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Wirtschaft & Politik

Zensur für Soldaten im Irak

silicon.de
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Dienstag, 21. September 2004, 16:05 Uhr

Offenbar hat das US-Militär bestimmte Webseiten für Soldaten, die im Irak stationiert sind, gesperrt.

Offenbar hat das US-Militär bestimmte Webseiten für Soldaten, die im Irak stationiert sind, gesperrt. Die betroffene Seite icasualties.org bietet Informationen über Gefallene und Verletzte. Der Journalist Eric Umansky berichtet in seinem Weblog, dass die Sperrung jetzt von einem Sprecher der US-Armee bestätigt worden ist. Ein GI, der vom Irak aus auf entsprechende Seiten zugreifen wollte, hat nach eigenen Angaben die Meldung erhalten, die Seite sei wegen "extremer Inhalte" gesperrt. Von der Sperrung war auch eine Seite des Nachrichtensenders CNN betroffen, auf der mit Bild alle Gefallenen aufgelistet werden. Zunächst hieß es von Armeeseite, dass keine Filterung durchgeführt werde. Auf mehrmaliges Nachfragen von Umansky habe ein Armeesprecher jedoch erklärt, "wenn eine Webseite nicht vom Department of Defense (DoD) stammt, oder nicht offiziellen Regierungsfunktionen dient, kann sie geblockt werden." Speziell in diesem Fall sei es sehr wichtig, die Qualität der Informationen sicher zu stellen.

Diese gesperrten Seiten würden aber lediglich die Toten, Verletzten und Vermissten auflisten, die auch zuvor vom DoD bestätig worden sind, daher sei die Haltung der Armee nicht verständlich, so der Journalist, der unter anderem für die New York Times und USA Today schreibt. Doch darüber hinaus bietet icasualties.org offenbar zusätzliche Suchfunktionen, die die Militärführung beunruhigen. So kann auf der Seite nach Dienstgrad, Alter, Abteilung und auch nach der gemeldeten Todesursache gesucht werden. Auf einer Karte sind auch die amerikanischen Herkunftsorte der Gefallenen verzeichnet.

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