CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
ANZEIGE
CIO / CEO
Wirtschaft

Das "Tor zur Internet-Zensur" ist geöffnet

Martin Schindler
|
Freitag, 19. Juni 2009, 13:41 Uhr

Trotz heftiger Kritik aus der Bevölkerung und der Opposition hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das den Zugang zu Kinderpornografie erschweren sollte. Kritiker sehen in dem Vorstoß lediglich den Versuch in Deutschland eine Infrastruktur für eine Zensur des Webs aufzubauen.

Der Bundestag stimmte mit 389 Stimmen für das Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen. 128 Abgeordnete sprachen sich dagegen aus 18 enthielten sich. In den nächsten drei Jahren gilt nun das so genannte Zugangserschwerungsgesetz. Das Bundeskriminalamt (BKA) soll im Rahmen dieses Gesetzes eine täglich aktualisierte Liste mit zu sperrenden Websites erstellen. Diese muss von Providern mit mehr als 10.000 Kunden übernommen werden.

Über eine Umleitung auf Ebene des Domain Name Systems werden Besucher, die eine gesperrte Seite aufrufen wollen auf eine Seite geleitet, auf der ein Stoppschild zu sehen ist. Diese Sperre ist jedoch über Umwege sehr leicht zu umgehen. Ein Kontrollgremium, das beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz angesiedelt ist, wacht über diese geheime Liste. Eine Kontrolle durch einen Richter findet hingegen nicht statt.

Dieses von der Familienministerin Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachte Gesetz brachte der CDU-Politikerin und siebenfachen Mutter den Spitznamen Zensursula ein. Von der Leyen war bei der Debatte nicht anwensend. Die Unionsabgeordnete Martina Krogmann verteidigte die Konstruktion des Gesetzes: Es ziele ausschließlich auf die Eingrenzung von Kinderpornografie. Zudem werde es nach zwei Jahren eine Evaluation der Wirksamkeit des Gesetzes geben.

Für den bayrischen FDP-Abgeordneten Max Stadler, steht das Ergebnis dieser Evaluation bereits jetzt fest: Durch das Gesetz werde Kinderpornografie "um kein Jota zurückgedrängt". Sperren seien für die Strafverfolgung nutzlos. Durch das Gesetz seien jedoch "sensible Punkte des Rechtsstaats" berührt. Der FDP-Politiker glaubt, dass sich schon bald die Richter in Karlsruhe mit dem Text beschäftigen werden.

  1 | 2 | 3 Seite 2/3 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
3 von 3 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.
 
Anzeige
Ausserdem neu in

Mehr aus Ihrem Unternehmen herausholen – Wie Sie Ressourcen optimal einsetzen und Informationen richtig nutzen können

In einem modernen Unternehmen sind elektronische Archivierung, Dokumentenmanagement (ECM) und auch der elektronische Datenaustausch (EDI) ...
23. November 2011

Seien Sie gespannt - Comarch EDI auf der CeBIT - Jetzt Ticket sichern!

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
24. Januar 2012

Webinar "Cloud Computing - das Allheilmittel?"

Cloud Computing hat als neuer Technologietrend in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Sowohl die positiven als auch ...
08. Februar 2012

Teradata Universe Konferenz

Unternehmen blicken positiv in die Zukunft – auch in Bezug auf die Einführung von neuen IT-Konzepten für die Optimierung von Geschäftsprozessen. ...
08. Februar 2012

Webinar "EDI aus der Cloud - Ein IT-Urgestein findet den Weg in die Cloud"

Die Umsetzung von Standards in der elektronischen Geschäftskommunikation (EDI) war gestern wie vor 30 Jahren mit hoher Kapitalbindung für ...
08. Februar 2012

neueste leserkommentare
08. Februar 2012 | 08:38 Uhr

Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt

Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun! Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann. Mehr ...

zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
07. Februar 2012 | 11:04 Uhr

Motorola ./. Apple

Leider schaffe ich es nicht, für Apple irgendwelche Tränen zu verlieren nach deren Klageorgie gegen Samsung. Sie haben Motorola ja vorgemacht, wie man so etwas tut. Daß der Schuß nach hinten ... Mehr ...

zu Motorola will Teil der Apple-Umsätze
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei