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Management
Mittelstand

Data Governance oder Information Governance?

Dr. Bjorn Tuft
|
Donnerstag, 11. März 2010, 12:34 Uhr

Im Laufe der letzten Jahre wurde das Thema der Data Governance beziehungsweise Datensteuerung mit verschiedensten Modellen angegangen. Ein Gastbeitrag von Dr. Bjorn Tuft, Director Advisor beim Marktforscher Experton Group.

Vom Umfang her sind entsprechende Implementierungen allerdings tendenziell eher eng begrenzt, das heißt sie beschränken sich auf Geschäftsbereiche, adressieren also nicht die übergreifende Unternehmensanforderung einer Informationssteuerung beziehungsweise Information Governance. Immer wieder taucht für Anwender die Frage auf: Wie sehen Information-Governance-Konzepte und die Informations-Lieferkette sowie die ersten Schritte aus?

Data Governance ist eine Methodik, die das Management strukturierter Unternehmensdaten steuert. Eine effektive Data Governance kümmert sich um die Verfügbarkeit, Integrität und Qualität der Unternehmensdaten. In den meisten Firmen sind Daten Rohfakten innerhalb eines "Business-Silos", also eines isolierten Geschäftsbereichs, die nicht im Unternehmenskontext zur Anwendung kommen.

Die Methodik der Information Governance steuert den Prozess des unternehmensweiten Informationsmanagements. Informationen bestehen aus strukturierten Daten und unstrukturierten Inhalten im Kontext eines einzelnen oder mehrerer einzelner Bereiche oder Abteilungen. Außerhalb der Einheit, die die Informationen gesammelt oder erstellt hat, können diese Informationen unterschiedliche Bedeutungen haben. Informationen mit vertrauenswürdigen Inhalten zeichnen sich aus durch Authentizität, Kompetenz, Integrität, Zuverlässigkeit und Nutzerfreundlichkeit.

Die Meinung, dass die Qualität der Daten und Informationen ein Problem der IT-Seite ist, ist zwar weit verbreitet, aber nicht richtig; es handelt sich vielmehr um Probleme der Geschäftsseite, die Zeit, Geld und Ressourcen kosten. Eine Umfrage unter 400 Führungskräften ergab, dass 80 Prozent Informationen als Quelle von Wettbewerbsvorteilen betrachten. Doch 50 Prozent haben keinen unternehmensweiten Zugang zu den benötigten Informationen, um damit fundierte und intelligente Entscheidungen treffen zu können.

Fazit: Um alle Teile eines Unternehmens in ein zusammenhängendes Ganzes integrieren zu können, muss Information Governance in die Standard-Geschäftsprozesse eines jeden Unternehmens eingebettet werden. Information Governance schafft eine höhere Transparenz der Informationen und ermöglicht eine fundierte Entscheidungsfindung in Reaktion auf sich verändernde Geschäftsbedingungen und systemimmanente Risiken.

Die IT-Führung sollte in Zusammenarbeit mit dem Management und den Fachabteilungen eine Strategie zur unternehmensweiten Installation und Implementierung der Data Governance und darauf aufbauend der Information-Governance-Prozesse erarbeiten. Die vollständige Research Note kann man nach einer Registrierung kostenlos aus dem Netz laden.

Dr. Bjorn Tuft Dr. Bjorn Tuft ist Director Advisor bei der Experton Group. Seine Themenschwerpunkte sind Unternehmensplanung und -Architektur, Geschäfts- und IT-Strategie.
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