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Montag, 15. März 2010 | 23:57 Uhr
Mobile & IP
Telekommunikation

Telekom will Datenschutz-Branchengipfel

Lutz Poessneck
|
Montag, 19. Oktober 2009, 08:28 Uhr

Die Deutsche Telekom ist offenbar der Meinung, dass die Branche den Diebstahl von Kundendaten nur gemeinsam verhindern kann. Der Konzern wolle in Kürze die Chefs aller großen TK-Anbieter zu einem Gipfelgespräch einladen, meldete Der Spiegel unter Berufung auf Telekom-Vorstand Manfred Balz.

Balz ist im Telekom-Vorstand für den Datenschutz zuständig. Nach Angaben des Managers ist im Telefongeschäft "ein System mit kriminogenen Strukturen" entstanden, dem selbst die Telekom nicht Herr werden könne. Es handele sich um ein "gefährliches Provisionskarussell", das zum Betrug einlade, so Balz. In Tausenden Callcentern und deren Subunternehmen sei der Umgang mit den vertraulichen Daten schwer zu kontrollieren.

Hintergrund der Bemühungen ist, dass die Serie der Datenskandale bei der Telekom nicht abreißt. Erst kürzlich ist ein Bericht über eine erneute Panne aufgetaucht. Die Datensätze von hunderttausenden Kunden seien über dubiose Kanäle ins Ausland gelangt – besonders oft in die Türkei, meldete Spiegel Online.

Die türkischen Callcenter sind laut dem Bericht Teil eines organisierten Systems, das seinen Ursprung in Deutschland hat. Vertriebspartner und Betreiber großer Callcenter sollen riesige Datenmengen aus den Beständen der Telekom entwendet und manipuliert haben. Dabei hätten sie Passwörter genutzt, die unbemerkt aus dem Konzern herausgeschleust wurden.

Die Daten sollen von deutschsprachigen Mitarbeitern türkischer Callcenter dazu benutzt worden sein, den Kunden angeblich im Auftrag der Telekom neue Verträge zu verkaufen. Im Anschluss seien die so erzielten Aufträge über Subunternehmer offiziell bei der Telekom eingereicht worden. So seien von dem Bonner Konzern Provisionen kassiert worden. In Einzelfällen betrug der Schaden dem Bericht zufolge pro Tag mehr als 100.000 Euro.

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