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Freitag, 12. März 2010 | 23:51 Uhr
Seitenblicke
Web

Immer mehr Nutzer melden illegale Inhalte im Web

Anja Schütz
|
Montag, 8. Februar 2010, 16:55 Uhr

Die Internet-Beschwerdestelle vom eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) sind im Jahr 2009 insgesamt 5987 Beschwerden nachgegangen, die aufmerksame Internetnutzer zu illegalen Inhalten wie Kinderpornografie, extremen Gewaltdarstellungen oder antidemokratischer Propaganda eingereicht haben

Die meisten Beschwerden gingen zu Usenet ein (3018 Beschwerden), dicht gefolgt von Beschwerden über Inhalte auf Websites (2687). In 49 Prozent (2939) der Fälle handelte es sich um Darstellungen von Kindern in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung, rund 40 Prozent der Beschwerden bezogen sich auf Kinderpornografie. Im Bereich der Websites ist ein signifikanter Anstieg der Beschwerden über kinderpornografische Inhalte zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu ist das Beschwerdeaufkommen über politisch extremistische Inhalte im Jahr 2009 weiter rückläufig gewesen. Der Anteil lag bei lediglich 5 Prozent.

Im Vergleich zu 2008 gab es 2009 eine enorme Steigerung der Beschwerdezahl (19 Prozent). Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Meldebereitschaft bei den Internetnutzern steigt. "Das zeigt, dass die Menschen für das Thema sensibilisiert sind und sich engagieren möchten. Genau das brauchen wir: Leute, die mithelfen, diese Inhalte aus dem Internet zu entfernen", erklärt Alexandra Koch vom eco-Verband. Auf einen Anstieg oder Abnahme der jeweiligen illegalen Inhalte im Internet lassen die aktuellen Zahlen nicht schließen.

Beschwerden, die bei der Internet-Beschwerdestelle eingehen, werden zunächst einer umfassenden juristischen Prüfung unterzogen. Verstößt der gemeldete Inhalt gegen die einschlägigen Jugendmedienschutz- oder Strafgesetze, wird der Inhalte-Anbieter direkt aufgefordert, den Inhalt zu ändern. Auch die Host-Provider können direkt kontaktiert werden, damit sie die illegalen Inhalte entfernen. "Diese reagieren dann in den meisten Fällen innerhalb weniger Stunden, bis die betreffenden Internetseiten gelöscht sind. Durch die internationale Vernetzung und den direkten Kontakt zu den Providern haben wir oft schnelle Erfolge", sagt Koch, die auf eco-Seite die Internet-Beschwerdestelle leitet.

In gravierenden Fällen kann die anonymisierte Beschwerde auch direkt an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden. Sabine Frank, Geschäftsführerin der FSM ergänzt: "Jede Meldung kann helfen, strafbare Inhalte im Netz zu finden oder sogar die Täter zu fassen. Wir nehmen die stetig steigende Anzahl an eingehenden Beschwerden als Auftrag, um auch weiterhin gezielt gegen jugendgefährdende Inhalte in Telemedien vorzugehen."

Die Internet-Beschwerdestelle ist im internationalen Beschwerdestellen-Netzwerk INHOPE organisiert und leitet Beschwerden, die im Ausland gehostete Inhalte betreffen, an die entsprechende Partner-Hotline weiter. Zusätzlich werden strafbare Inhalte zur Anzeige gebracht und in Fällen von Kinderpornografie das Bundeskriminalamt informiert.

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