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B2B

Wie spart man beim SAP-Support?

Martin Schindler
|
Donnerstag, 25. Februar 2010, 16:43 Uhr

Immer häufiger legen Anwender den Support für ihre Anwendungen und ERP-Systeme nicht mehr in die Hände des Herstellers. Aber funktioniert das im jedem Fall und ist das auch billiger? Software-Experte Dr. Stefan Ried, Senior Analyst Forrester Research, erklärt, wann es Sinn macht einen unabhängigen Support-Anbieter ins Boot zu holen.

silicon.de: Es gibt Experten die gerade im Fall von SAP-Drittwartung von einem nicht existierenden Markt sprechen. Ist das so richtig?

Ried: Das stimmt vor allem für Deutschland, weil die Unternehmen noch sehr nahe an der SAP sind und sich viele für eine Single-Vendor-Strategie entscheiden. In anderen Ländern ist aber sehr viel weniger der Fall. Die Preispolitik der SAP im letzten Jahr hat aber die Diskussion auch in Deutschland ins Rollen gebracht.

silicon.de: Gibt es denn von den deutschen Anwendern überhaupt ein Interesse an der Wartung ihrer SAP-Systeme durch ein anderes Unternehmen?

Ried: Ja, Interesse besteht auf jeden Fall. Wir machen regelmäßig - ganz besonders im letzten Jahr - Beispielrechnungen für Anwender wie auch für Systemintegratoren, ob es sich lohnt in eine Third-Party-Maintenance hineinzugehen. Ob sich das rechnet, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

silicon.de: Wie sehen diese Faktoren aus?

Ried: So muss man zum Beispiel prüfen, wie viel Know-how man selbst im Haus hat. Eine Third-Party-Maintenance kann sehr gut funktionieren, wenn man das, was man von der SAP-Maintenance bekommt, nicht alles braucht. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man sein SAP-System als eingefroren betrachtet und wenn es nur darum geht, kleine rechtliche Veränderungen nachzuziehen oder einen Bug zu beheben. Damit wären systemtechnische Probleme, Verträglichkeiten mit Betriebssystem-Patches, Performance-Probleme soweit abgedeckt, um ein bestehendes System sowohl technisch als auch betriebswirtschaftlich sicher weiter betreiben zu können. So etwas können Third-Party-Maintenance-Anbieter besonders für ältere SAP-Systeme sehr gut machen.

silicon.de: Wann eignet sich eine Drittwartung nicht?

Ried: Dabei ist die Frage wichtig, "wo stehe ich im Produkt-Livecycle". Dazu muss man auch beachten, dass man von einem Drittanbieter nicht das gleiche bekommt, wie von der SAP. Wenn man wirklich das alles braucht, was man von der SAP-Maintenance bekommt, dann sind die anderen keine Alternative, denn es gibt nach wie vor Elemente im SAP-Support, die von Dritten nicht angeboten werden.

silicon.de: Kann eine Drittwartung auch teurer ausfallen als die von SAP geforderten 18 bis 22 Prozent des Lizenzpreises?

Ried: Wenn es darum geht, aus dem gekauften System das Maximum herauszuholen, wie man auf Amerikanisch sagt, zu leveragen, dann ist es eventuell bei einem Drittanbieter teurer. Ich geben ein Beispiel: Ein Anwender kauf ein CRM und fängt im ersten Jahr mit dem Sales-Order-Management an. Dann kommt im nächsten Quartal das Lead-Management hinzu, schließlich stellt sich heraus, dass in dem Unternehmen eine Lead-Qualifikation gewünscht wird. Nach einem halben Jahr entscheidet man sich, auch noch das Campaign-Management zu nutzen. In Zeiten knapper Kassen implementieren viele Anwender ihre SAP-Systeme schrittweise.

Fotogalerie: Rundgang: TechEd 2009 in Wien

SAPs TechEd 2009 fand vom 26. bis 28.10. in der Messe Wien statt. Tausende Besucher informierten sich bei den Ausstellern, in Roundtabels, Hand-On-Sessions und Seminaren und bei Einzelgesprächen über das stetig wachsende SAP-Portfolio.
Star des Tages war Jim Hagemann Snabe, SAP-Vorstand und Verantwortlich für SAP Business Solutions und Technology. Er widmete sich in seiner Keynote vor allem dem Problem der stetigen Weiterentwicklung des Marktes und wie SAPs Antwort auf dieses Problem lautet.
Die Keynote war bis auf den letzten Platz besetzt.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

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