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CIO / CEO
Wirtschaft

Google.cn unterstützt chinesische Zensur

silicon.de
|
Mittwoch, 25. Januar 2006, 16:03 Uhr

Suchmaschinengigant Google will die Suchergebnisse für die Nutzer des neu gestarteten chinesischen Portals zensieren.

Suchmaschinengigant Google will die Suchergebnisse für die Nutzer des neu gestarteten chinesischen Portals zensieren. Dabei werden die Anwender von Google.cn am unteren Ende der Seite darauf hingewiesen, dass Links geblockt wurden.

"Goolgle.cn wird mit lokalen chinesischen Gesetzen und Bestimmungen konform gehen", kommentierte Andrew McLaughlin, Senior Policy Counsel bei Google. "Indem wir uns dafür entscheiden, wie wir den chinesischen, oder auch jeden anderen Markt am besten angehen, müssen wir unsere Bemühungen, die Interessen der Anwender zu befriedigen, ausbalancieren." Google wolle zum einen den Zugriff auf Informationen erweitern, zum anderen müsse das Unternehmen aber auch auf lokale Gegebenheiten achten, so McLaughlin.

Deswegen wird das chinesische Portal auch nicht über alle Funktionen verfügen. Zum Beispiel wollen die Verantwortlichen 'Blogger' - den Dienst für Online-Tagebücher - oder das E-Mail-Programm 'Gmail' solange nicht in China anbieten, bis sich die Manager sicher genug fühlen, diesen Balance-Akt auch vollziehen zu können.

Immer wieder gerät die Regierung in Peking wegen Zensurvorwürfen in die Schlagzeilen. So haben die Nutzer in China oft Probleme auf Google.com oder andere Suchportale zuzugreifen. Vor allem Webauftritte von Menschenrechtsorganisationen sind vom Reich der Mitte aus oft schwierig oder gar nicht zu erreichen.

Mit dem neuen Dienst für die Volksrepublik setzt sich nun auch Google dem Vorwurf der Zensur aus. "Indem es eine Version ohne 'subversive' Inhalte anbietet, erleichtert Google es der Regierung, das Web zu filtern. Eine Webseite, die nicht von einer Suchmaschine gelistet wird, hat wenig Chancen, von den Anwendern aufgefunden zu werden auch dann nicht, wenn sie nicht durch eine lokale Firewall geschützt wird", kritisiert etwa die Organisation 'Reporter ohne Grenzen'. Das Verhalten des Unternehmens sei auch nicht durch den 'Spagat' zu entschuldigen. Möglich, dass sich Google nach einer mehrmonatigen Totalsperrung des Dienstes in China im Jahr 2002 zu Zugeständnissen bewegen ließ und sich entschieden hat, auf den chinesischen Markt nicht zu verzichten.

Der jungfräuliche chinesische Internetmarkt scheint eine allzu große Versuchung für Google zu sein. Neben einem Zentrum für Forschung und Entwicklung hält Google auch einen erklecklichen Anteil an der lokalen Suchmaschine Baidu.com. Jedoch ist Google nicht das einzige Unternehmen, das die Funktionäre der Volksrepublik dabei unterstützt, technische Zensur auszuüben. Darunter etwa Yahoo oder MSN.

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