CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
CIO / CEO
Wirtschaft
Meinungsverschiedenheiten

Schaar warnt vor Überwachungsgesellschaft

silicon.de
|
Montag, 4. September 2006, 17:35 Uhr

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, beklagt, dass die Bürger in Deutschland "immer mehr" überwacht werden. Das Land entwickle sich zunehmend zu einer Überwachungsgesellschaft.

"Das ziellose Erheben und Auswerten von Daten halte ich nicht nur für einen wenig effizienten, sondern auch für einen verfassungsrechtlich höchst problematischen Weg", sagte Schaar der Netzeitung. Diese Meinung vertritt Deutschlands oberster Datenschützer seit diesem Montag auch auf einer Sondersitzung der Innenminister.

Trotz anhaltender Differenzen und jahrelangem Streit hoffen die Innenminister auf einen Durchbruch beim Thema Anti-Terror-Datei. Die Diskussion über das Problem der Überwachung werde "vielfach verkürzt geführt", sagte Schaar. "Bisweilen wird ausgeblendet, was die jeweilige Maßnahme bewirken kann und ob es Alternativen gibt, die angestrebten Ziele, insbesondere mehr Sicherheit im öffentlichen Raum, zu erreichen. Das sehe ich außerordentlich kritisch, zumal die Überwachung überwiegend Unverdächtige betrifft."

Hintergrund für die verstärkte Aufmerksamkeit seien die Terroranschläge auf die USA am 11. September 2001. Es könne nicht sein, dass nach jedem geglückten oder vereitelten Anschlag an der Gesetzesschraube gedreht werde, so Schaar. "Die Politik sollte immer eine genaue Vorstellung davon entwickeln, was effektive Maßnahmen sind und wie die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden können."    

Überreaktionen im Kampf gegen den Terror seien deshalb "immer falsche Reaktionen". "Es muss immer mit kühlem Kopf, hoher Sensibilität und Rechtsstaatsempfindlichkeit gehandelt werden." 

Im Laufe des Montags einigten sich die Innenminister von Bund und Ländern auf eine Anti-Terror-Datei. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble solle umgehend einen Gesetzentwurf vorlegen, sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein. Geplant sind zwei Datenbestände. Im ersten soll lediglich die Identität der Personen festgehalten werden, im zweiten auch Informationen wie Religionszugehörigkeit, Auslandsreisen und Waffenbesitz. Dieser Datenbestand solle aber verdeckt gehalten werden. Bei der Sonderkonferenz geht es auch um die Sicherheitslage nach den gescheiterten  Bombenanschlägen auf die Bahn.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in

Mehr aus Ihrem Unternehmen herausholen – Wie Sie Ressourcen optimal einsetzen und Informationen richtig nutzen können

In einem modernen Unternehmen sind elektronische Archivierung, Dokumentenmanagement (ECM) und auch der elektronische Datenaustausch (EDI) ...
23. November 2011

Seien Sie gespannt - Comarch EDI auf der CeBIT - Jetzt Ticket sichern!

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
24. Januar 2012

Webinar "Cloud Computing - das Allheilmittel?"

Cloud Computing hat als neuer Technologietrend in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl die positiven als auch ...
08. Februar 2012

Teradata Universe Konferenz

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
08. Februar 2012

Webinar "EDI aus der Cloud - Ein IT-Urgestein findet den Weg in die Cloud"

Die Umsetzung von Standards in der elektronischen Geschäftskommunikation (EDI) war gestern wie vor 30 Jahren mit hoher Kapitalbindung für ...
08. Februar 2012

neueste leserkommentare
08. Februar 2012 | 08:38 Uhr

Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt

Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun! Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann. Mehr ...

zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
07. Februar 2012 | 11:04 Uhr

Motorola ./. Apple

Leider schaffe ich es nicht, für Apple irgendwelche Tränen zu verlieren nach deren Klageorgie gegen Samsung. Sie haben Motorola ja vorgemacht, wie man so etwas tut. Daß der Schuß nach hinten ... Mehr ...

zu Motorola will Teil der Apple-Umsätze
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei