CNET.DE | SILICON.DE | ZDNET.DE
BEI ZDNET: BSI-Grundschutz: Lohnt sich die Umsetzung doch?
Anzeige
Dienstag, 9. Februar 2010 | 14:08 Uhr
Sicherheit
Security-Management

Google-Browser entpuppt sich als Datenspion

Dietmar Müller, pte
|
Mittwoch, 3. September 2008, 15:43 Uhr

Der Suchmaschinenriese Google hat heute Nacht seinen eigenen Browser veröffentlicht. Jetzt wird klar: "Chrome" ist ein ganz eifriger Sammler von Informationen über Surf- und Suchverhalten der Webuser. Datenschützer sind alarmiert.

Das Unternehmen wirbt mit verbessertem Surferlebnis für den Webuser sowie einem stabileren und sicheren Browser. Um den Bedienkomfort zu steigern, greift Google einmal mehr auf seine umfangreichen Datenbanken zurück, wo Informationen über Surf- und Suchverhalten der Webuser gespeichert sind. Allerdings gibt sich das Online-Unternehmen damit nicht zufrieden, sondern sammelt weiter fleißig sensible Information - diesmal nicht über die Google-Homepage, sondern direkt über die Adresszeile des Browsers.

Welche Daten dabei an die Server gesendet werden, verraten die Datenschutzbestimmungen - für an Chrome interessierte User lohnt sich ein Blick darauf in jedem Fall. Der erste Punkt erläutert sogleich, dass Google über alle aufgerufenen URLs in Kenntnis gesetzt wird. Dies sei notwendig, um Adressvorschläge zu machen und das Surfen zu verbessern. Ebenso werden aufgerufene, aber nicht vorhandene URLs an den Google-Server gesendet. Der Browserverlauf bleibt also nicht auf dem Benutzerrechner gespeichert, sondern wird direkt auch an das Online-Unternehmen gesendet. Das Surfprogramm selbst enthält darüber hinaus "zumindest eine eindeutige Anwendernummer", die bei der Installation sowie bei der automatischen Update-Prüfung an Google übertragen wird. Cookies tragen zur kontinuierlichen Beobachtung ihren Teil bei.

"Google befindet sich auf einer Gratwanderung. Das Unternehmen sammelt sensitive Daten, die vorsichtig zu verwalten sind", meint Andreas Zeller, Professor am Lehrstuhl für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes. Immerhin dürfe das Vertrauen der User nicht enttäuscht werden, so der Experte. "Google muss sich darüber im Klaren sein, dass es vom Vertrauen seiner Nutzer lebt und man damit vorsichtig umgehen muss."

Andere Browser speichern ebenfalls die aufgerufenen Seiten ab, um dem User bei zukünftigen Webbesuchen die Navigation zu erleichtern - allerdings nur lokal auf dem Rechner. Der Ansatz Googles hierbei scheint verständlich, denn Chrome versucht das Nutzererlebnis bei zukünftigen Webbesuchen automatisch dadurch zu verbessern, indem der Verlauf als Referenz herangezogen wird. Denn Seiten, auf denen der User bei der Suche nach Informationen bereits fündig geworden ist, sind eine guter Anhaltspunkt, um auch künftig verlässlich die gewünschten Auskünfte auf den richtigen Seiten zu liefern. Allerdings geht der verbesserte Komfort zu einem gewissen Teil auch zu Lasten der Privatsphäre.

  1 | 2 | 3 Seite 2/3 »
 
Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
 
Anzeige
Ausserdem neu in sicherheit

Spyware für den Blackberry

Es ist ziemlich einfach eine bösartige Anwendung für mobile Geräte zu schreiben. Dazu reichen oft schon die Bordmittel, die die Hersteller ...
08. Februar 2010

Immer mehr Nutzer melden illegale Inhalte im Web

Die Internet-Beschwerdestelle vom eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft und die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter ...
08. Februar 2010

SWIFT-Abkommen: USA warnt Europaparlament

Das EU-Parlament hat mit großer Mehrheit gegen das umstrittene Bankdatenabkommen der EU mit den USA gestimmt. Die US-Regierung droht nun ...
05. Februar 2010

Browser wird zur verräterischen Gefahr

Eine neue Webseite der Electronic Frontier Foundation (EFF) macht aus scheinbar harmlosen Browserparametern einen digitalen Fingerabdruck.
05. Februar 2010

Die Top Ten der Malware-Länder

Die USA waren 2009 immer noch mit weitem Abstand führend, gefolgt von Russland und China - Deutschland belegt den 5. Platz.
05. Februar 2010

neueste leserkommentare
09. Februar 2010 | 09:58 Uhr

..vermeintlich..

..wenn schon vermeintlich: das war ein vermeintlich guter und sinnvoller Artikel. Mehr ...

zu Die Mehrheit will auf das iPad verzichten - scheinbar
09. Februar 2010 | 09:05 Uhr

Immer mehr Nutzer melden....

Es lebe das typisch deutsche Denunziantentum! Schon mein Großvater sagte: "Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!" Mehr ...

zu Immer mehr Nutzer melden illegale Inhalte im Web
09. Februar 2010 | 07:39 Uhr

Wo sind nun die Multitasking Befürworter ?

...was sagt man dazu ? Mehr ...

zu Spyware für den Blackberry
  • Artikel
  • Bildergalerien
  • Videos

Trackbacks und Pingbacks

TrackbackTrackback-URL:

Link zum Artikel setzen bei

  • Digg
  • Del.icio.us
  • Webnews