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Wirtschaft

In amerikanischen Wahlcomputern spukt es

silicon.de
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Donnerstag, 5. Februar 2004, 15:11 Uhr

Amerikanische Wahlcomputer lassen ein Wahl-Fiasko erwarten.

Amerikanische Wahlcomputer lassen ein Wahl-Fiasko erwarten. Die nagelneuen Wahlgeräte 'AVC' weisen technische Pannen auf, heißt es in US-Medienberichten. Erste Wahl-Ernstfälle lieferten mysteriöse Resultate. Auf unerklärliche Weise verschwanden zahlreiche Stimmen, wurden falsch addiert oder fehlerhaft registriert. Ein schlechtes Omen für November. Glaubt man den Experten, ist dies kein Einzelfall. Im Idealfall reagieren die Geräte von kalifornischen Tech-Firma 'Sequoia' auf Bildschirm-Berührung. Der Wähler muss seinen Favoriten somit nur noch antippen, um seine Stimme abzugeben. Das System addiert die Stimmen dann automatisch. Obwohl die Stimmcomputer mehrfach geprüft und getestet wurden, gehen in der Realität dabei allerdings öfters selbst die simpelsten Vorgänge schief.

So beklagten sich laut einem Bericht des Spiegel bereits mehrere Wähler darüber, dass sie einen Kandidaten antippten, das Wahlkreuz jedoch auf rätselhafte Weise bei einem anderen Kandidaten gesetzt wurde. Bei einer anderen Gemeinde wurden ganze 78 elektronische Stimmdateien nicht markiert, obwohl das eigentlich nicht möglich ist. In Dallas speicherten 18 Maschinen alle Stimmen für die Demokraten als Stimmen für die Republikaner und in einem von hundert Fällen habe das System eine Stimme abgezogen statt addiert. Der Hersteller deklarierte den Spuk als 'Softwarefehler'.

Bereits im Wahljahr 2000 brachten Verwirrungen bei den Stimmzetteln den Demokraten Al Gore um Tausende Wahlstimmen und somit um die Präsidentschaft. Um ein derartiges Déjà-vu bei den kommenden Wahlen zu vermeiden, investierten etliche Gemeinden Millionen von Dollar in den Umstieg auf E-Voting und die angeblich 'idiotensicheren' Wahlcomputer. Ein derartiges Chaos hätte sich wohl keiner träumen lassen. Sollten die Hersteller dem Schabernack nicht bald ein Ende machen, werden bei der kommenden Wahl die guten alten Lochkarten wieder herhalten müssen.

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