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Donnerstag, 18. März 2010 | 16:50 Uhr
Sicherheit
Security-Management
Cyber-Dschihad

Islamisten-Software ist unnütz

Dietmar Müller
|
Mittwoch, 6. Februar 2008, 15:46 Uhr

Eine kürzlich entdeckte Verschlüsselungssoftware für muslimische Terroristen ist nach Ansicht von Experten wenig nützlich. Mit dieser Aussage zitiert Techworld den Security-Spezialisten Paul Henry von Secure Computing.

Die Software zum Verschlüsseln von E-Mails sei durchaus gut geschrieben, so Henry. Sie erfülle ihren Zweck und lasse sich gut übertragen. Allerdings "sei es für Gesetzeshüter ein leichtes, mit dem Tool verschlüsselte Botschaften zu entdecken." Die Mails seien allesamt mit einem charakteristischen "Fingerabdruck" versehen. "Möglicherweise kann man den Inhalt nicht lesen, aber man findet sehr schnell heraus, wer die Mail an wen gesendet hat", so Henry.

'Mujahideen Secrets 2' ist erst vor wenigen Tagen auf der Seite Ekhlaas.org veröffentlicht worden. Die Seite wird mutmaßlich von Al-Kaida-Unterstützern zum Gedankenaustausch genutzt. Die arabische Software werde dort als "islamisches Programm mit einem hohen Niveau der Verschlüsselung für die sichere Kommunikation in Netzwerken" beworben. Das Tool solle besonders den Mudschaheddin dienen, vor allem der Gruppe 'Islamischer Staat' im Irak.

Es handele sich um die neue Variante eines Programms, das der Al-Kaida-Ableger 'Global Islamic Media Front' im vergangenen Jahr veröffentlicht habe, so die Agentur. Bereits die erste Version habe unter Islamisten eine weite Verbreitung gefunden, was in westlichen Sicherheitskreisen Besorgnis auslöse.
 
Nach diesen Angaben betreibt Al-Kaida auch den Medien-Ableger As-Sahab. Dieser habe in den vergangenen Jahren technisch immer mehr aufgerüstet. Nach Angaben des Anti-Terrorismusdiensts IntelCenter habe As-Sahab im Jahr 2002 sechs Nachrichten im Internet veröffentlicht. Im vergangenen Jahr stellte As-Sahab dagegen insgesamt 97 Audio- und Videobotschaften online.

Die Warnungen vor einem islamistisch motivierten Großangriff auf das Internet wollen nicht verklingen. Zuletzt hatte im November der israelische Branchendienst DEBKAfile eine Denial-of-Service-Attacke auf diverse israelische und schiitische Server angekündigt. Danach solle der "elektronische Dschihad" ausgedehnt werden, bis "Hunderttausende islamistische Hacker gegen die antimuslimischen Seiten kämpfen".

Al Kaida rühme sich zudem, über ein undurchdringbares E-Mail-Netzwerk zu verfügen. Das Netz diene dazu, Freiwillige anzuwerben. Diese erhielten per E-Mail Instruktionen, wie sie sich vor den Geheimdiensten ihrer Heimatländer verstecken können.

Einige Experten begegnen solchen Ankündigungen aber mit Skepsis  und verweisen auf frühere Berichte über angeblich bevorstehende Internet-Angriffe von Al Kaida. So wurde bereits für den 26. August 2004 eine islamistische Web-Attacke prophezeit – die nicht stattfand. Daraufhin folgten viele weitere folgenlose Ankündigungen.

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