CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
BEI ZDNET: Android gegen WM 6.5: Welches OS wird gewinnen?
Anzeige
Freitag, 19. März 2010 | 21:31 Uhr
Mobile & IP
Telekommunikation

Künftig Anbieter-Wechsel in 24 Stunden möglich

Martin Schindler
|
Dienstag, 24. November 2009, 11:19 Uhr

Das neue Paket gibt Rahmenbedingungen für die europäische Telekommunikations-Branche vor. Neben der Marktregulierung und der Frequenzpolitik sind Bestimmungen zu Verbraucherrechten enthalten. So sollen Telefonkunden künftig binnen eines Tages ihren Festnetz- oder Handy-Anschluss wechseln und dabei ihre Nummer behalten können.

Stark umstritten war bis zuletzt, ob und wie Internet-Nutzern bei Rechtsverstößen der Anschluss gekappt werden darf – etwa im Fall von Urheberrechtsverletzungen. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten haben sich vor der heutigen Abstimmung geeinigt, dass es dafür hohe Hürden geben soll. Voraussetzung sei ein "faires und unabhängiges Rechtsverfahren".

Der Bitkom begrüßt die Schaffung dieser Hürde. Die EU-Länder gehen mit dem heiklen Thema unterschiedlich um. So hat Frankreich den Weg für eine komplette Sperrung des Internet-Anschlusses freigemacht, während es in Deutschland keine gesetzliche Grundlage gibt. "Die Teilhabe an der Informationsgesellschaft ist ein hohes Gut, das nicht vorschnell in Frage gestellt werden darf", betonte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Vorrang muss haben, bei Rechtsverstößen die geltenden Gesetze konsequent anzuwenden."

Der Branchenverband zeigt sich insgesamt zufrieden mit den neuen Rahmenbedingungen, die durch die neue Richtlinie geschaffen werden: "Das sogenannte Telekom-Paket schafft Rechts- und Planungssicherheit für die nächsten zehn Jahre", erklärt Scheer. Das gilt etwa für den Ausbau von Breitband-Netzen der nächsten Generation. "Wer in Highspeed-Internet investiert, profitiert vom Telekom-Paket", sagte Scheer. Nationale Regulierungsbehörden müssen bei ihren Entscheidungen künftig die Investitionsrisiken der Anbieter angemessen anerkennen und Kooperationen zwischen Wettbewerbern zulassen.

"Die Breitband-Investitionen sind kaum von einzelnen Unternehmen zu stemmen. Kooperationen dürfen nicht grundsätzlich durch kartellrechtliche Bedenken unterbunden werden", betonte Scheer. Mit dem Telekom-Paket wird auch eine flexiblere Frequenzvergabe für mobile Breitband-Netze eingeführt. "Durch die Umstellung auf digitales Fernsehen werden wertvolle Frequenzen frei, die zur drahtlosen Internet-Versorgung genutzt werden können. Das ist im Telekom-Paket fest verankert", so Scheer.

Positiv wertet der Branchenverband auch die Einrichtung eines Gremiums, in dem sich die nationalen Regulierungsbehörden abstimmen. "Die Schaffung eines bürokratischen Super-Regulierers ist damit vom Tisch. Das ist eine gute Nachricht für alle Anbieter", sagte Scheer. Die neue Institution heißt "Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation" (GEREK). Die Regulierungsbehörden in den EU-Ländern überwachen den Markt für Telekommunikation seit seiner Liberalisierung vor etwa zehn Jahren. Gab es damals in der Regel nur eine staatliche Telefongesellschaft, sorgen heute viele Anbieter für ein großes Angebot bei Diensten und Tarifen.

Nach der Verabschiedung des Reformpakets durch das EU-Parlament hat der Bundestag 18 Monate Zeit, um die Richtlinien in nationales Recht umzusetzen.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
3 von 4 Lesern fanden diesen Artikel nützlich.
 
Anzeige
Ausserdem neu in mobile

Autopilot auf Überholspur

Mit Radar, Laser und Sensoren messen moderne PKWs ihre Umwelt und assistieren dem Lenker, doch mehr und mehr übernehmen die Fahrzeuge auch ...
19. März 2010

Der silicon.de Wochenrückblick in Bildern

silicon.de fasst auch diese Woche die IT-Woche in Bildern zusammen und zeigt die besten Schnappschüsse.
19. März 2010

Die strahlungsintensivsten Handys

Ob Handy-Strahlung schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus hat, ist nicht bewiesen. Der sogenannte SAR-Wert sagt aus, wie hoch ...
18. März 2010

Superexklusiv: Das Porsche Design P'9522 Black Edition

Zunächst wird es in Asien angeboten, dann erst in Deutschland: Das Porsche-Handy trägt seit neustem schwarz.
18. März 2010

Deutscher Internet- und Telekommarkt unter Dampf

In der deutschen TK- und Internetbranche wird sich die Konsolidierung des Marktes 2010 fortsetzen, so eine Studie des Beraters PricewaterhouseCoopers ...
18. März 2010

neueste leserkommentare
19. März 2010 | 09:43 Uhr

alle gleich

Der Unterschied zu einem Mittelwert der einzelnen Handys ist kleiner als 5%. Damit sind alle eigentlich weitgehend gleich. Am besten ist es ohnehin, überflüssiges Telefonieren mit dem ... Mehr ...

zu Die strahlungsintensivsten Handys
18. März 2010 | 15:36 Uhr

Stimmt !

Ausnahmsweise muss ich dem M$ Heini zustimmen ! Die E-Books werden sich durchsetzen auch wenn nicht unbedingt auf Netbooks oder anderen Lesegeräten. Auf iPad dagegen schon (aber ähnlichen ... Mehr ...

zu iPhone kills Bücherregal!
18. März 2010 | 14:48 Uhr

Nichts besonderes...

wenn man den Himmel abzieht sind es nur noch ca. 15. Gigapixel, mehr nicht. Das größte Panoramabild kommt wieder aus Frankreich, Paris : http://www.paris-26-gigapixels.com/index-en.html Das ... Mehr ...

zu Größtes Foto der Welt löst Hype im Internet aus
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei