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Freitag, 12. März 2010 | 16:09 Uhr
Sicherheit
Antivirus

Die Evolution der Malware-Entwicklung

Anja Schütz
|
Montag, 21. Juli 2008, 15:37 Uhr

Vor mehr als 20 Jahren tauchte der erste Virus auf einem Computer auf. Seither haben sich die Malware-Bedrohungen radikal verändert. Heute sind sie komplexer denn je. silicon.de wirft einen Blick auf die Entwicklung von Trojanern, Exploits, Rootkits, Phishing-Mails sowie Spam und Spyware.

Bei jedem Entwicklungsprozess der Menschheitsgeschichte orientiert sich die jüngere Generation an ihren Vorgängern. Sie übernimmt Bewährtes und versucht, neues daraus zu entwickeln. Das gilt auch für die Zunft der Malware-Entwickler, die PCs mit immer neuen Schadcode-Generationen bedrohen.

Die ersten Schadprogramme

Mit 'Brain' erschien 1986 der erste PC-Schädling. Dieser Virus modifizierte den ersten Sektor von Floppy-Disks und ging dabei folgendermaßen vor: Brain sitzt auf einer infizierten Diskette und lädt sich beim Bootvorgang in den Speicher. Dabei muss es sich nicht um eine Systemdiskette handeln, denn jede beliebige Floppy-Disk erfüllt diesen Zweck. In den meisten Fällen merkten Anwender gar nicht, dass die Diskette bootet. Häufig haben sie beim Herunterfahren des Rechners schlicht vergessen, die Diskette aus dem Laufwerk herauszunehmen und beim nächsten Start auch nicht mehr daran gedacht, dass sie sich noch dort befindet. Unterstützt das BIOS auch Disketten als Bootmedien, erkennt das System die Diskette in Laufwerk A und lädt automatisch jeden Code, der sich im Bootsektor befindet. Bei einer infizierten Diskette gelangt so der Virus auf den Rechner.

Fotogalerie: Die schönsten Computer-Viren

So sehen Computerviren aus. Unter dem Titel "Malwarez" formt der rumänische Künstler Alex Dragulescu Würmern, Viren, trojanischen Pferden und Spyware am Rechner nach. Den Quellcode der Schädlinge erhielt der Künstler von MessageLabs. Dieses pinkfarbene Exemplar hört auf den Namen 'Ghost'. Das Programm protokolliert die Tastenanschläge auf dem Keyboard und schickt sie anschließend an Hacker.
Dragulescu analysierte den Code, wobei er beispielsweise API-Aufrufe, Subroutinen und Speicherzugriffe auswertete. Mit diesen Daten fütterte er dann einen Algorithmus, der ein 3D-Modell erstellte. Das hier zu sehende Gewächs heißt 'Netsky'. Er ist einer der am weitest verbreiten Internet-Würmer.
Diese Wuschel-Kugel soll einen Phishing-Virus darstellen, der sich persönliche Daten aneignet.

 Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Die Autoren von Bootsektor-Viren mussten keine Social-Engineering-Methoden einsetzen, um ihre Machwerke zu verbreiten. Dafür sorgten die Anwender selbst. Disketten waren damals das einzig erschwingliche Medium, um Daten zwischen Computern auszutauschen. Früher oder später gab also ein Anwender eine infizierte Diskette an einen Freund, Kollegen oder Kunden weiter und verbreitete so den Virus.

In den folgenden Jahren entwickelten sich die Bootsektor-Viren technisch immer weiter. Während Brain sich nur auf Floppydisks verbreitete, infizierten viele seiner Nachfolger bereits ganze Festplatten. In den meisten Fällen schrieben sie dabei wie der Virus Form Code in den MBR (Master Boot Record). Einige wenige Exemplare wie zum Beispiel 'Purcyst' infizierten sowohl den MBR als auch den Bootsektor.

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