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CIO / CEO
Wirtschaft

Intelligentes Stromnetz ist die Basis für Elektromobilität

Anja Schütz
|
Mittwoch, 19. August 2009, 16:14 Uhr

Der Hightech-Verband Bitkom wertet den Entschluss des Bundeskabinetts zum 'Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität' als durchaus positiv. "Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität ist ein Meilenstein für eine Verbesserung der Umweltverträglichkeit des Straßenverkehrs. Die Bundesregierung setzt damit wichtige wirtschaftspolitische Akzente", sagte Bitkom-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer.

Andere Länder wie die USA, Japan und China haben bereits ähnliche Förderprogramme ins Leben gerufen. Scheer: "Deutschland sollte alles tun, um in diesem wichtigen Zukunftsmarkt die Nase vorn zu haben." Wichtig sei dabei, den Fokus nicht nur auf Antriebstechnik und Batterien zu richten. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist der schnelle Aufbau eines intelligenten Stromnetzes. Scheer: "Intelligente Stromnetze sind die Basisinfrastruktur für Elektromobilität. Erst durch ein modernes IT-gestütztes Netzmanagement wird Elektromobilität überhaupt im größeren Rahmen möglich." Es sei daher ein wichtiges Signal, dass im Nationalen Entwicklungsplan ein Schwerpunkt auf intelligente Stromnetze gelegt wurde.

Mit diesen sogenannten Smart Grids können vorhandene Kraftwerkskapazitäten besser ausgenutzt und auch Batterien in Elektrofahrzeugen ans Netz angeschlossen werden, die als Energiespeicher dienen. Wenn zum Beispiel in Spitzenlastzeiten besonders viel Strom benötigt wird, können nicht genutzte Elektroautos Energie wieder zurück ins Netz einspeisen. Dadurch würde weniger Reservekapazität im Kraftwerkspark benötigt und außerdem der weitere Ausbau der regenerativen Energien ermöglicht. Gespeichert in Autobatterien würde umweltfreundlich hergestellter Strom auch dann zur Verfügung stehen, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint.

Um den Zukunftsmarkt Elektromobilität noch weiter zu fördern, plädiert der Bitkom für eine zeitlich befristete finanzielle Förderung für die Einspeisung von Energie aus Autobatterien ins allgemeine Stromnetz. "So wie das Erneuerbare-Energie-Gesetz der Wind- und Solarenergiebranche Auftrieb verleiht, könnte ein Einspeisegesetz für Strom aus Autobatterien die Elektromobilität beflügeln", sagte Scheer. "Die Halter von Elektroautos würden Geld verdienen, wenn sie ihre Fahrzeuge nicht nutzen – also die meiste Zeit des Tages." Auf diese Weise würden sich im Lauf der Zeit die relativ hohen Anschaffungskosten eines Elektroautos amortisieren. Diese Förderung dürfe allerdings nur zeitlich befristet sein, solange sich der Zukunftsmarkt Elektromobilität im Aufbau befindet.

Der Aufbau des Ladenetzes für die Elektroautos bietet außerdem eine einmalige Gelegenheit, ein kostengünstiges, öffentlich zugängliches Breitband-Kommunikationsnetz aufzubauen. Über ein solches Kommunikationsnetz könnten neue Mehrwertdienste angeboten werden. Beispielsweise könnte über dieses Kommunikationsnetz regelmäßig das Kartenmaterial der Navigationsgeräte aktualisiert werden.

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