochendeden drin. Wenn ich aber an die
Alternativen denke, ist mir das hier noch immer lieber, nicht wegen des Geldes sondern wegen dem bisschen Menschenwürde die
man mir lässt.

Fazit:
Dass es einen Fachkräftemangel gibt halte ich für eine Lüge.
Die Wahrheit ist, man sucht Leute mit hoher Fachkompetenz,
denen man einreden kann sie wären 'Müll' und müssten mit dem
gebotenen Hungerlohn zufrieden sein.
Das ist der Grund für den scharfen Ton bei Job-Interviews
und das ist auch der Grund für ein gestörtes Verhältnis der
Arbeitnehmer zu den Unternehmen. Man identifiziert sich halt
ungern mit Leuten für die man nur 'Müll' ist. Die deutsche
Industrie kriegt nur das, was sie verdient. Leider müssen wir
alle darunter leiden.

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