CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
BEI ZDNET: Desktop-Tuning: nützliche Gadgets für Windows 7
Anzeige
Freitag, 3. September 2010 | 05:08 Uhr
Sicherheit
Security-Management

Internet-Jugendschutz: Verstöße erreichen neuen Höchststand

Dietmar Müller, pte
|
Donnerstag, 28. August 2008, 16:29 Uhr

Die zentrale Kontrollstelle für den Jugendschutz im Internet, jugendschutz.net, hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand bei Verstößen gegen den Jugendschutz registriert. Insgesamt seien 2.883 Verstöße erfasst worden, das entspricht einem Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2006.

Wie der Jahresbericht zeigt, handelte es sich dabei vor allem um pornografische Seiten (52 Prozent) und rechtsextreme Propaganda (14 Prozent). Im Ausland stieß jugendschutz.net auch vermehrt auf Kinderpornografie, die um 25 Prozent angestiegen ist. In Anbetracht dieser dramatischen Zunahme fordert die Kontrollstelle mehr Rücksicht auf Kinder und Jugendliche im Web 2.0. Diese seien von den Möglichkeiten des Mitmach-Internets fasziniert, wüssten aber oft nur sehr eingeschränkt über deren Risiken Bescheid, so die Jugendschützer.

"Die neuen Dienste sind eine besondere Herausforderung für den Jugendschutz, weil unzählige User ihre Beiträge online stellen. Die Betreiber müssen Mindeststandards einhalten und Minderjährige besser vor Inhalten schützen, die sie überfordern oder ängstigen könnten", stellt jugendschutz.net fest. In Zeiten des Web 2.0 sei es besonders wichtig, dass jugendliche Internetnutzer die Risiken kennen und auf ihre Sicherheit achten. "Mit dem Aufkommen des Web 2.0 und der Masse an abrufbaren Inhalten nimmt auch die Zahl der Jugendschutzverstöße zu", erläutert Thomas Günter, Justiziar bei jugendschutz.net, auf Anfrage. Gerade im Bereich des Mitmach-Webs sei festzustellen, dass Kinder und Jugendliche mit Angaben von persönlichen Daten oftmals arglos seien. "Viele der jungen Nutzer verstehen nicht, welche Gefahren es mit sich bringt, wenn solche Daten im Netz aufrufbar sind", so der Jugendschutz-Experte.

Drei von vier Verstößen wurden nach Hinweis von jugendschutz.net schnell beseitigt, ohne dass Aufsichtsbehörden eingreifen mussten. Dabei setzt die Kontrollstelle vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Internetindustrie und Partnern in internationalen Netzwerken gegen Kinderpornografie (INHOPE) oder Hass im Netz (INACH). Erfolgreich sind die Aktivitäten auch bei ausländischen Angeboten, wenn Anbieter von Speicherplatz oder Betreiber von Suchdiensten, Plattformen und Communitys über schwere Verstöße informiert werden. "Am erfolgversprechendsten ist der direkte Kontakt mit dem ausländischen Provider. Dies geschieht zumeist mit Verweis auf dessen allgemeine Geschäftsbedingungen", schildert Günter. Gerade im Bereich rechtsextremer Inhalte seien Provider häufig bereit, solche Angebote dann zu sperren. "Hier liegt die Erfolgsquote bei über 90 Prozent", betont Günter.

Auf unzulässige Webangebote stößt jugendschutz.net sowohl über Hinweise aus der Bevölkerung als auch durch gezielte eigene Recherche. Allein im Jahr 2007 bearbeitete das Team 9.200 Beschwerden und Anfragen (plus 22 Prozent), überprüfte 7.164 Websites auf Verstöße (plus 32 Prozent), beobachtete regelmäßig die 65 wichtigsten Chat-Räume und Communitys und wertete systematisch tausende Suchanfragen in Suchmaschinen und Plattformen aus.

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in sicherheit

BSI: Datensicherheit durch Standardisierung

Michael Hange, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), hat für eine stärkere Standardisierung plädiert.
01. September 2010

Verlinkung erfüllt Telemediengesetz

Pflichtangaben nach dem Telemediengesetz müssen auf der eigenen Webseite nicht zwingend abrufbar sein.
31. August 2010

Sicherheitslücken erreichen weltweit Höchststand

IBM X-Force Report 2010: Anzahl der aufgedeckten Schwachstellen stieg im ersten Halbjahr 2010 um 36 Prozent.
26. August 2010

Wikileaks-Gründer entlastet

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung und der Vergewaltigung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange wurden fallen gelassen. Die schwedische ...
26. August 2010

Datenschutz für Mitarbeiter wird neu geregelt

Der Branchenverband Bitkom hat das geplante Gesetz zum Datenschutz von Arbeitnehmern begrüßt und noch Verbesserungsbedarf angemeldet.
25. August 2010

neueste leserkommentare
02. September 2010 | 12:52 Uhr

Wie immer!!!

Da ist es wieder, das Lobbyisten-Pack! Gab es ja schon einmal an anderer Stelle in Form von unterschiedlichsten Steckern und dazugehörigen Netzteilen bei Mobiltelephonen. Jetzt wollen die ... Mehr ...

zu Deutsche Autobauer und die Shai-Agassi-Phobie
02. September 2010 | 16:44 Uhr

Proleten reicht der Privatfunk

Über die Höhe der GEZ-Gebühren läßt sich natürlich streiten, fest steht aber das nur so eine qualitativ anspruchsvolle Berichterstattung gewährleistet werden kann. Die privaten Sender können ... Mehr ...

zu Deutsche finden GEZ-Gebühren zu hoch
01. September 2010 | 12:07 Uhr

Datenschützer

Sie regen sich auf über Googles street view. Und machen kräftig die Augen zu bei den geplanten Gesetzesänderungen zum Beschäftigtendatenschutz: Rasterfahndungsmethoden unter dem Deckmantel ... Mehr ...

zu Datenschutz: "Mit hängender Zunge hinterher"
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei