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Donnerstag, 18. März 2010 | 20:37 Uhr
CIO
Wirtschaft

Die schwarzen Schafe der Green IT

Anja Schütz
|
Donnerstag, 2. Juli 2009, 08:21 Uhr

Greenpeace hat eine neue Ausgabe des Ratgebers "Grüne Elektronik" veröffentlicht. Die drei führenden PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP), Dell und Lenovo haben keine Schritte zur Verbesserung ihrer letzten Ranking-Ergebnisse unternommen. Trotz erfolgter Zusagen sind sie nicht bereit, bis Ende 2009 auf Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) zu verzichten.

Dass es HP mit dem Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien nicht besonders eilig hat, wurde von Greenpeace bereits öffentlich kritisiert: Die chinesische HP-Zentrale musste damals im Rahmen einer Aktion einige ihrer giftigen Notebooks zurücknehmen. Greenpeace hat angekündigt den Druck auf HP und andere Hersteller weiter zu erhöhen, wenn diese ihre Selbstverpflichtungen nicht einhalten können oder wollen.

"Greenpeace nimmt freiwillige Verpflichtungen sehr ernst und erwartet von Unternehmen, dass sie ihre Versprechen halten. Das Abrücken von bereits gemachten Zusagen ist durch nichts zu entschuldigen. Es gibt keinen Grund, nicht jetzt auf PVC und BFR zu verzichten", stellt Tom Dowdall, Chemie-Kampaigner bei Greenpeace International, klar.

HP versprach 2007, bis Ende 2009 bei allen Produkten (mit Ausnahme von Servern und Druckern) auf PVC und BFR zu verzichten, verschob den Ausstieg dann jedoch auf 2011. Im Gegensatz zu Dell und Lenovo hat der Hersteller die fraglichen Schadstoffe bislang bei keinem einzigen Produkt reduziert. Deshalb muss sich HP mit dem 14. Platz im Greenpeace-Ranking begnügen. Nokia bleibt mit 7,4 von 10 möglichen Punkten Spitzenreiter. Samsung (Platz 2) und Sony Ericsson (Platz 3) können einen Punktezuwachs verzeichnen (7,1 bzw. 6,5 Punkte).

LG, Toshiba und Motorola rücken auf und belegen die Plätze 4, 5 und 6. Sony fällt vom 5. auf den 12. Platz zurück; vor allem beim Elektronikschrott-Recycling kann das Unternehmen nicht mit den Fortschritten der Konkurrenz mithalten. Lenovo schneidet noch schlechter ab als beim letzten Mal; der Hersteller ist von seiner Zusage, auf gefährliche Chemikalien zu verzichten, noch weiter abgerückt.

Dagegen sind die neuen Produktlinien von Apple praktisch PVC-frei und kommen ganz ohne BFR aus. Dies beweist, dass unschädliche Alternativen technisch machbar und in ausreichender Menge verfügbar sind. Dell, Lenovo und Acer sind ihrem Konkurrenten HP davongezogen, weil sie den Schadstoffanteil bei bestimmten Geräten erheblich reduziert haben und auch bereits PVC- und BFR-freie Modelle anbieten. Unlängst ließ sich Dell auf einen Streit mit Apple ein, weil dessen Werbung mit dem Slogan "weltweit grünste Notebook-Serie aller Zeiten" irreführend sei.

"Es ist lächerlich, wenn Firmen wie Dell gegen Apples Werbung zu Felde ziehen, solange Apple beim Ausstieg aus gefährlichen Chemikalien eindeutig die Nase vorn hat. Alle PC-Hersteller sollten sich darauf konzentrieren, in diesem wichtigen Punkt mit Apple gleichzuziehen oder die Führung zu übernehmen", meint Dowdall.

Die Entwicklung des Ranking seit 2006 in einer Flashanimation.

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