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Management
Mittelstand
Management-Strategie

BI bürdet unterem Management mehr Entscheidungen auf

Kathrin Schmitt
|
Freitag, 23. November 2007, 16:42 Uhr

Manager im mittleren und unteren Bereich einer Firmen-Hierarchie erhalten durch den Einsatz von Business Intelligence (BI) mehr Macht, aber auch mehr Verantwortung.

Wie eine aktuelle Studie des Marktforschers IDC herausfand, sind Marktführer einer Branche oft die Firmen, die BI sowie Informationen und Funktionen aktiv und bewusst einsetzen.

Dies resultiere vor allem daraus, dass die Top-Performer ihre BI-Werkzeuge nicht mehr nur strategisch, sondern vor allem im operativen Geschäft einsetzen. Außerdem ist ihre Toleranz selbst gegenüber kurzen Systemausfällen sehr niedrig. Für die leitenden und auch die ausführenden Mitarbeiter auf den operativen Stühlen heiße dies, dass sie in die Lage versetzt sind, informiertere Entscheidungen zu treffen. Sie können die Konsequenzen ihrer Entscheidungen aber auch direkter sehen. Das führe zu mehr Selbständigkeit in den Fluren.

Demgegenüber treffen durchschnittlich erfolgreiche Unternehmen wichtige Entscheidungen nach wie vor intuitiv und investieren zugleich deutlich weniger in BI-Technologie. Insgesamt werden derzeit noch rund ein Drittel aller Entscheidungen rein nach Bauchgefühl getroffen, hieß es in der Studie, die über die Website des Data-Management-Spezialisten Teradata heruntergeladen werden kann.

IDC befragte etwa 1000 IT-Manager und Fachbereichsleiter. "Diese Studie ist ein Signal für diejenigen Unternehmen, die noch keine Business Intelligence einsetzen", bewertete John Gantz, Chief Research Officer bei IDC, die Ergebnisse. Demnach sei die Kluft zwischen Marktführern und restlichen Unternehmen offensichtlich: Bei den Marktführern bescheinigten 66 Prozent der Befragten ihrem Management ein ausgeprägtes Bewusstsein für BI-Investitionen, verglichen mit nur 15 Prozent bei den durchschnittlichen Unternehmen. Darüber hinaus setzen die führenden Unternehmen BI eher im Kontakt mit Kunden und Lieferanten ein – und sie befürchten häufiger unmittelbare Schäden, falls ihr BI-System ausfällt. Außerdem betrachten sie BI eher als eine der wichtigsten Geschäftsinitiativen. Und sie messen sogar den dadurch erzielten Return on Investment (ROI).

Die Studienautoren rund um Gantz fanden demnach auch heraus, dass die Entscheidungsprozesse in den Unternehmen sich immer weiter auf untere Hierarchieebenen verlagern. Im Falle von Outsourcing sowie entlang von Lieferketten werden sie sogar nach außen abgegeben. Daraus erwachse ein erhöhter Bedarf an analytischen Entscheidungshilfen, wie sie BI bietet. Im Alltag heiße dies, dass 48 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass die Mitarbeiter im Kundenkontakt, wie Empfangspersonal, Kassierer, Call-Center-Agenten oder Bankangestellte in diesem Jahr mehr Entscheidungen selbst treffen als 2006. Mit 54 Prozent sehen mehr als die Hälfte der Befragten selbst im Kundenkontakt und haben eine BI-Lösung zur Hand. Drei der fünf wichtigsten Business-Analytics-Anwendungen unterstützen kundenbezogene Tätigkeiten.

Die wachsende Datenflut und Komplexität ziehe nach sich, dass die Entscheidungsabläufe wieder dezentralisiert werden müssen. 75 Prozent der Befragten beobachten eine wachsende Informationsflut, allen voran bei Behörden und Pharmaunternehmen. Dabei sei fast die Hälfte der Daten für die Entscheidungsfindung nutzlos. 58 Prozent der Befragten zufolge werden die Entscheidungen immer komplexer. Mit 98 Prozent  sind fast alle befragten Entscheidungsträger in Führungspositionen der Meinung, dass BI-Lösungen eine ihrer Prioritäten für das Jahr 2007 sind. 37 Prozent aller Geschäftsentscheidungen werden aber immer noch nach dem Bauchgefühl getroffen.

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