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B2B

Ilse Aigner: Facebook verletzt Gesetze

Martin Schindler
|
Montag, 19. Juli 2010, 11:19 Uhr

Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner kritisiert den Datenimport aus iPhones. Facebook soll bei einer Synchronisation zwischen der Webseite und dem iPhone über das Portal auch die Kontaktdaten von unbeteiligten Dritten mit importieren. Der Verbraucher – aber noch weniger die betroffenen Personen – bemerken davon zunächst nichts.

"Wenn meine engsten Mitarbeiter beispielsweise ihr iPhone synchronisieren würden, landet meine geheime Handynummer samt Mail-Adresse bei Facebook, ohne dass ich es erfahre", erklärt Aigner.

Psychologen, Anwälte und Ärzte hätten sich im Verbraucherschutzministerium über den unrechtmäßigen Datenabgleich beschwert. Patienten hätten auf Facebook Freundschaftsvorschläge von weiteren Patienten angezeigt bekommen.

"Wer bei wem in Therapie ist, ist doch keine Information für die Öffentlichkeit", wettert Aigner. Von Personen, die Facebook selbst nicht nutzten, dürften auch keine Kontaktdaten gespeichert werden, fordert die Ministerin.

Die Verbraucherschutzministerin wird ungewöhnlich deutlich: "Ich habe ein Problem damit, wenn ein Teil der Gewinne von Facebook auf der Verletzung bestehender Gesetze beruht." Den Mitgliedern werde ein geschlossener Raum vorgegaukelt. Niemand ahne, dass persönliche Daten längst zu einer Währung geworden seien, die für Werbezwecke vermarktet würden.

Datenschutz-Dialog bei Facebook. Der Nutzer soll mit dieser neuen Oberfläche mehr Kontrolle über seine Daten bekommen. Aber offensichtlich speichert Facebook auch Informationen von Personen, die gar keinen Account haben. Screenshot: CNET
Datenschutz-Dialog bei Facebook. Der Nutzer soll mit dieser neuen Oberfläche mehr Kontrolle über seine Daten bekommen. Aber offensichtlich speichert Facebook auch Informationen von Personen, die gar keinen Account haben. Screenshot: CNET

Facebook sei zu einem "Einwohnermeldeamt für die ganze Welt" geworden, so die CSU-Politikerin gegenüber dem Focus. Damit verschaffe sich das Portal auch Wettbewerbsvorteile gegenüber Mitbewerbern.

Seit einigen Tagen läuft wegen des Datenimportes unbeteiligter Dritter auch ein offizielles Bußgeldverfahren gegen Facebook. Die Klage stammt von dem Hamburger Datenschützer Johannes Caspar.

Fotogalerie: Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook

Wieder einmal hat Facebook seine Privatsphäre-Einstellungen geändert. Laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat nun jeder User eine bessere Kontrolle über seine Privatsphäre. In der Bildergalerie zu sehen, ist ein Facebook-Konto aus den USA - da hierzulande die Umstellung noch dauert. Eine Neuheit: Die bisher unübersichtlichen Privatsphäre-Einstellungen werden nun mit einem visuellen Chart dargestellt.
Mit einem Klick soll es nun möglich sein, auf Facebook Inhalte mit 'Freunden', 'Freunden von Freunden' oder mit 'allen' zu teilen. Werden die restriktiveren Einstellungen 'Nur Freunde' oder 'Freunde von Freundenv in der einfachen Kontrollmöglichkeit gewählt, gelten sie nicht nur für künftige, sondern auch für alle bereits veröffentlichten Inhalte.
Die Einstellungen bei der 'Basic Directory Information' ermöglichen es unter anderem genau anzupassen, was man von sich veröffentlichen will, wenn von einem fremden Facebook-Mitglied das eigene Profil aufrufen wird.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

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