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Management
CIO / CEO

Avayas Fahrplan für Nortel Enterprise Solutions

Anja Schütz
|
Donnerstag, 11. Februar 2010, 11:00 Uhr

Die Nortel Enterprise Solutions (NES) wurde im September 2009 vom Kommunikations-Spezialisten Avaya übernommen. Für rund 635 Millionen Euro kaufte das Unternehmen das Enterprise-Telefoniegeschäft von Nortel mit rund 6000 Mitarbeitern. Im Interview mit silicon.de erklärt der Geschäftsführer und Leiter im Großkundenbereich Frank Pieper, die Strategie des Konzerns und die Integration des Nortel-Portfolios.

silicon.de: Welche Roadmap verfolgt Avaya mit Nortel Enterprise Solutions (NES) im Gepäck?

Frank Pieper: Nortel Enterprise und Avaya ist jetzt eine Einheit. Mit intensiver Vorbereitung haben wir jetzt eine Roadmap auf den Weg gebracht, um unseren Kunden zu zeigen, wohin die Reise geht. Der eine oder andere Nortel-Kunde fragt sich, was wird mit meinen Produkten, was ist mit meinem Investment. Mit der Roadmap zeigen wir, welche Architekturbestandteile zukünftig die wichtigen Eckpunkte sind, aber sagen gleichzeitig auch, dass wir so gut wie keine Produkte dieses Jahr auslaufen lassen, das heißt wir versorgen die Nortel-Kunden weiter. Viele Nortel-Kunden waren durch das Konkursverfahren und während des Übernahmeprozesses stark verunsichert. Mit unserem Fahrplan wollen wir den Kunden nun die Sicherheit geben, dass alles in guten Händen ist.

silicon.de: Welche Technologien von Nortel Enterprise Solutions (NES) wurden in das Produkt-Portfolio von Avaya integriert?

Frank Pieper: Zum Beispiel im Contact-Center-Bereich führen wir einige interessante Produkte von Nortel mit unseren zusammen und bringen sie auf eine gemeinsame Plattform. Des Weiteren gibt es Nortel-Produkte auch im Unified Communications (UC)-Bereich. Hier bleibt die Avaya Aura-Architektur als die Kernarchitektur bestehen. Beide Firmen hatten bereits schon Entwicklungen in die gleiche Richtung gemacht, das heißt alles offen, alles auf SIP (Session Initiation Protocol) basierend. Deshalb lassen sich die Entwicklungen beider Firmen sehr gut zusammenführen. Die Kollegen von Nortel haben zum Beispiel eine sehr gute Management-Plattform, die sich beispielsweise hervorragend für die Administration von unterschiedlichen Systemen einsetzen lässt. Diese werden wir mit einbringen, weil sie weiter als unsere bisherige Lösung ist.

Für alle Standard-Telefonanlagen, die zum Teil zehn bis 15 Jahre alt sind, werden wir SIP-Schnittstellen schaffen, damit diese auch weiterhin genutzt werden können. Wir setzen auf die sanfte Migration und hoffen damit, dass unsere Kunden uns lange treu bleiben. Damit machen wir uns zwar mehr Arbeit, in Hinsicht auf die Weiterentwicklung und Unterstützung von Produkten, aber der Markt und die Kunden haben uns gesagt, wenn Ihr das macht, dann sind wir mit Euch auch langfristig unterwegs.

silicon.de: Wie lange gibt es denn noch Nortel-Produkte und wie viele Kunden gibt es weltweit?

Frank Pieper: Einige Nortel-Produkte werden in den nächsten zwei bis drei Jahren eingestellt, für diese gilt dann aber immer noch eine sechsjährige Wartungsfrist. Die Migration erfolgt in einem sehr breiten Zeitfenster. Insgesamt haben wir zusammen mit Nortel 1,5 Millionen Kunden vom kleinsten Kunden bis hoch zu Großkonzernen wie die Deutsche Bank. Avaya erwartet weltweit für dieses Jahr einen Umsatz von 6 Milliarden Dollar mit rund 19.000 Mitarbeitern, inklusive der Nortel-Mitarbeiter.

Avaya
"Nortel Enterprise und Avaya ist jetzt eine Einheit", erklärt Frank Pieper, Geschäftsführer der Enterprise Group bei Avaya.
Foto: Bitkom

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