CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
Management
Wirtschaft & Politik
Software

Anti-Terror-Datei vor dem Abschluss

silicon.de
|
Montag, 31. Juli 2006, 16:17 Uhr

Mit einem Kunstgriff wollen die IT-Spezialisten des Bundes dafür sorgen, dass die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Geheimdiensten und Polizei gewahrt bleibt.

Der Innenpolitiker der SPD, Dieter Wiefelspütz, bestätigte dem 'Tagesspiegel am Sonntag': "Der Gesetzentwurf ist zwischen SPD und Union dem Grunde nach abgestimmt." Vielleicht gebe es noch "letzte Feinabstimmungen". Doch geht er davon aus, sagte Wiefelspütz, "dass die Beratungen ohne große Probleme im September abgeschlossenen werden".

Nach der Sommerpause will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU)  eine entsprechende Vorlage ins Kabinett einbringen. Damit wäre eine neue, nicht unumstrittene "Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten gegen den internationalen Terrorismus auf dem Gebiet des Informationsaustauschs" erlaubt.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Arbeit der 37 getrennten Sicherheitsbehörden in Deutschland koordiniert werden soll. Er basiert auf einem Vorschlag einer so genannten Indexdatei, die unter Rot-Grün angeschoben wurde. Dahinter verbarg sich die Idee, dass eine gemeinsame Datenbank Suchanfragen über Ämtergrenzen hinweg erlauben solle. Bei dieser Indexdatei hätte der berechtigte Anfragende lediglich sehen können, ob eine Behörde Informationen über eine bestimmte Person hat. Mit dem Suchergebnis hätte er dann konkrete Anfragen bei einer Behörde stellen können.

Nunmehr hat die große Koalition daraus eine "erweiterte Indexdatei" gemacht, die neben den Namen von Verdächtigen auch Bankkonten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Führerscheindaten und die Ansprechdaten von einschlägigen Kontaktpersonen enthält. Zusätzlich dazu erstreckt sich diese Auskunftei nicht nur auf Personen, sondern auch auf Vereinigungen, Stiftungen und "Unternehmen mit möglichen Verbindungen ins islamistische Milieu", wie es im Entwurf heißt. Die Abfrage ist so angedacht, dass der Abfragende keine Informationen in die Hand bekommt, aber die Nachrichtendienste erfahren, wer nach wem gesucht hat und den Suchenden kontaktieren können. Das nennen die Autoren des Entwurfs eine "verdeckte Abfrage". Auf diese Weise soll die "effektive Trennung von Polizei- und Geheimdiensten" gewahrt bleiben, heißt es. Für Oppositionspolitiker wie Volker Beck von den Grünen oder Petra Pau von der Linkspartei ist dieses Datenbankvorhaben unkontrollierbar und gefährlich, möglicherweise sogar "ein Fall für Karlsruhe".

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Anzeige
Ausserdem neu in management

CEO-Karussell kostet HP 47 Millionen Dollar

Das Fiskaljahr 2011 war für Hewlett-Packard vor allem das Jahr von zwei CEOs: Leo Apotheker und Meg Whitman. Jetzt steht fest, wie viel ...
06. Februar 2012

Flugzeugabsturz: Micron-CEO tödlich verunglückt

Hobbypilot Steve Appleton starb beim Absturz einer kleinen Maschine nahe der Micron-Zentrale in Boise im US-Staat Idaho.
06. Februar 2012

Internet als Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz haben Experten vor den Gefahren der Cyber-Kriminalität gewarnt. Vor allem Eugene Kaspersky warnte ...
06. Februar 2012

neueste leserkommentare
06. Februar 2012 | 09:37 Uhr

Nachtrag zum Artikel

IBM crowd sourcing could see employed workforce shrink by three quarters http://tinyurl.com/23ara48 Quelle: Personnel Today, 23. April 2010 Mehr ...

zu IBM: Community statt Festanstellung
05. Februar 2012 | 19:42 Uhr

Schreibfehler !

Es muß heißen: Der als Kim Dotcom geborene Schmitz... Der Mann wird behandelt, wie ein Mörder. Das kann alles nicht normal sein. er sollte für sein geschäftliches Talent ausgezeichnet werden ... Mehr ...

zu Kim DotCom, Opfer brutaler Polizeigewalt
03. Februar 2012 | 12:48 Uhr

So ein Schmarrn!

Mit Verlaub die Frage, ob das hier "w i t z i g" gemeint sein soll? Wenn ja, dann ok. Wenn nein, dann muss ich mich schon fragen, was mit einem solchen Artikel bezweckt werden ... Mehr ...

zu Das Sturmtief Ansgar im Wasserglas
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Silicon Vorlagen für Business-Profis: Große Auswahl an Vorlagen zu AGB bei IT und EDV

Silicon Vorlagen für Business-Profis: Große Auswahl an Vorlagen zu Planung mit Excel

(Senior) Associate (m/w) Advisory Performance & Technology Corporates München

bei KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Feste Anstellung)

Fertigungsplaner/-in

bei Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach (Feste Anstellung)

Personaldisponent (m/w)

bei persona service Verwaltungs AG & Co. KG (Feste Anstellung)

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei