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Freitag, 19. März 2010 | 02:04 Uhr
CIO
Strategie & Management

Icahn will Kontrolle über Yahoo-Direktorium

Martin Schindler
|
Donnerstag, 15. Mai 2008, 13:53 Uhr

Carl Icahn, Milliardär und umtriebiger Investor bei BEA, Motorola und Yahoo, will offenbar seine eigenen Getreuen im Yahoo-Direktorium unterbringen. So soll der Internet-Konzern doch noch zu einer Veräußerung an Microsoft gezwungen werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Laut den Berichten, gehe es mehr oder weniger um eine komplette Neubesetzung des Gremiums. Der Milliardär sei fest entschlossen, eine eigene Liste mit Kandidaten durchzusetzen. Mindestens zwölf eigene Vorschläge will er angeblich aufbringen.

Er stützt seine Forderung auf ein großes Aktienpaket, das er in den vergangenen Wochen für eine Milliardensumme aufkaufte und das etwa 3,5 Prozent des Unternehmens entspricht. Die Nominierung der Direktoriumsmitglieder endet diese Woche. Insgesamt sind zehn Posten im Direktorium zu besetzen. Über diese Personalie wird am 3. Juli auf der Hauptversammlung von Yahoo entschieden. Unklar ist zum Zeitpunkt jedoch, ob das gesamte Direktorium ausgetauscht werden soll, oder ob nur einige personelle Änderungen vorgenommen werden.

Mit der nötigen Mehrheit im Direktorium könnte Icahn viel Druck auf den Yahoo-Chef Jerry Yang ausüben. So könnte er ihn drängen, doch noch auf das Übernahmeangebot von Microsoft einzugehen, oder er könnte Yang auch einfach aus seinem Amt drängen.

Ähnlich ist Icahn auch bei Unternehmen wie Motorola oder BEA vorgegangen, das schließlich doch noch an Oracle verkauft wurde. Laut Berichten habe Icahn jedoch mit allen Kandidaten Kontakt aufgenommen, die von Microsoft im Rahmen des Übernahmeangebotes aufgestellt wurden.

Icahn sei von Großaktionären zu dem Schritt gezwungen worden, so das Wall Street Journal. Er wisse jedoch nicht, ob Microsoft das Übernahmeangebot erneuern würde. Denn Microsoft-Manager hatten nach dem Scheitern der Verhandlungen erklärt, kein Interesse mehr an dem Internet-Portal zu haben. Yahoo hatte deutlich mehr gefordert, als die von Microsoft gebotenen 47,5 Milliarden Dollar.

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