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"Black Friday": User-Ansturm legt Online-Shops lahm

Dietmar Müller, pte
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Montag, 1. Dezember 2008, 15:51 Uhr

Wer spricht da von Krise? Der enorme Ansturm der US-amerikanischen Nutzer auf Shopping-Portale im Internet hat am vergangenen Thanksgiving-Wochenende zu andauernden Problemen und Abstürzen geführt.

US-Medienberichten zufolge konnte beispielsweise die populäre Handelsplattform Sears.com am sogenannten "Black Friday", der in den USA den Start des stationären Handels in das US-Weihnachtsgeschäft markiert, rund zwei Stunden lang nicht erreicht werden. Auch andere Anbieter wie Amazon hatten mit Schwierigkeiten wie Geschwindigkeitseinbrüchen auf ihren Seiten zu kämpfen. Einer Untersuchung des US-Internetmarktforschers Keynote Systems zufolge wiesen an diesem Tag an die 15 Prozent der insgesamt 30 analysierten Online-Handelsportale merkliche Leistungseinbußen auf. Betroffen waren dabei vor allem die Warenkorb- und Log-in-Systeme.

"Wir erleben das fast jedes Jahr, dass eine Handvoll Webseiten mit dem Weichnachtsansturm nicht zurechtkommen", erklärt Shawn White, Director External Operations im Bereich Mobile und Internet bei Keynote Systems. So sei es auch im vergangenen Jahr auf 30 Prozent der entsprechenden Portale zu Performance-Problemen gekommen. Die Online-Handelsplattform Sears etwa, die Freitag zwischen 10.30 und 12.30 Uhr vollkommen unerreichbar war, hatte bereits 2007 ähnliche Schwierigkeiten mit dem enormen User-Traffic. Andere Anbieter wie Amazon oder Target konnten auf ihren Seiten zwar Abstürze verhindern, kämpften aber dennoch mit Geschwindigkeitsproblemen. Während am diesjährigen Black Friday die Suche nach bestimmten Produkten im Angebot der Online-Händler in den meisten Fällen noch gut funktioniert habe, sei es oft nicht möglich gewesen, die Warenkorb-Funktion zu nutzen. "Damit war es letztendlich auch nicht möglich, einen Einkauf abzuschließen", stellt White klar.

Im Gegensatz zum Black Friday, der traditionell ein sehr wichtiger Tag für den stationären Handel in den USA ist, setzt der Online-Handel in dieser Hinsicht vor allem auf den heutigen Montag nach Thanksgiving. An diesem Tag findet seit nunmehr drei Jahren der von der National Retail Federation ins Leben gerufene "Cyber Monday" statt, der traditionell den umsatzstärksten Tag im US-Online-Geschäftsjahr darstellt. Wie eine aktuelle Analyse des Preisvergleichs-Dienstes PriceGrabber bestätigt, konnten am vergangenen Freitag beide Handelsbereiche zulegen. Der E-Commerce-Sektor verzeichnete allerdings mit elf Prozent Plus im Vergleich zu 2007 ein deutlich stärkeres Wachstum als der stationäre Handel. Dieser konnte seinen Umsatz gegenüber dem selben Tag des Vorjahres lediglich um drei Prozent steigern.

"Die Vorteile des Online-Shoppings liegen klar auf der Hand. Die Käufer müssen sich nicht durch volle Einkaufspassagen drängeln, sie haben die größtmögliche Auswahl und einen direkten Preisvergleich", stellt Florian Koch, Bereichsleiter Digitale Medien und E-Dienste beim Bitkom, fest. Außerdem müssten sie sich nicht mit den Waren abschleppen, denn das erledigen Paketdienste. "Auch die Deutschen wissen diese Vorteile sehr zu schätzen. Im europäischen Vergleich liegen sie nach den aktuellsten Zahlen in der Spitzengruppe. Rund 41 Prozent der Deutschen haben 2007 Waren im Internet bestellt", merkt Koch an.

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