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Management
CIO / CEO

Hamburger Informatiker entwickeln Internet der Zukunft

Anja Schütz
|
Dienstag, 8. September 2009, 09:22 Uhr

Informatiker der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) entwickeln das Internet der Zukunft in den Germany Laboratories (G-Lab). Das Projekt dient zur Erforschung eines serviceoffenen und mobilen Internets, das für alle Anwender nutzbar werden kann.

'HAMcast' - so heißt die Technologie, die für das Internet der Zukunft in Hamburg entwickelt und getestet wird. 'HAMcast' steht für "Hybrid Adaptive Mobile Multicast" und will in den kommenden drei Jahren vorführen, wie neue nützliche Dienste in einer offenen, innovationsfreudigen Internet-Architektur etabliert werden können. Hierfür erhalten die Internet-Technologen um Prof. Thomas Schmidt von HAW Hamburg eine halbe Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Internet ist in die Jahre gekommen: Das heutige Internet - vor mehr als 30 Jahren erfunden - verbindet Millionen von Programmen, die alle über das gemeinsame Internet Protokoll (IP) miteinander kommunizieren. Als Grundlage für den Datenaustausch dient Programmierern eine niedrigstehende Kommunikationsschnittstelle, die das Internet Protokoll mit den Anwendungen fest verknüpft.

Die wachsende Vielfalt neuer Protokolle und Dienste, zum Beispiel IPv6, Mobilität und Gruppenkommunikation, macht einen protokollneutralen Einsatz der Schnittstellen für die Anwendungsentwickler zunehmend komplexer. Applikationen sind damit fehleranfälliger geworden. Als Konsequenz werden neue Anwendungen oft lieber unflexibel und mit geringer Servicequalität entwickelt, um spätere Risiken im Netzwerkbetrieb zu vermeiden - so ist ein Teufelskreis der Innovationsstarre entstanden.

Neue Internet-Dienste auf der Überholspur: "Wir möchten den Innovationsstau mit unserer Forschung unterbrechen, indem wir PCs und andere Endgeräte intelligenter an das globale Computernetz ankoppeln", so Projektleiter Prof. Schmidt aus der Informatik der HAW Hamburg. "Peer-to-Peer Techniken sollen dabei genauso zum Standarddienst werden wie mobile Vermittlungsverfahren."

Gemeinsam mit weiteren Partnern wollen die Wissenschaftler zeigen, wie der Gruppen­kommunikations­dienst des Internets (Multicast) in einer neuen, serviceoffenen und mobilen Internet-Architektur für alle Anwender nutzbar werden kann. Multicast bietet die Möglichkeit, Informationen im Internet ohne Server preiswert und schnell zwischen Programmen zu teilen. Dieser Dienst wird von populären Neuentwicklungen wie dem Internet-Fernsehen (IPTV) und Online-Spielen, aber auch von Konferenzsystemen oder dem Katastrophenschutz benötigt. Ideen hierzu existieren seit 25 Jahren, aber bisher hat die Unbeweglichkeit der Internet-Schicht Multicast an einer globalen Verbreitung gehindert.

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