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Management
Mittelstand

Was sollten wir vom Silicon Valley lernen?

Dr. Thomas Meyer
|
Donnerstag, 18. März 2010, 11:45 Uhr

Die Initiative der Bundesregierung 'Gründerland Deutschland' will die Zahl der Gründungen erhöhen. Das ist ein guter Start. Aber sie sollte noch weitergehen – denn nicht die Zahl der Startups ist entscheidend, sondern deren Innovationskraft und Fähigkeit, sich am Markt durchzusetzen. Ein Gastbeitrag von Dr. Thomas Meyer, Deutsche Bank Research.

Die Bundesregierung will mit der neuen Initiative Gründerland Deutschland den Deutschen mehr Lust auf selbständige oder unternehmerische Aktivitäten machen. Durch ein ganzes Maßnahmenbündel – von Öffentlichkeitsarbeit bis zur Neuauflage des High-Tech-Gründerfonds – soll der Gründungsgedanke gefördert werden.

Die USA gelten vielen als Vorbild in Sachen Gründungskultur. Das hat zwei Gründe: Zum einen gibt es in keiner anderen entwickelten Ökonomie einen höheren Anteil an Startups. Gerade bei den besonders interessanten Gründungen in High-Tech-Branchen konnten die USA die Gründungsaktivität in den letzten Jahren ausbauen, während sie in Deutschland zurückgegangen ist.

Zum anderen gelingt es jungen Unternehmen in den USA immer wieder ganz nach oben zu kommen. Der Aufstieg Googles von einem Silicon-Valley-Startup zur gefragten Suchmaschine im Internet ist wohl das bekannteste Beispiel.

Wir haben uns in einer Untersuchung die Gründungsdynamik in den USA genauer angeschaut. Welche Lehren lassen sich aus den US-Erfahrungen für Deutschland ziehen?

Direkte Fördermaßnahmen haben bloß begrenzte Bedeutung. In den USA stellt der Staat nur rund 1,5 Prozent der Gründungsfinanzierung bereit. Banken und Kreditkartengesellschaften finanzieren – entgegen vieler Vorurteile – mit 39 Prozent den Löwenanteil. Auch hat die Zusammenarbeit mit staatlichen Forschungseinrichtungen für innovative US-Startups eine geringere Bedeutung als etwa die Kooperation mit Universitäten oder anderen Unternehmen.

Zudem erfüllen Investoren und Kreditgeber eine wichtige Kontrollfunktion: Wen sie finanzieren, der hat im Schnitt eine niedrigere Ausfallwahrscheinlichkeit, schließlich geht jedem Engagement eine intensive Prüfung voraus. Der Marktmechanismus ist also notwendig, um gute von schlechten Geschäftsideen zu trennen, und darf nicht durch staatliche Eingriffe verzerrt werden.

Gleichwohl bleiben Unternehmensgründungen sehr riskant. In den USA überleben weniger als 30 Prozent der Startups mehr als zehn Jahre. Scheitern ist also die Regel, nicht die Ausnahme. Daher ist es wichtig, den Prozess der Insolvenz, das heißt dessen finanzielle und gesellschaftliche Härten, für die Betroffenen zu mildern.

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