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Management
CIO / CEO

"Die richtige Zeit für eine eigene Kristallkugel"

Sibylle Gassner
|
Mittwoch, 27. Januar 2010, 13:26 Uhr

Alles begann mit dem Schlagwort 'IT aus der Steckdose'. Heute jonglieren die Serviceprovider mit verschiedenen Definitionen von Cloud Computing, hinter denen oft nicht viel mehr steckt als ein aufgehübschtes Outsourcing-Angebot. Im Interview mit silicon.de erklärt Gartner-Analyst Frank J. H. Ridder, wo die Grenze zwischen standardisiertem Service und Cloud-Angebot liegt und wie Firmen ihren eigenen Weg in die Wolke finden können.

silicon.de: Mega-Deal oder punktuell ausgewählte Outsourcing-Projekte - wie hat sich der Sourcing-Markt vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zuletzt entwickelt?

Frank J.H. Ridder: Es gibt immer noch große Outsourcing-Deals, allerdings wächst ihr Anzahl nicht mehr. Dagegen nimmt die Zahl der mittleren und kleinen Verträge weiter zu. Generell wächst der Markt noch, egal ob in den Bereichen Infrastruktur, Applikation oder Business Process Outsourcing. Das Wachstum liegt im einstelligen Prozentbereich.

Die ganzen neuen Modelle unterstützen das natürlich, denken Sie zum Beispiel an Cloud Computing. Da kommt ein Unternehmen wie Google um die Ecke und liefert noch Services, das gleiche gilt für Amazon. Die Frage ist, wie klassifiziert man solche Services – sind das noch Outsourcing-Services oder eine ganz neue Kategorie Cloud-ähnlicher Dienste.

Die Begriffsdefinition im Cloud Computing ist sowieso nicht so ganz klar. Jeder versteht darunter leider etwas anders. Es gibt neue Begriffe wie 'Private Cloud' oder Community Cloud, mit denen versucht wird, gewisse Themenbereiche zusammenzufassen. Zum Beispiel den Bedarf der deutschen Finanzwelt. Eine solche Cloud könnte dann an bestimmte Compliance-Vorgaben angepasst werden.

silicon.de: Wie groß ist speziell in Deutschland die Nachfrage nach Cloud-Angeboten?

Frank J.H. Ridder: Das Interesse an diesen Lösungen ist sehr groß. Es gibt auch die ersten großen Vertragsabschlüsse in Europa, beispielsweise der französische Automobilzulieferer Valeo. Er hat 30.000 Arbeitsplätze in die Cloud von Google geschoben.

Auch wir werden oft von Kunden gefragt, ob sie solche Angebote als große Firma bereits nutzen können. Tatsächlich wurden gerade in der Krise solche Projekte konkret angegangen. Dazu gehören auch solche, die der Markt als Cloud Computing bezeichnet, wir bei Gartner sprechen dagegen von "Infrastructure Utilities". Das sind Dienstleistungen die hochgradig standardisiert und automatisiert sind und durch Virtualisierung realisiert werden. Sie bieten Kunden viele Vorteile im Sinne einer Cloud. Beispielsweise variable Abnahme-Mengen, die Möglichkeit nach oben und unten zu skalieren oder hochstandardisierte Services. Solche Projekte sind gerade in den vergangenen zwölf Monaten extrem stark gewachsen. Die Provider sprechen von hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Wachstumsraten im deutschsprachigen Raum.

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