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Atom-Antrieb: Raketenauto mit Intel-Chip

Sibylle Gassner
|
Dienstag, 27. Juli 2010, 14:23 Uhr

Offiziell ist das Bloodhound Super Sonic Car (SSC) ein Auto. Das aber eigentlich nur, weil es vier Räder hat und während der Fahrt angeblich auf den Boden bleibt. Vorausgesetzt die Aerodynamik-Experten haben sich nicht verrechnet und Intels Atom-Chip behält die Kontrolle über 135.000 PS.

Mehr als drei Jahre hat das Bloodhound Project-Team an dem 12,8 Meter langen Gefährt getüftelt. Auf der Farnborough Airshow im britischen Hampshire wurde erstmals ein originalgetreuer Nachbau präsentiert. Das Raketenauto ist in jeder Hinsicht atemberaubend.

Fotogalerie: 135.000 PS gezähmt mit Intels Atom-Chip

Entwickelt für Überschallgeschwindigkeit steckt im Bloodhound Super Sonic Car (SSC) Intels Atom-Chip, eigentlich optimiert für den Einsatz in Netbooks. Im kommenden Jahr soll das Gefährt den Geschwin-digkeitsrekord für Landfahrzeuge brechen. Auf der britischen Farnborough Air Show wurde erstmals ein originalgetreuer Nachbau präsentiert.
Der Simulator vermittelte Besuchern der Veranstaltung eine Idee davon, wie es sich anfühlt, mit Überschallgeschwindigkeit dahin zu jagen.
Diese Computersimulation zeigt die Luftströmungen, die an dem Raketenauto entstehen. Mit Hilfe von Millionen mathematischer Gleichungen hat das Aerodynamik-Team berechnet, wie sich die Luft um das Fahrzeug herum bei Höchstgeschwindigkeit verhält. Möglich war das nur mit einem der größten Supercomputer in Großbritannien.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Ziel der Konstrukteure war es die Marke von 1000 mph (miles per hour) zu knacken – das entspricht einer Geschwindigkeit von 1609 Stundenkilometern. Die Entwickler setzen dabei auf eine Antriebs-Kombination aus Jet-Triebwerk und Hybridrakete. Sie besteht aus einem Flugzeugmotor vom Typ Eurojet EJ200, der 90 Kilonewton (kN) Schub liefert, und einer Hybridrakete, die weitere 122 kN bringt. Sie ist dem Team zufolge mit 4,25 Metern etwa so lang ist wie ein Formel-1-Auto. Die gebündelte Antriebskraft von Rakete und Triebwerk entspricht mit 135.000 PS der von 180 F1-Boliden.

Und das bedeutet auch: In 42 Sekunden von Null auf 1609 km/h. Dass das Gefährt bei dieser Geschwindigkeit nicht abhebt, ist vor allem eine Frage der Aerodynamik. Das zuständige Team kämpfte sich mit Hilfe eins Supercomputers über drei Jahr durch Millionen von Berechnungen, um die Luftströmungen präzise vorherzusagen.

Da die Schubkraft die Räder des "Bluthundes" extrem belastet, kommt das derzeit widerstandsfähigste Material zum Einsatz: von Lockheed Martin entwickelte, aus raumfahrttauglichem Aluminium gefertigte Räder mit 90 Zentimeter Durchmesser. Das Chassis des Fahrzeugs besteht aus einer Kohlefaser-Konstruktion, die bei einem möglichen Unfall den besten Schutz für den Fahrer verspricht. Intels Atom-Chip übrigens wird verwendet, um das düsengetriebene Antriebssystem sowie das Kontrollsystem des Autos zu steuern.

Nachdem die Design-Arbeiten abgeschlossen sind, beginnt nun der Aufbau des Motors. 2011 dann will Andy Green, Pilot der Royal-Air-Force auf einer Strecke in der südafrikanischen Nordkap-Provinz Hakskeen Pan Vollgas geben. Läuft alles nach Plan wird er nicht nur die Schallmauer durchbrechen, sondern den alten Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge von 1228 km/h brechen.

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