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Mittelstand

AMD-Forscher: "Wir sind zwei Chip-Generationen voraus"

Lutz Poessneck
|
Freitag, 11. Juli 2008, 12:01 Uhr

Schnelle Prozessoren nutzen nichts, wenn sie am Betriebssystem vorbei arbeiten. AMD betreibt in Dresden daher das 'Operating System Research Center' (OSRC), das die Betriebssysteme für die Chips optimiert. silicon.de sprach darüber mit Chris Schläger, Director OSRC.

Chris Schläger studierte Elektrotechnik an der RWTH Aachen. 1996 ging er zu Rockwell Semiconductor in die USA. 1999 wechselte er Suse Linux und blieb bis 2005 bei Novell USA. Bei Suse/Novell war er maßgeblich daran beteiligt, Suse Linux auf die AMD-Opteron-Plattform zu portieren. 2006 übernahm Schläger die Leitung des AMD OSRC in Dresden.

silicon.de: AMD hat das OSRC im April 2006 gegründet. Warum hat sich AMD dazu entschlossen?

Chris Schläger: Mit dem Ende des Megahertz-Rennens, kurz nach der Jahrtausendwende, erfuhr die CPU-Industrie einen entscheidenden Wandel. Während die Steigerung der Taktfrequenz und die Vergrößerung von Caches für die Software weitgehend transparent erfolgten, standen jetzt neue Features wie 64-Bit-Computing, Virtualisierung, Multi-Core und intelligentes Leistungsmanagement im Vordergrund.

Diese neuen Funktionen kommen jedoch nur beim Kunden an, wenn sie auch von der Software unterstützt werden. Daher muss AMD bei neuen Funktionen auch immer die Softwareseite genau verstehen. Dies ist eine Hauptaufgabe des OSRC.

silicon.de: Warum kam nach das ORSC nach Dresden?

Chris Schläger: Das OSRC ist eine globale AMD-Organisation, die neben den Mitarbeitern in Dresden auch Mitarbeiter in den USA hat. Ein enger Kontakt zu den Entwicklern ist für unsere Arbeit unerlässlich. Dresden bietet eine Reihe sehr interessanter Standortfaktoren. Die bereits vorhandene Infrastruktur der zwei Fabriken und der AMD-Einheit 'Dresden Design Center' war gerade in der Gründungsphase sehr vorteilhaft.

Darüber hinaus bietet Dresden als Hightech-Zentrum auch ein gutes Potential an Mitarbeitern und ist auch für viele Nicht-Dresdner sehr attraktiv. Die sehr verwandte Arbeit einiger Lehrstühle der TU Dresden ist aber ein ebenso starkes Argument für Dresden. In dieser Kombination ist das derzeit einzigartig in Europa.

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