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Sonntag, 14. März 2010 | 11:16 Uhr
Seitenblicke
Auch das noch

Nachbarschaftstreit 2.0: WLAN-Allergiker zieht vor Gericht

Sibylle Gassner
|
Donnerstag, 14. Januar 2010, 08:00 Uhr

Früher stritt man sich um überhängende Kirschbäume im Garten – heutzutage sorgt der Grad der drahtlosen Vernetzung für Zoff. Vorreiter dieser neuen Form des Nachbarschaftsstreits ist Arthur Firstenberg. Er wohnt in Santa Fe in New Mexico und seine Nachbarn nutzen iPhone, WLAN und Laptop rund um die Uhr. Firstenberg will nun mit einer Klage die Abschaltung des WLAN-Routers durchsetzen.

Nach seinen Angaben leidet er unter einer Unverträglichkeit gegenüber elektromagnetischen Wellen und seine Lebensqualität sei durch die Abstrahlungen der Geräte seines Gegenübers beeinträchtigt. Wegen des exzessiven WiFi-Einsatzes seiner Nachbarschaft sei er gezwungen, im Auto zu leben. Da inzwischen nahezu alle Hotels mit WiFi ausgerüstet sind, scheide auch diese Möglichkeit als Übergangslösung aus.

Mit einer einstweiligen Verfügung will Firstenberg nun durchsetzen, dass die Nachbarn alle strahlenden Elektrogeräte abschalten, bis der Fall endgültig geklärt ist. Nach einem Bericht der Tageszeitung New Mexican gehört der Mann auch zu einer Gruppe, die gegen die öffentlichen Hotspots von Santa Fe vorgeht. Diese fordert von der Justiz wegen ihrer Allergien gegen elektromagnetische Strahlen einen besonderen Schutz und beruft sich dabei auf ein Gesetz, in dem die Rechte von Behinderten geregelt sind.

Bislang gibt es keine endgültigen wissenschaftlichen Beweise, dass sich elektromagnetische Strahlung negativ auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Das Thema steht immer wieder im Mittelpunkt groß angelegter Studien – die in der Regel zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. In Deutschland sorgt das Thema seit einiger Zeit für politische Debatten.

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