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Management
CIO / CEO

Exodus: Die Auslagerung der IT

Chris Howard
|
Donnerstag, 18. Juni 2009, 13:57 Uhr

2009 wird für die globale Wirtschaft vermutlich das schwierigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. CIOs und IT-Manager suchen deshalb auch nach Wegen, Kosten einzudämmen und zu reduzieren. Dieser Umstand hat enormes Interesse an Cloud Computing, Software as a Service (SaaS), Outsourcing und anderen Möglichkeiten der IT-Auslagerung ausgelöst.

Bevor man jedoch alles auseinander nimmt und Prozesse umleitet, muss ein Unternehmen seine Kern- und Kontextkompetenzen unterscheiden lernen. Eine solche Prüfung zeigt, welche Geschäftsprozesse unternehmenskritische Differenzierung ermöglichen und welche lediglich Commodities betreffen. In den meisten Fällen sollten Unternehmen Commodity-Prozesse auslagern und Kernprozesse im Hause behalten.

Die Auslagerung der IT kann ein Mittel sein, um Kosten zu reduzieren, aber es gibt keine Garantie. Die Erfahrungen, die Unternehmen in der Vergangenheit mit den Unwägbarkeiten des Outsourcings gemacht haben, sind nicht überholt. Organisationen, die das Auslagern als Allheilmittel ansehen, werden bitter enttäuscht werden. Cloud und SaaS haben einfach (noch) nicht den Reifegrad erreicht, um Umfang und Komplexität der IT in Großunternehmen zu bewältigen.

Unausgereifte IT-Konzepte werden die Früchte der Auslagerung nicht ernten können, sondern ziehen sogar höhere Kosten und größere Komplexität nach sich. Unternehmen sollten den neuerlichen Fokus auf die Fiskalverantwortung nutzen, um die Werthaltigkeit ihrer Prozesse zu überdenken. Es mag zwar nicht möglich sein, Prozesse im großen Stil unmittelbar von internen auf externe Lösungen zu verlagern, dennoch birgt bereits die Analyse großen Nutzen, wie eine Organisation das, was sie tut, umsetzt. IT muss ihren Nutzen für das Unternehmen mehr denn je unter Beweis stellen. Indem IT-Abteilungen den Fokus von Kontext- auf Kernfunktionen verlagern, wird aus ihnen ein Investment und sie sind nicht länger nur ein Kostenfaktor.

Der unaufhaltsame wirtschaftliche Abschwung von 2008 war sicherlich erst ein Warmlaufen. CIOs und IT-Manager suchen nach Wegen, wie Kosten in allen Bereichen reduziert werden können, unterdessen haben ihre Geschäftspartner mit Umsatzeinbußen von mehr als 30 Prozent zu kämpfen. Unternehmen konzentrieren die Bemühungen auf ihre Schlüsselkompetenzen und prüfen Alternativen für alle anderen Aktivitäten. Kernkompetenzen sind solche, die dem Unternehmen eine Wettbewerbsdifferenzierung ermöglichen. Geschäftsfunktionen, die nicht zum Kern gehören, also Kontextfunktionen, sind Prozesse, die keine Wertschöpfung generieren: sprich Commodities. Das Interesse des Managements an einer Auslagerung der Prozesse – durch Cloud, SaaS, Outsourcing und Offshoring – entspringt dem Wunsch, interne Kosten für Maintenance und andere Probleme zu verringern. Professionelle externe Dienste sind verführerisch.

Die Vorteile der IT-Auslagerung bestehen in der Chance, Kosten zu reduzieren, sich neuerlich auf den Kern zu konzentrieren und strategische Partnerschaften mit dem Business einzugehen. Das Risiko liegt darin, daß die externen Lösungen für einen Einsatz auf Unternehmensebene noch nicht ausgereift genug sind. Umfassende externe Szenarien erfordern zudem erhebliches Refactoring der IT-Umgebungen in den meisten Unternehmen. Allerdings hat dieses Refactoring den langfristigen Nutzen, Kern- und Kontextfunktionen deutlich voneinander abzukoppeln, wodurch diese effizienter neu zugeordnet werden können. In diesem schwierigen Jahr muss die IT ihren Nutzen für das Unternehmen mehr denn je unter Beweis stellen. Indem die IT-Abteilungen den Fokus von Kontext- auf Kernfunktionen verlagern, wird aus ihnen ein Investment und sie sind nicht länger nur ein Kostenfaktor.

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