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Management
B2B

"Krise erfordert Radarsystem in Unternehmen"

Anja Schütz
|
Donnerstag, 2. Juli 2009, 14:25 Uhr

Im Hinblick auf die Unternehmenssteuerung gilt: Eine Managemententscheidung kann immer nur so gut sein, wie die ihr zu Grunde liegenden Informationen. Diese beziehen sich häufig auf externe Entwicklungen, die den Geschäftsverlauf beeinflussen. Gerade in krisenhaften Zeiten drängt sich daher verstärkt die Frage auf: "Kann man derartige Veränderungen eigentlich früher erkennen und sein Unternehmen darauf vorbereiten?"

Der Unternehmerberater Dr. Gerd Krampe schildert im folgenden Interview, wie er der Unternehmensführung mit einem Frühwarnsystem auf nationaler wie internationaler Ebene helfen will, um Veränderungen im Umfeld von Unternehmen früher zu erkennen und so die richtigen Entscheidungen fällen zu können. Die technische Grundlage des Systems bildet die Enterprise Content-Management-Lösung pirobase CMS von Pironet.

silicon.de: Können Sie in einem Satz sagen, was ein strategisches Frühwarnsystem für Unternehmen leisten soll?

Dr. Krampe: Wir wollen Überraschungen vermeiden, Risiken eingrenzen, Chancen frühzeitig erkennen und Zeit kaufen, um Unternehmen rechtzeitig auf Veränderungen vorzubereiten.

silicon.de: Wie funktioniert ein Früherkennungssystem?

Dr. Krampe: Im übertragenen Sinne wie ein Radarsystem zur Flugsicherung. Wir bilden Mitarbeiter in Unternehmen aus, die neben ihrer normalen Aufgabe als so genannte "Scouts" systematisch und kontinuierlich das Umfeld des Unternehmens beobachten und über Veränderungen direkt an eine Radarbesatzung an der Firmenspitze berichten. Dazu wenden sie zwei bis drei Prozent ihrer Jahresarbeitszeit auf. Wenn sie so wollen, entwickeln wir einen internen Nachrichtendienst, der ähnlich arbeitet wie andere Nachrichtendienste in der Welt. Als technisches Werkzeug nutzen wir eine Content-Management-Lösung.

silicon.de: Was beobachten Ihre Scouts konkret?

Dr. Krampe: Sie beobachten wirtschaftliche, politische, soziale und technologische Veränderungen im Umfeld ihrer Firmen, also solche Veränderungen, die eine Geschäftsführung nicht steuern und beeinflussen kann, die aber einen wesentlichen Einfluß für den zukünftigen Erfolg der Firma haben. Im Zentrum steht natürlich auch die Beobachtung der Wettbewerber.

silicon.de: Eigentlich muss das doch jedes Unternehmen tun. Was ist das besondere an Ihrem Ansatz?

Dr. Krampe: Sie haben Recht, eigentlich müsste das jedes Unternehmen tun. Aber an zahlreichen Beispielen können Sie erkennen, daß viele Firmen sich offenkundig nicht rechtzeitig um solche Veränderungen kümmern. Ich nenne hier nur die US-amerikanische Automobilindustrie! Das besondere an unserem Ansatz besteht darin, daß wir die Scouts trainieren, bereits auf so genannte "schwache Signale" zu achten. Diese treten am Anfang von Veränderungen und Trends auf, lange bevor sie von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden und in den Schlagzeilen der Tagespresse auftauchen. Das bedeutet auch, dass die Scouts auf Quellen zurückgreifen, die einen gewissen Avantgarde-Charakter haben. Also beispielsweise auf Medien, die deutlich früher über Trends berichten als Tageszeitungen oder Fernsehnachrichten. Die Scouts erarbeiten sich für ihre Trendbeobachtung am Anfang einen Katalog von führenden Experten, führenden Medien oder auch vorlaufenden Ländern.

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