CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
CIO / CEO
Wirtschaft

Bundesregierung will Webseiten sperren

Anja Schütz
|
Freitag, 16. Januar 2009, 14:49 Uhr

Im Kampf gegen Kinderpornos im Internet will Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Zugang zu entsprechenden Seiten sperren lassen. Die Provider sind nun unberuhigt, da die Sperrung von harmlosen Seiten befürchtet werde.

Künftig könnte bei Aufruf von Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten nur noch ein rotes Kreuz erscheinen. In einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) äußerte die Familienministerin: "Wir wollen nicht die Nutzer jagen, sondern die Täter stellen und die Kinder retten. Dazu ist es wichtig, den Markt empfindlich zu stören. Denn hier wird sehr, sehr viel Geld verdient", erklärte von der Leyen.

Nach Informationen der FTD soll es bis Anfang März eine Vereinbarung mit den sieben großen deutschen Providern geben. Diese decken 95 Prozent des deutschen Marktes ab. Das entsprechende Gesetz zum Schutz sei schon in Vorbereitung und soll bis Herbst fertig sein.

Aus Providerkreisen werden inzwischen skeptische Stimmen gegenüber der Sperrung laut. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte gegenüber der FTD, dass es kein zuverlässiges Verfahren für die Sperre gebe. Die Blockaden könnten leicht umgangen werden oder so ungenau sein, dass auch legale Webseiten gesperrt würden.

Der Hightech-Verband Bitkom unterstützt die Initiative der Bundesregierung. "Wir begrüßen, dass es für Netzsperren gegen Kinderpornografie nun eine gesetzliche Grundlage geben soll", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Damit werden für die Provider die Voraussetzungen geschaffen, dass sie den Zugang legal blockieren können", erklärte Scheer.

Der Bitkom-Präsident nahm in dieser Woche an einem Treffen mit den Ministern Glos, Schäuble und von der Leyen teil. Dabei wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe aus Politik und Wirtschaft beschlossen.

"Wir müssen jede Chance nutzen, die die Verbreitung von Kinderpornografie erschwert", sagte Scheer. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Vorhaben mit technischen Nebenwirkungen verbunden sein könne. So muss davon ausgegangen werden, dass von Sperrungen im Einzelfall auch saubere Seiten betroffen sein könnten. "Wir brauchen eine klare Aussage in dem geplanten Gesetz, dass die Provider keine rechtlichen Risiken eingehen", sagte Scheer. Zudem betonte er die Notwendigkeit, die Regelung auf das besonders schwerwiegende Problem der Kinderpornografie zu beschränken.

  1 | 2 Seite 2/2 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in

Mehr aus Ihrem Unternehmen herausholen – Wie Sie Ressourcen optimal einsetzen und Informationen richtig nutzen können

In einem modernen Unternehmen sind elektronische Archivierung, Dokumentenmanagement (ECM) und auch der elektronische Datenaustausch (EDI) ...
23. November 2011

Seien Sie gespannt - Comarch EDI auf der CeBIT - Jetzt Ticket sichern!

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
24. Januar 2012

Webinar "Cloud Computing - das Allheilmittel?"

Cloud Computing hat als neuer Technologietrend in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl die positiven als auch ...
08. Februar 2012

Teradata Universe Konferenz

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
08. Februar 2012

Webinar "EDI aus der Cloud - Ein IT-Urgestein findet den Weg in die Cloud"

Die Umsetzung von Standards in der elektronischen Geschäftskommunikation (EDI) war gestern wie vor 30 Jahren mit hoher Kapitalbindung für ...
08. Februar 2012

neueste leserkommentare
08. Februar 2012 | 08:38 Uhr

Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt

Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun! Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann. Mehr ...

zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
07. Februar 2012 | 11:04 Uhr

Motorola ./. Apple

Leider schaffe ich es nicht, für Apple irgendwelche Tränen zu verlieren nach deren Klageorgie gegen Samsung. Sie haben Motorola ja vorgemacht, wie man so etwas tut. Daß der Schuß nach hinten ... Mehr ...

zu Motorola will Teil der Apple-Umsätze
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei