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Dienstag, 9. Februar 2010 | 15:20 Uhr
Software & Services
IT-Services
Innovation

Biogas fürs Rechenzentrum

Lutz Pößneck
|
Freitag, 27. Juli 2007, 15:29 Uhr

T-Systems hat in seinem Rechenzentrum im Euro-Industriepark (EIP) München den Dauertest einer Brennstoffzelle gestartet.

Die Brennstoffzelle wird mit Biomethan betrieben, das aus einer Anlage der Aufwind Schmack GmbH Neue Energien in Pliening unweit von München stammt. Zunächst wird ein einziger Serverraum von der Zelle mit Strom und Kühlung versorgt. Um das ganze Rechenzentrum (RZ) per Biogas zu betreiben, seien 40 bis 80 derartige Zellen notwendig, sagte Manfred Teumer, T-Systems Leiter Infrastructure & Architecture Services.

Bislang beziehen Rechenzentren ihren Strom aus dem Netz. Notstromaggregate überbrücken mögliche Ausfälle. T-Systems betrachtet den Einsatz der Zelle jedoch als einen ersten Schritt zu einem Rechenzentrum, das unabhängig vom öffentlichen Stromnetz funktioniert und gleichzeitig erneuerbare Energien nutzt.

Nach Angaben von T-Systems ist der Anteil an Energie, der im EIP-RZ für die IT-Server benötigt wird, etwa so hoch wie der Energieverbrauch für alle anderen RZ-Prozesse. Demnach ist der Aufwand für die Klimatisierung der Anlage im Laufe der letzten Jahre konstant gestiegen – weil die Server im Rack immer dichter gestapelt wurden und die zu kühlende Wärmemenge pro Quadratmeter immer größer wurde.

Die jetzt installierte Anlage ist ein Forschungsprojekt der Telekom-Töchter T-Systems und Power and Air Solutions sowie deren Kooperationspartnern Voigt und Haeffner und CFC Solutions. Nach Angaben Teumers kostet der Betrieb der Anlage 2,5 Millionen Euro im Jahr. Eine Förderung in Höhe von 1 Million Euro sei beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie beantragt.

Die Brennstoffzelle, genannt Hot-Module, wurde von CFC Solutions entwickelt. Die Zelle wird jetzt rund um die Uhr an sieben Wochentagen eingesetzt. Für diese bislang nicht getestete Betriebsform sei ein Rechenzentrum der ideale Anwendungsfall, da es einen konstanten Energieverbrauch ohne Spitzenlast aufweise, hieß es.

Zu den wichtigsten Vorkehrungen bei diesem Projekt gehört die so genannte Kreuzverkabelung. Dabei sind für einen IT-Rechner zwei völlig getrennte Stromversorgungen eingerichtet, so dass der Betrieb bei einem Ausfall der unterbrechungsfreien Stromversorgung gesichert ist. Fällt das öffentliche Stromnetz aus, übernimmt die Brennstoffzelle die Versorgung zu 100 Prozent.

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