CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
Anzeige
ANZEIGE
Seitenblicke
Wochenrückblick

Buzzword-Transfer

Achim Killer
|
Freitag, 28. November 2008, 10:30 Uhr

Der Schwabe bezeichnet derartiges als "Läddag'schwätz", der Franke als G'schmarrre - ausgesprochen mit mindestens drei "r". Und dem Norddeutschen fällt dazu sicherlich ein Kompositum auf "-schiet" ein. - In der IT nennt man es euphemistisch "Buzzwords".

Gemeint sind damit Technologien, die ursprünglich nur toll waren, deren Namen man aber nicht mehr hören mag, weil dumpfbackige Verkäufer sie meist schon nach kurzer Zeit für alles Mögliche und - häufiger noch - für alles Unmögliche verwenden.

Eigentlich sollte man Buzzwords aus der IT verbannen - dorthin, wo G'schmarrre und Läddag'schwätz zu hause sind: in die Politik. Beispielsweise die Diskussionen, die jede PISA-Studie hierzulande auslöst, ließen sich doch trefflich mit dem Modebegriff "virtuell" charakterisieren: Über die Hardware - die harte Tatsache, dass Unterschichtskinder im deutschen Schulsystem keine Chance haben - wird eine Abstraktionsschicht gelegt, auf der dann auch die albernsten Varianten des politischen Wettbewerbs lauffähig sind.

"PISA-Sieger" etwa lässt sich der sächsische Kultusminister Roland Wöller neuerdings nennen. Unbedarfte Menschen, die mit den Spielchen der politischen Konkurrenz nicht so vertraut sind, könnten sich da fragen, ob ein 38jähriger Minister nicht etwas zu alt ist für einen Test von Schulkindern.

Und die schwarz-gelbe NRW-Ministerin Barbara Sommer versteigt sich gar zu der Behauptung: "Wir haben den Abwärtstrend von Rot-Grün gestoppt."

Als der jüngste PISA-Test durchgeführt wurde, galt in dem Bundesland allerdings noch ein von einer rot-grünen Parlamentsmehrheit beschlossenes Schulgesetz. Es ist halt schwierig, zwei Jahre zurückzurechnen.

Insofern ist zumindest eine Interpretation der PISA-Ergebnisse zwingend: Hätte Barbara Sommer an dem Test teilgenommen, die nordrhein-westfälischen Schülerinnen und Schüler hätten in Mathematik deutlich schlechter abgeschnitten.

Bayern wiederum - so das am stärksten beachtete Ergebnis der Studie - wurde durch Sachsen von Platz 1 verdrängt. Der hiesige Kultusminister Ludwig Spaenle hat dies mit dem Hinweis kommentiert: "Wir sind doch hier nicht in der Bundesliga, es geht um Kinder."

  1 | 2 | 3 Seite 2/3 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in seitenblicke

Kein Copyright auf Pornografie?

Es sollte wohl eine ganz normale Abmahnung gegen einen alltäglichen Urheberrechtsverstoß via Bittorrent werden, aber es könnte das Aus für ...
07. Februar 2012

"Revolutionär": Fidel Castro würdigt das Internet

Kubas Altpräsident hat den ersten Teil seiner Memoiren vorgestellt - und dabei auch seine Meinung über das Internet kundgetan.
06. Februar 2012

Kim DotCom, Opfer brutaler Polizeigewalt

Der MegaUpload-Gründer Kim DotCom beschwert sich vor Gericht über die rauen Methoden der neuseeländischen Behörden.
03. Februar 2012

neueste leserkommentare
07. Februar 2012 | 08:12 Uhr

aber vielleicht gelingt es ja Amerikanern,

den Zugriff zu ihren legalen Daten und Schadenersatz für die Zeit, in der sie nicht zugreifbar sind, in einer dortzulande möglichen Sammelklage zu erstreiten Mehr ...

zu Schließung von Megaupload und die Folgen
07. Februar 2012 | 16:14 Uhr

Bezirksgericht

Richtig! Danke für die Ergänzung. Mehr ...

zu Münchner Gericht erlaubt Galaxy Tab 10.1N und Nexus
06. Februar 2012 | 09:37 Uhr

Nachtrag zum Artikel

IBM crowd sourcing could see employed workforce shrink by three quarters http://tinyurl.com/23ara48 Quelle: Personnel Today, 23. April 2010 Mehr ...

zu IBM: Community statt Festanstellung
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos
Sponsored Links

Bauingenieur als Bereichsleiter Straßen− und Brückenbau (m/w)

bei GAUFF GmbH & Co. Engineering KG (Feste Anstellung)

Specialist Consumer Insight (m/w)

bei PSD Group GmbH (Feste Anstellung)

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei