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Seitenblicke
Auch das Noch

Ein Hightech-Armband gegen die Gier

Sibylle Gassner
|
Montag, 14. Dezember 2009, 15:02 Uhr

Vieles deutet derzeit darauf hin, dass die Banker aus der jüngsten Krise nur wenig gelernt haben und auf dem besten Weg sind zurück in ihren alten Verhaltensmodus – getrieben von Jagdfieber und Habgier. Auch die Die Großbank ABN Amro traut offenbar ihren eigenen Brokern nicht mehr und hat deshalb mit dem Elektrokonzern Philips einen Armreif entwickelt, der Alarm schlägt sobald die Gier die Oberhand gewinnt.

Das neuartige Produkt – genannt "Rationalizer" – besteht aus einem Armreif namens "EmoBracelet" und einer dazugehörigen Station für den Schreibtisch, "EmoBowl". Beide messen den Gefühlszustand, den der Armreif mit sechs silberbeschichteten Fühlern anhand einer galvanischen Hautreaktion bestimmt - wie genau, ist geheim. Wenn Privataktionäre etwa Aufgrund vermeintlicher Insiderinformationen in Wallung geraten, warnt das Rationalizer-Set vor unüberlegten Handlungen.


Rationalizer
Ein Armband gegen Habgier und Angst
Foto: Philips

Die jeweilige Gemütslage des Besitzers lässt sich an der Farbe des Armbands ablesen. Sie wechselt von sanftem Gelb über Orange bis hin zu Alarmrot. Gleichzeitig sendet das EmoBracelet bei steigender Gier immer mehr Lichtblitze aus. Da die Daten auf die 1600 Dioden der EmoBowl – die optisch ein bisschen an den Heiligen Gral erinnert – übertragen werden, warnt auch sie in leuchtenden Farben vor der Gier.

Bei ihrer Arbeit haben sich die Philips-Entwickler nach eigenen Worten von Studien zur Verhaltensforschung im Banken-Business leiten lassen. Diese hätten ergeben, dass sich Männer schneller von Gefühlen mitreißen ließen. Zumindest wenn es um Angst und Gier geht. Dementsprechend reagiere das EmoBracelet nur auf diese beiden Emotionen – Liebe, Lust, Hass, Schmerz, Heiterkeit, Zorn, Freude, Rausch und Eifersucht habe man aus Basis langjähriger psychologischer Forschungen ausschließen können.

ABN Amro hält den Armreif übrigens nur für private Börsenanleger für angebracht, die sich als Hobby-Broker beispielsweise auf der Internetplattform der Bank tummeln. Für professionelle Broker sei das nicht nötig. Fragt sich nur, warum dann ABN Amro durch Fehl-Spekulationen so tief in den Finanzkrisen-Schlamassel rutschen konnte, dass der niederländische Staat beispringen musste.

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