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Management
Mittelstand

Ein Google-Killer namens Wolfram

Lutz Poessneck
|
Dienstag, 10. März 2009, 09:25 Uhr

Ein Gespenst geht um in der IT-Branche: das Gespenst des Google-Killers. Diesmal ist es die britische Suchmaschine 'Wolfram Alpha', die den mächtigen Branchenprimus das Fürchten lehren soll.

Wolfram Alpha ist ein Projekt des britischen Mathematik- und Physik-Professor Stephen Wolfram. Aufbauend auf der selbst entwickelten Software Mathematica und seinem Buch 'A New Kind of Science' will Wolfram Suchergebnisse nicht nur nachschlagen, sondern berechnen. Statt einer Liste von Websites sollen Nutzer konkrete Antworten auf beliebige Fragen erhalten.

"Mit Mathematica verfüge ich über eine symbolische Sprache, um alles auszudrücken, sowie über einen Algorithmus, um jede Art von Berechnung durchzuführen", so Wolfram in einem Blogeintrag. Heutige Suchmaschinen könnten nur nach Begriffen und Sätzen in Texten suchen und als Folge lediglich auf vorgefertigte Frage-Antwort-Paare zugreifen.

Wolfram Alpha soll im Mai an den Start gehen. Bisher steht die Suchmaschine nur ausgewählten Testern zur Verfügung, darunter Nova Spivack, dem CEO von Radar Networks. Das Unternehmen bietet die Webanwendung Twine an, die auf die semantischen Suchtechniken basiert.

Von Wolfram Alpha gibt sich Spivack begeistert. "Wolfram Alpha ist so wichtig für das Web wie Google, es dient nur einem anderen Zweck", so Spivack. Man werde Wolfram Alpha voraussichtlich nicht nutzen, um einen Blogeintrag oder ein neues Auto zu finden. Die neue Suchmaschine zeichne sich aber immer dann aus, wenn Nutzer Fakten zu einem Thema suchten.

Als Beispiele nannte Spivack Fragen nach der Anzahl der Protonen in einem Wasserstoff-Atom oder der 307. Stelle der Kreiszahl Pi. Die Wolfram-Suchmaschine unterstütze aber auch Wissensgebiete wie Technik, Geografie, Wetter, Wirtschaft, Reisen, Menschen und Musik.

Fotogalerie: So sammelt Google Nutzerdaten

Darauf gründet Googles beherrschende Stellung im Internet: Die selbst entwickelte Suchmaschine. Sie ist seit dem 7. September 1998 online und bislang unbestreitbar unübertroffen. Die Zahlen schwanken je nach Analystenhaus – aber die deutliche Mehrzahl der Suchabfragen läuft über diese Site. Und wird natürlich registriert und abgespeichert.
Wer noch Zweifel hat, dass seine Suchabfragen und sämtliche anderen Bewegungen auf der Google-Seite verfolgt werden, sollte mal Google Mail nutzen. Dort wird er mit personalisierter Werbung erfreut. Denn auch die Mails der Nutzer werden nach Schlagwörtern durchsucht.
Positiv ist auf jeden Fall, dass fast alle Anwendungen kostenlos sind. Indirekt wird das Angebot allerdings durch Werbeangebote bezahlt. Und die Werbekunden freuen sich über jede Angabe zu den Nutzern – nur so erreichen sie die gewünschte Zielgruppe punktgenau.

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