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Management
Mittelstand

Twitter maßlos überschätzt

Martin Schindler
|
Dienstag, 14. Juli 2009, 14:00 Uhr

In Deutschland ist der Twitter-Hype, wie man ihn derzeit in den USA erlebt, bestenfalls eine Fußnote. Lediglich drei Prozent der Internet-Nutzer zwitschern mindestens einmal pro Woche.

Diese Nutzer stammen meist aus Bereichen wie IT, Medien, Multimedia oder Internet, das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsinstitutes Fittkau & Maaß im April und Mai unter 121.000 deutschsprachigen Internet-Nutzern. Demnach lesen oder schreiben nur drei Prozent der Nutzer mindestens einmal pro Woche tweets. Weitere drei Prozent tun dies einmal pro Monat.

Fotogalerie: Alle Twitter-Suchmaschinen auf einen Blick

Die Twitter-eigene Suche Search.twitter.com listet Ergebnisse chronologisch und sucht nur auf Twitter.
Twazzup sucht auch außerhalb Twitter.
Mehrere Suchen können hier gleichzeitig im Hintergrund ablaufen. So lassen sich auch verschiedene Themen über den Tag hinweg bequem verfolgen. Was hier fehlt, ist allerdings eine Möglichkeit, Suchen zu verfeinern.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Andere Formen des Web 2.0 haben da schon einen deutlich höheren Nutzungsgrad: Auf Wikis etwa greifen rund zwei Drittel der Nutzer wenigstens einmal pro Monat zu. Social Networks wie StudiVZ oder Facebook besuchen 40 Prozent mindestens einmal pro Monat. Foto- sowie Video-Communities, Weblogs und Frage-Antwort-Portale erreichen alle über 20 Prozent monatliche Nutzer.

Twitter-Nutzung
Nur drei Prozent der deutschen Internet-User twittern mindestens einmal in der Woche. Quelle: Fittkau&Maaß.

"Unter den berufstätigen Mikro-Bloggern arbeiten überproportional viele in den Branchen EDV, Medien, Verlagswesen sowie Multimedia und Internet. Jeder dritte Mikroblogger ist in einer dieser Branchen berufstätig. In der Gesamtnutzerschaft ist es nicht einmal jeder achte", sagt Susanne Fittkau von Fittkau & Maaß. Die Marktforscherin wertet die auffällige Branchenverteilung als Hinweis darauf, dass das Twittern eine ganz bestimmte Zielgruppe anspricht, aber zum heutigen Zeitpunkt keinen Kommunikationsweg für die breite Masse der Internetnutzer darstellt.

Das Profil der Twitter-Nutzer sieht laut den Umfragedaten folgendermaßen aus: Fast zwei Drittel sind jünger als 40 Jahre. Sie fallen durch eine ausgesprochen hohe Computer- sowie Web-2.0-Affinität auf: Beispielsweise sind Twitterer zum Teil doppelt so oft Nutzer von Weblogs oder Social Networks wie der Durchschnitt der Internetnutzer.

Außerdem seien die meisten Mikroblogger wesentlich trendorientierter und kommunikativer als der Durchschnitt. Rund 40 Prozent von ihnen geben an, dass sie "Produktneuheiten meist sehr früh" kaufen. In der Gesamtnutzerschaft sind dies nur 20 Prozent. Und 30 Prozent der Twitter sagen von sich, dass sie gerne im Mittelpunkt stehen. Im Durchschnitt der Befragten sind es lediglich 17 Prozent. Die Zahlungsbereitschaft für Mikroblogging ist dagegen sogar bei den Web-2.0-Enthusiasten gering: Nur sechs Prozent der Twitter-Nutzer wären laut Umfrage bereit, für die Nutzung zu zahlen.

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