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Management
Mittelstand

SIS: Gebeutelt und vernachlässigt

Lutz Poessneck
|
Freitag, 19. März 2010, 14:33 Uhr

Seit dem 18. März ist die Katze aus dem Sack: Siemens streicht bei der IT-Tochter SIS (Siemens IT Solutions und Services) 4200 Stellen. Das Schicksal von SIS bleibt jedoch ungewiss. Am Ende könnte ein Verkauf oder Börsengang stehen.

Siemens folgt damit erneut der Strategie, sich auf die Kerngeschäftsfelder Industry, Energy und Healthcare auszurichten – wie auch schon beim Verkauf der Handysparte an BenQ, dem Rückzug aus Fujitsu Siemens Computers oder beim Joint Venture Nokia Siemens Networks.

Besonders an das BenQ-Desaster dürften sich viele SIS-Mitarbeiter noch gut erinnern. Die Mitarbeiter taten in den vergangenen Jahren gut daran, sich angesichts permanenter Umstrukturierungen und Gehaltseinbußen eine dicke Haut zuzulegen. Das Thema, dass Siemens die "defizitäre IT-Tochter sanieren" wolle, zieht sich wie ein roter Faden durch die langjährige Berichterstattung von silicon.de.

So wurde dem damalige Unternehmensteil Siemens Business Services (SBS) bereits im Dezember 2002 ein rigoroser Sparkurs verordnet. Im März 2005 hieß es, SBS könnte verkauft werden. Im Geschäftsjahr 2005 machte der IT-Dienstleister einen Verlust von 690 Millionen Euro. Im Juli 2006 legte der Konzern ein neues Sanierungskonzept für SBS vor. Kurze Zeit später war wieder von einem Verkauf die Rede. Zum Januar 2007 wurde aus SBS dann SIS, die Probleme jedoch blieben. Im Dezember 2009 machte Siemens Christian Oecking zum kommissarischen Chef von SIS.

Nach den Jahren dieses Zick-Zack-Kurses haben der Siemens-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall jetzt Widerstand gegen den Stellenabbau angekündigt. "Die SIS-Beschäftigten leisten seit über drei Jahren ihren Beitrag zur Kosteneffizienz", so Dieter Scheitor, Leiter des Siemens-Teams der IG Metall und Siemens-Aufsichtsratsmitglied. "Trotzdem hat es weder grundlegende Veränderungen im Management noch ein tragfähiges Konzept gegeben. Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab."

"Die ungeklärte Zukunft von über 2000 Beschäftigten, die nicht in die künftige SIS wechseln, ist für uns nicht hinnehmbar", sagte Siemens-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Lothar Adler. "Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, wird der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter in keiner Weise gerecht."

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