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Wirtschaft

9/11-Ausschuss: "Dem FBI fehlt die IT für die Terroristen-Jagd"

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Mittwoch, 14. April 2004, 15:02 Uhr

Zwei frühere FBI-Chefs haben in ihren Aussagen vor der Untersuchungskommission zu den Anschlägen vom 11. September 2001 die Nachlässigkeit auf dem IT-Sektor scharf angegriffen.

Zwei frühere FBI-Chefs haben in ihren Aussagen vor der Untersuchungskommission zu den Anschlägen vom 11. September 2001 die Nachlässigkeit auf dem IT-Sektor scharf angegriffen. Trotz haufenweise Anfragen an den Kongress, mehr finanzielle Mittel zur Terrorbekämpfung in der Cyberwelt zu bewilligen, hätten die Politiker das Problem nicht ernst genommen und nur Bruchteilen der geforderten Summen zugestimmt. Frustriert erklärten die beiden Ehemaligen: "Mit solchen Ressourcen kann man keinen Krieg gewinnen." Louis Freeh war vor den Anschlägen vom 11. September und Thomas Pickard während der Angriffe FBI Director. Nicht nur die Regierung unter dem derzeitigen Präsidenten George W. Bush, sondern auch schon die Clinton-Administration hätten entsprechende Schritte zur Aufrüstung der IT-Infrastruktur des Federal Bureau of Investigation (FBI) versäumt. Schon 1998 habe Freeh auf die Defizite der IT-Umgebung hingewiesen - ohne Erfolg. Im Jahr 2000 habe er 360 Millionen Dollar beantragt, weil die Computersysteme veraltet gewesen seien. "Ich habe ganze sechs Millionen bekommen", so Freeh. Mit der Zeit seien Server, Switches und anderes Equipment ein reiner Patchwork-Haufen gewesen, anfällig für Daten-Crashs und nicht mehr zuverlässig.

Zwei Dinge ärgern die beiden, US-Medienberichten zufolge, am meisten. 1999 wollte das FBI 70 Millionen Dollar haben, um die 'Information Sharing Initiative' (ISI) anzukurbeln. Das Programm soll die IT-Infrastruktur auf den neuesten Stand bringen mit allem was zur Terrorbekämpfung notwendig ist. Analyse-Tools gehören ebenso dazu wie ausreichende Speicherkapazitäten. Am Ende waren es zwei Millionen Dollar, die der Kongress für das Upgrade-Programm locker machte.

Das andere Ärgernis betrifft Verschlüsselungstechnologien. Die 9/11-Kommission musste sich anhören, dass die Regierungen nach Ansicht Freehs nicht einsehen wollen, wie wichtig Entschlüsselungssysteme für das FBI sind. Terroristen machten sich Kodierungen zunutze, um ihre Informationen für die Fahnder zu verschlüsseln. Es könne doch nicht sein, dass dem FBI kein Tool zur Verfügung stehe, das in der Lage ist, die Codes zu knacken. "Es ist mir unverständlich wie nach dem 11. September und den Ermittlungsergebnissen, die uns inzwischen vorliegen, die Strafverfolgungsbehörden immer noch keine Erlaubnis oder technologische Kompetenz besitzen, verschlüsselte Nachrichten zu dekodieren." Das sei eine riesige sicherheitsrelevante Lücke, die die Kommission aufmerksam verfolgen solle.

Den Regierungsbehörden springt in dieser Sache ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter zur Seite. William Crowell war Deputy Director bei der National Security Agency (NSA) und Chairman des Export Councils Encryption Subkommittees, einer Art Vorstufe des Ausfuhramtes. Er versteht den Hickhack nicht und meint vielmehr, Verschlüsselungs- und Dekodierungstechniken seien ebenso wichtig für die nationale Sicherheit wie die Überwachung des Internets allgemein beispielsweise. Diesen einen Punkt dürfe man nicht so hervorheben. "Die Terroristen wissen auch so, wie man Informationen an den Ermittlungsbehörden vorbei verteilt. Dafür brauchen sie keine technische Verschlüsselung."

Dennoch ist auch hier wieder ein Umstand ans Licht gekommen, der dem jetzigen Präsidenten nicht in den Kram passen dürfte. Der muss sich nämlich ohnehin schon gegen allerlei angebliche Versäumnisse im Zusammenhang mit Al-Kaida, dem Irak und den Anschlägen auf das World Trade Center und dem Pentagon verteidigen. Und das mitten im Wahlkampf, der sich bei Demokraten und Republikanern im Moment ausschließlich an diesem Thema orientiert.

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