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CIO / CEO
Wirtschaft

Microsoft killt iPad-Konkurrenten Courier

Martin Schindler
|
Freitag, 30. April 2010, 08:30 Uhr

Schade. Von Microsoft wird es keinen Tablet-PC geben. Wie aus internen Quellen bekannt wurde, sollen Microsoft-Manager das Team Mitte der Woche darüber informiert haben, dass die Entwicklung nicht mehr länger unterstützt würde. Courier war ein Projekt, zu dem sich Microsoft nie öffentlich bekannt hatte.

Bei dem Branchendienst Gizmodo wurde zum ersten Mal im September 2009 über das ominöse Gerät berichtet. Glaubwürdig wurde die Geschichte durch mehrere Aufnahmen und Konzepte des Tablets mit zwei Bildschirmen.

Fotogalerie: Neue Details zu Microsofts Tablet-Projekt Courier

Bereits Ende September waren erste Bilder zu Microsofts geheimnisvollem Tablet-Projekt "Courier" aufgetaucht. Aber auch Videos davon konnten nicht erklären, wie das Ding genau funktionieren soll. Neue Dokumente, zuerst bei Gizmodo aufgetaucht und für uns freundlicherweise frei gegeben, liefern nun erhellende Einblicke. So wird klar, dass das Tablet Fingergesten verstehen kann: Ähnlich wie beim iPhone kann man so blättern, vergrößern und scrollen.
Smart Agenda: Das Infinite Journal bildet sozusagen die Kernapplikation des Tablet-PCs. Im linken Bildschirm, der Smart Agenda, laufen sämtliche Informationen aus Mail, Twitter, dem Wetter oder Kalendernotizen zusammen. Im rechten Bildschirm können Dokumente bearbeitet oder gelesen werden.
Journal: Ein oder mehrere Dokumente lassen sich jedoch auch wie in einem Notizbuch durchblättern, was dann als Journal bezeichnet wird. Für Notizen bietet Courier eine Handschriftenerkennung an.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Microsoft soll bereits kurz davor gewesen sein, wie es jetzt heißt, einen Prototypen zu vollenden. Anfang März 2010 wurde sogar ein mögliches Datum für eine Markteinführung diskutiert. Demnach wäre das Tablet mit einer Mischung aus Stift-Eingabe und Touchscreen noch in diesem Jahr auf den Markt gekommen.

Vielleicht war es der erfolgreiche Start des iPads, vielleicht waren es Patente, die Courier verletzte. Über den Grund, warum sich Microsoft von diesem innovativen Konzept wieder verabschiedet, kann nur spekuliert werden.

Inzwischen hat Frank Shaw, Corporate Vice President für Unternehmenskommunikation bei Microsoft, gegenüber Gizmodo bestätigt, dass Courier nicht in Produktion gehen wird.

"Wir sind jederzeit auf der Suche nach neuen Ideen, die wir prüfen, testen und weiterentwickeln. Es ist sozusagen unsere DNA, dass wir nach neuen Formfaktoren suchen, die die Produktivität und Kreativität der Anwender fördern", so Shaw. Courier sei eines dieser Projekte gewesen. "Wir werden die Technologie für den künftigen Einsatz in anderen Angeboten evaluieren, aber wir haben derzeit keine Pläne, solch ein Gerät zu bauen."

Das Urteil der Marktbeobachter lautet relativ einhellig: Schade eigentlich. Denn das Konzept des Gerätes und auch die innovative Nutzerführung mit zwei Bildschirmen hatte durchaus Charme. Für die Zukunft des Mobile Computing hätte Courier wegweisend sein können.

Fotogalerie: Microsofts Tablet-Prototyp Courier

Microsofts Skunkworks Project hat den Prototypen eines neuartigen Tablet PCs präsentiert. Statt wie bisher einen besitzt er zwei Bildschirme und macht so den Eindruck eines herkömmlichen Notizbuches.
Anwender können sozusagen darin "blättern". Zusammengeklappt fährt sich der Rechner selbständig herunter – ganz wie ein Notebook.
Anders als bekannte E-Books besitzt Courier zwei farbige Touchscreens.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

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