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Mittelstand

Außer Rand und Band – Forscher hacken Auto

Sibylle Gassner
|
Dienstag, 18. Mai 2010, 10:31 Uhr

US-Wissenschaftler haben bewiesen, dass es einfacher ist als bisher oft gedacht, die IT-Systeme eines Autos zu hacken und das Fahrzeug so unter Kontrolle zu bringen. Den Forscher gelang es, die Kommunikation der bis zu 70 elektronischen Steuersysteme abzuhören, die in einem modernen Auto eingebaut sind.

Einmal gehackt, gehorchte das Auto dem Team um Steven Savage von der Universität des US-Bundesstaates Kalifornien in San Diego (UCSD) und Tadayoshi Kohno von der Universität des US-Bundesstaates Washington in Seattle aufs Wort. Auf einem stillgelegten Flugplatz reagierte der Wagen unter anderem gar nicht mehr auf die Bremse oder leitete ohne Zutun des Fahrers eine Vollbremsung ein.

Details beschreiben die Wissenschaftler in einem Aufsatz, den sie an diesem Mittwoch auf einer Fachtagung in Kalifornien präsentieren. Den Zugriff auf die Electronic Control Units verschafften sich die Forscher über den Port der so genannten On-Board-Diagnose, ein Fahrzeugdiagnosesystem.

Fotogalerie: Elektronisches Auto-Cockpit von Ford

Auf der CES präsentierte Ford-Chef Alan Mulally seine Vorstellung vom Auto-Cockpit der Zukunft. Die "MyFord Touch Cabin" orientiert sich an der Menü-führung von Handys und konfrontiert den Fahrer mit zwei 4,2 Zoll großen Monitoren sowie einem 8 Zoll großen Hauptbildschirm.
Die zwei kleineren Bildschirme sitzen direkt im Armaturenbrett vor dem Fahrer. Links werden Auto-relevante Informationen angezeigt, rechts finden sich Auskünfte über das Audiosystem, das Navi sowie Anrufe. In einer abgespeckten Variante verzichtet Ford auf den 8 Zoll großen Hauptbild-schirm und liefert die dort dargestellten Informationen auf den rechten kleinen Monitor.
Der linke Bildschirm kann selbst konfiguriert werden.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Über ein selbst geschriebenes Programm gelang es ihnen dann, die Kommunikation der ECUs untereinander abzuhören und sie zu manipulieren. Das Spionageprogramm lief auf einem Laptop im Auto, auf das die Forscher drahtlos zugriffen. Auch deshalb ist ein Angriff unwahrscheinlich – schließlich müsste ein Hacker einen Computer in dem Auto unterbringen, das er manipulieren möchte. Wenn Autos aber in Zukunft mit internetfähigen ECUs ausgestattet werden, steigt die Gefahr entsprechend.

"Unsere Arbeit ist ein entscheidendes Stück in dem Puzzle und bietet die erste Studie, die auf der Basis von Experimenten die echten Sicherheitsrisiken eines modernen Autos aufzeigt", schreibt das Wissenschaftler-Team, zum Abschluss seines Aufsatzes.

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