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Management
CIO / CEO

Arbeitnehmer: Loyal in der Krise

Lutz Poessneck
|
Freitag, 12. März 2010, 13:21 Uhr

Der Konjunkturrückgang der vergangenen Jahre hat offenbar zu einer starken Bindung zwischen Unternehmen und ihren Angestellten geführt. Durchschnittlich 23 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler als vor der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Dies hat eine Studie ergeben, für die der Personaldienstleister Kelly Services nach eigenen Angaben zwischen Oktober 2009 und Ende Januar 2010 rund 134.000 Arbeitnehmer befragt hat, davon 2000 in Deutschland. Laut der Befragung sind gutes Management und aktive Kommunikation die wichtigsten Voraussetzungen für mehr Loyalität, während schlechte Geschäfts- und Mitarbeiterführung, mangelnde Arbeitsmoral und unzureichende Kommunikation dazu führen, dass die Bindung der Angestellten zum Unternehmen nachlässt.

"Unternehmen, die im Hinblick auf die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen offen kommuniziert und sich bestmöglich um ihre Angestellten gekümmert haben, konnten so das Vertrauen und die Bindung der Mitarbeiter in Zeiten der Krise stärken", sagt Ralf Heiden, Geschäftsführer Kelly Services Deutschland. "Diese höhere Loyalität führt dazu, dass die Mitarbeiter engagierter und konzentrierter sind – ein entscheidender Vorteil, wenn die Wirtschaftslage sich wieder verbessert." Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • 43 Prozent der befragten Angestellten geben an, ihrem gegenwärtigen Arbeitgeber gegenüber "absolut loyal" zu sein, bei den 48- bis 65-Jährigen ist es sogar die Hälfte.

  • Auf die Frage nach dem entscheidenden Faktor, der über die Bindung zum Arbeitgeber entscheidet, nennen 49 Prozent interessantere und anspruchsvollere Aufgaben. Für 19 Prozent ist mehr Verantwortung wichtig, nur 14 Prozent halten ein höheres Gehalt oder sonstige Vergütungen für essentiell.

  • Nach dem wichtigsten Faktor befragt, der sie zur Kündigung bewegen würde, nennen 25 Prozent der Befragten schlechtes Management, gefolgt von mangelnder Kommunikation (20 Prozent) und unzureichender Vergütung (16 Prozent).

  • Die Reputation des Unternehmens ist bei der Jobwahl und der Frage, ob sie ihrem Arbeitgeber treu bleiben, für 41 Prozent der 48- bis 65-Jährigen ein sehr wichtiger Faktor; bei den 18- bis 29-Jährigen sind es nur 19 Prozent. Für die befragten Arbeitnehmer wird die Reputation eines Unternehmens vor allem durch die Qualität von Geschäftsführung und Mitarbeitern sowie Produkten und Services bestimmt. In geringerem Maße tragen dagegen globale Marktpräsenz, finanzielle Performance und Corporate-Social-Responsibility-Initiativen zum guten Ruf bei.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Bezahlung im Hinblick auf die Motivation der Mitarbeiter weniger bedeutend ist als viele Unternehmen glauben", sagt Heiden. "Um ihre Mitarbeiter zu motivieren, müssen Arbeitgeber dagegen vor allem für ein Umfeld sorgen, das die persönliche Entwicklung fördert sowie interessante und verantwortungsvolle Aufgaben ermöglicht."

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